Donald Trump: Einsatz ist ihnen "peinlich" - US-Präsident von Nationalgardisten bloßgestellt
Drei Mitglieder der US-Nationalgarde, die in den vergangenen Monaten durch Washington, D.C., patrouillierten, blicken nun extrem kritisch auf ihren Einsatz zurück. Die von Donald Trump befohlene Maßnahme hat Studien zufolge keinen nennenswerten Einfluss auf die Kriminalitätsbekämpfung gehabt. Die Soldaten stellen sich nun die Frage nach dem Sinn.
Erstellt von Martin Gottschling - Uhr
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- Donald Trump bloßgestellt durch Nationalgardisten
- Drei Soldaten zweifeln am Sinn des Einsatzes in Washington, D.C.
- In anonymen Interviews mit "NPR" warnen sie, dass solche Patrouillen das Ansehen der Nationalgarde dauerhaft schädigen könnten
Unter Präsident Donald Trump hat sich die öffentliche Militärpräsenz in den USA verstärkt. Das ausgerufene Ziel des US-Präsidenten: Kriminalität effizienter bekämpfen. Seit rund einem Jahrpatrouillieren deshalb Mitglieder der Nationalgarde in der Hauptstadt Washington, D.C. Doch ist ihr Einsatz wirklich zielführend? Drei Soldaten, die daran beteiligt waren, haben nun anonym scharfe Kritik an der Politik des US-Präsidenten geäußert.
Demütigung für Donald Trump: Soldaten der Nationalgarde ist Einsatz in Washington "peinlich"
"Ich sage ganz offen, dass dieser Einsatz einen derart schlechten Nachgeschmack hinterlassen hat, dass es mir peinlich ist, in irgendeiner Weise daran beteiligt gewesen zu sein", erklärte einer der Soldaten gegenüber "NPR".Ein anderer empfindet die Mission nach zwölf Monaten als reine Ausbeutung der Truppe.Der dritte sieht in dem Ganzen vor allem eine politische Inszenierung – und verweist darauf, wie die Soldaten etwa zum Patrouillieren rund um den renovierten Reflecting Pool abkommandiert wurden. "Ich hoffe, dass irgendwann – wahrscheinlich nach dem Ende von Präsident Trumps Amtszeit – aufgeklärt wird, warum wir dort waren und ob es sich gelohnt hat. Aber das wird jetzt nicht passieren."
US-Präsident soll für Verwirrung bei Nationalgardisten gesorgt haben
Trump hatte den Einsatz der Nationalgarde im August 2025 befohlen, nachdem er einen "Kriminalitätsnotstand" für Washington ausgerufen hatte - obwohl die Gewaltkriminalität in der Stadt damals auf dem niedrigsten Stand seit drei Jahrzehnten lag. "Meine erste Reaktion war, glaube ich, einfach nur Schock. Ich hatte das Gefühl, dass dieser Kontext und diese Situation ein sehr autoritärer Schritt waren, der für unser Land untypisch ist", erinnerte sich einer der Soldaten gegenüber "NPR".
Anfangs habe es keine klaren Anweisungen gegeben, sodass es Verwirrung über die zu erledigenden Aufgaben gab. Die anonymen Nationalgardisten beschrieben die Tätigkeiten als "banal", "monoton" und "reine Zeitverschwendung" und hinterfragten deren Sinnhaftigkeit. Es hätten sich trotzdem viele junge Soldaten aus ländlichen Gegenden für den Einsatz gemeldet, da ihnen ein gutes Gehalt versprochen wurde und sie unter komfortablen Bedingungen leben konnten.
Maßnahme von Donald Trump laut Studien ohne Einfluss auf Gewaltkriminalität
Der Einsatz in Washington wurde mittlerweile bis zum Ende von Trumps zweiter Amtszeit verlängert. Dabei kommen zwei aktuelle Studien zu dem Ergebnis, dass die Militärpräsenz keinerlei messbaren Effekt auf Gewaltverbrechen hatte. Lediglich bei Gelegenheitsdelikten wie Kleinkriminalität und Autoaufbrüchen zeigte sich ein minimaler Rückgang – den laut beiden Untersuchungen auch reguläre Polizeiarbeit günstiger hätte erzielen können. Die Kosten des Einsatzes beziffert die überparteiliche Aufsichtsorganisation Project on Government Oversight auf rund 3,4 Milliarden Dollar. Pro Tag verschlingt die Operation etwa drei Millionen Dollar. Trump wies die Kritik von sich: Die Forschung des Center for American Progress nannte er auf Truth Social einen "radikalen linken Betrug". Das Weiße Haus verwies auf die verbesserte Sicherheitslage in der Hauptstadt, lieferte aber keine Belege dafür, dass die Nationalgarde dafür verantwortlich sei.
Angriff auf Nationalgardisten im November 2025 - Kollegen nach Tod von Sarah Beckstrom erschüttert
Stattdessen kam es im November vergangenen Jahres zu einem erschreckenden Zwischenfall. Ein Bewaffneter schoss nahe dem Weißen Haus auf zwei Gardisten aus West Virginia. Die 20-jährige Sarah Beckstrom starb. "Ich erinnere mich, dass ich einfach nur traurig war", sagte einer der Soldaten gegenüber "NPR". "Und ich dachte immer wieder – mussten sie hier sein?" Ein anderer ergänzte: "Was mich wirklich getroffen hat, war, wie absolut sinnlos sich dieser Tod anfühlte. Nach ihrem Tod wurde dieser Einsatz für mich emotional unhaltbar."
In Washington gibt es weiterhin Proteste gegen die Soldaten. In den am stärksten patrouillierten Vierteln kleben Schilder an Laternenmasten, während auf Gehwegen Kreidesprüche wie "Nationalgarde, geht nach Hause" zu lesen sind. Alle drei Soldaten, die mit "NPR" sprachen, sehen darin ein ernstes Warnsignal. "Wenn wir diesen Weg weitergehen und diese Art von 'Präsenzpatrouille' zum neuen, prägenden Bild der Nationalgarde wird, dann wird das alles, was die Nationalgarde einst auszeichnete, bestenfalls banal und schlimmstenfalls bedrohlich wirken", warnte einer von ihnen. "Ich würde mir wünschen, dass es genügend Kontrollmechanismen gäbe, die unmissverständlich klarstellen könnten, dass wir so etwas in unserem Land nicht wollen." Er habe jedoch Zweifel, dass dies aktuell der Fall ist.
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