Wladimir Putin plant Enteignungen: Kreml-Chef versetzt russischen Privatfirmen per Dekret den Todesstoß

Russische Unternehmen wie der Onlinehändler Wildberries kämpfen infolge von ukrainischen Drohnen-Angriffen ums Überleben - und könnten von Wladimir Putin persönlich den Todesstoß bekommen. Ein neues Kreml-Dekret macht's möglich.

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Wer in Russland von ukrainischen Drohnen getroffen wird, bekommt von Wladimir Putin keine Hilfe – sondern riskiert die Enteignung. (Foto) Suche
Wer in Russland von ukrainischen Drohnen getroffen wird, bekommt von Wladimir Putin keine Hilfe – sondern riskiert die Enteignung. Bild: picture alliance/dpa/Pool AP | Alexander Zemlianichenko
  • Wladimir Putin kennt keine Gnade nach Angriffswelle ukrainischer Drohnen
  • Online-Gigant Wildberries von Ukraine-Drohnen gebeutelt, doch der Kreml verweigert Hilfe
  • Wladimir Putin will angegriffene Privatunternehmen per Dekret zwangsenteignen

Im Sommer 2026 häuften sich Berichte aus Russland, denen zufolge Warenlager des russischen Online-Großhändlers Wildberries - oft als Russlands Antwort auf Amazon bezeichnet - wiederholt von verheerenden ukrainischen Drohnenangriffen in Schutt und Asche gelegt wurden. Nun muss das Unternehmen einen weiteren Dämpfer einstecken - und der kommt diesmal direkt aus dem Kreml.

Wladimir Putin kennt keine Gnade für von Drohnenangriffen gebeutelte Unternehmen

Berichten zufolge dürfen russische Privatunternehmen, die wie Wildberries unter ukrainischem Drohnenbeschuss leiden, künftig nicht mehr auf Mitleid vom Kreml hoffen – im Gegenteil. Wladimir Putin hat der "Bild" zufolge per Dekret eine Regelung geschaffen, die den staatlichen Behörden weitreichende Befugnisse über Firmen einräumt, deren Eigentümer ihre Anlagen nach Einschätzung der Regierung nicht genügend gegen Angriffe absichern. Putins Erlass geht dabei bemerkenswert weit: Sowohl materielle und finanzielle Vermögenswerte als auch formale Eigentumsrechte können unter staatliche Kontrolle gestellt werden. Wer nach einem Drohnentreffer die Schäden nicht zügig genug behebt, riskiert ebenfalls die Zwangsverwaltung.

Betroffen sind laut dem Dekret Unternehmen aus den Bereichen Treibstoffversorgung, Energiewirtschaft, Industrie, Telekommunikation, Transport und Logistik – ein Katalog, der praktisch die gesamte russische Wirtschaftsinfrastruktur umfasst.

Onlinehändler Wildberries im Fadenkreuz von Putins Enteignungsplänen

Besonders ins Visier geraten dürften die beiden dominierenden Online-Handelsriesen des Landes: Wildberries und Ozon. Zwar nennt das Dekret keine konkreten Firmennamen, doch die Formulierung zielt unmissverständlich auf Logistiknetzwerke großer Konzerne, die als unverzichtbar für "die wirtschaftliche Stabilität des Staates sowie für die Versorgung der Bevölkerung" gelten. Der Hintergrund ist brisant: Ukrainische Drohnen haben in den vergangenen Wochen dutzende Lagerhäuser der beiden Unternehmen quer durch Russland in Brand gesetzt. Die Zerstörungen erreichten dabei ein gewaltiges Ausmaß – Waren im hohen einstelligen Milliardenbereich gingen in Flammen auf. Statt staatlicher Hilfe droht den geschädigten Unternehmen nun also der Verlust der Kontrolle über ihr eigenes Geschäft.

Drohnen-Angriffe setzen russische Großhändler außer Gefecht - Putin gibt Wildberries den Rest

Offiziell soll die Föderale Agentur für die Verwaltung von Staatseigentum, kurz Rosimuschtschestwo, die Kontrolle über betroffene Betriebe übernehmen. Doch das Dekret enthält eine weitere Hintertür: Wladimir Putin behält sich persönlich das Recht vor, auch andere Personen als Zwangsverwalter zu benennen. Damit könnten Vertraute des Kreml-Chefs direkten Zugriff auf Wertpapiere und Unternehmensanteile erhalten – einschließlich Beteiligungen an Stamm- und Gesellschaftskapitalien russischer Firmen. Dass ausgerechnet Russlands Präsident selbst entscheiden darf, wer die Geschicke privater Unternehmen lenkt, dürfte bei den betroffenen Eigentümern kaum für Beruhigung sorgen. Die Grenze zwischen staatlicher Aufsicht und faktischer Übernahme verschwimmt mit dieser Klausel erheblich.

WIldberries-Milliardenvermögen steht auf der Kippe

Hinter Wildberries steht Tatjana Kim, die als eine der reichsten Frauen Russlands gilt. Ihr Vermögen wird auf rund 13 Milliarden US-Dollar geschätzt – ein Imperium, das durch das neue Dekret nun unter existenziellen Druck gerät. Der Konzern hat sich zum führenden Online-Marktplatz des Landes entwickelt. Wildberries-Mitbewerber Ozon hingegen ist als Aktiengesellschaft strukturiert und damit breiter im Eigentum aufgestellt. Doch auch das schützt nicht vor dem langen Arm des Kremls: Wladimir Putins Dekret erfasst ausdrücklich Wertpapiere und Gesellschaftsanteile. Für Investoren beider Unternehmen bedeutet die Neuregelung eine fundamentale Unsicherheit, denn ob ihre Anlagen als "ausreichend geschützt" gelten, entscheiden letztlich die russischen Behörden nach eigenem Ermessen.

Wladimir Putin macht Enteignung zum Geschäftsmodell

Das neue Dekret reiht sich in ein Muster ein, das seit Beginn des Ukraine-Kriegs immer deutlicher wird. Nach Angaben von Bloomberg hat der russische Staat seit 2022 in mehr als 100 Fällen privates Vermögen eingezogen. Beobachter registrieren eine spürbar verschärfte Gangart gegenüber Oligarchen und Unternehmern. Der Grund liegt auf der Hand: Der Krieg reißt gewaltige Löcher in den russischen Staatshaushalt, und Verstaatlichungen bieten eine willkommene Einnahmequelle. Kritiker sehen in Putins jüngstem Erlass daher weniger eine Sicherheitsmaßnahme als vielmehr einen frischen Vorwand, um weitere Unternehmen unter staatliche Kontrolle zu bringen. Dass ausgerechnet der mangelnde Schutz vor Kriegsfolgen als Begründung herhalten muss, entbehrt dabei nicht einer gewissen Ironie.

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