Donald Trump: Nicht nur der Iran-Krieg - diese Niederlagen wurden ihm zum Verhängnis

US-Präsident Donald Trump sieht sich selbst als unantastbar. Dabei gibt es im Laufe seiner Karriere zahlreiche Rückschläge, die der US-Präsident einstecken musste. Einige von ihnen wiegen besonders schwer.

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Donald Trump (80): Er sieht sich selbst als Erfolgsmensch. Seine politischen Niederlagen sprechen eine andere Sprache. (Foto) Suche
Donald Trump (80): Er sieht sich selbst als Erfolgsmensch. Seine politischen Niederlagen sprechen eine andere Sprache. Bild: picture alliance/dpa/AP photo/Alex Brandon
  • Donald Trump: Seine größten Niederlagen im Laufe seiner politischen Karriere
  • Iran-Krieg gerät zum Debakel – Trumps schnelle Lösung bleibt aus
  • Joe Biden schlägt Trump – und beendet seine erste Amtszeit
  • Obamacare bleibt bestehen – Trump scheitert an seinem Prestigeprojekt
  • Impeachment und Kapitol-Attacke – der Präsident gerät massiv unter Druck

Donald Trump versteht sich als Macher, als Mann der Deals und Siege. Doch die Realität seiner politischen Karriere erzählt eine andere Geschichte – eine, die gerade um ein weiteres Kapitel reicher wird. Seine größten politischen Niederlagen sprechen eine deutliche Sprache.

Donald Trump - wie er den Iran-Krieg als persönlichen Erfolg verkauft

Der seit rund einem halben Jahr andauernde militärische Konflikt mit dem Iran entwickelt sich für den US-Präsidenten zum ernsthaften Belastungstest. Was zunächst als einziger Ausweg für die USA verkauft wurde, um einen Atomkrieg zu verhindern, gilt bei Experten längst als ein wahnwitziges Himmelfahrtskommando. Selbst Trumps engste Berater zeigen sich entrüstet.

Das im Juni ausgehandelte Übergangsabkommen ist praktisch gescheitert, diplomatische Kanäle liegen brach, und die strategisch bedeutsame Straße von Hormus sorgt weiterhin für Spannungen.

Dabei hatte Trump einen raschen Erfolg versprochen. Stattdessen rechnen laut einer Erhebung von "Reuters"/Ipsos mittlerweile etwa 80 Prozent der US-Bürger mit einem langwierigen Konflikt.

Die Quittung folgt in Zahlen: Trumps Zustimmungsrate ist auf magere 33 Prozent abgesackt – ein absoluter Tiefpunkt seiner Präsidentschaft.

Der Iran-Krieg reiht sich damit ein in eine bemerkenswerte Serie politischer Rückschläge, die den selbsterklärten Dauergewinner über die Jahre begleitet haben.

2020: Biden deklassiert den "Sieger" an der Wahlurne

Den wohl schmerzhaftesten Rückschlag erlebte Trump jedoch im November 2020. Nach vier Jahren im Weißen Haus wollte er seine Macht verteidigen – doch Demokrat Joe Biden verwies ihn mit 306 zu 232 Wahlleuten deutlich auf den zweiten Platz.

Für einen Mann, der sich konsequent als Gewinner inszeniert hatte, war das Ergebnis besonders demütigend. Trump weigerte sich, die Niederlage einzugestehen, und streute stattdessen unbewiesene Behauptungen über angeblichen Wahlbetrug. Sämtliche juristischen Versuche, das Resultat zu kippen, verliefen im Sand.

Die Konsequenzen der verweigerten Anerkennung waren dramatisch: Am 6. Januar 2021 stürmten Anhänger Trumps das US-Kapitol. Nur wenige Tage danach klagte ihn das Repräsentantenhaus zum zweiten Mal an – diesmal wegen seiner Rolle bei den Ausschreitungen. Der Senat sprach ihn jedoch frei.

Obamacare, Travel Ban, Kongresswahl: Trumps erste Amtszeit als Pannenserie

Schon vor der Wahlschlappe 2020 sammelte Trump empfindliche Niederlagen. Sein wohl größtes innenpolitisches Debakel der ersten Amtszeit: das gescheiterte Aus für Obamas Gesundheitsreform. Die Abschaffung von "Obamacare" war ein Kernversprechen der Republikaner – doch 2017 musste der Gesetzentwurf mangels Rückhalt im Kongress zurückgezogen werden. Senator John McCain versetzte dem Vorhaben im Senat mit seiner Gegenstimme den entscheidenden Stoß.

Auch vor Gericht musste Trump früh Federn lassen. Sein kurz nach Amtsantritt erlassenes Einreiseverbot für Menschen aus überwiegend muslimischen Staaten wurde von Bundesgerichten kassiert. Erst nach mehreren Überarbeitungen hielt eine abgespeckte Version der juristischen Prüfung stand.

Bei den Zwischenwahlen 2018 folgte dann der nächste Dämpfer: Die Demokraten eroberten das Repräsentantenhaus und schränkten Trumps Handlungsspielraum im Kongress erheblich ein.

Zweimal angeklagt, zweimal davongekommen – aber nicht unbeschadet

Historisch einmalig belastend waren die beiden Amtsenthebungsverfahren. Ende 2019 leitete das Repräsentantenhaus das erste Impeachment ein: Im Zentrum stand die Ukraine-Affäre, bei der Trump Machtmissbrauch und die Blockade parlamentarischer Ermittlungen vorgeworfen wurden. Anfang 2020 folgte der Freispruch durch den Senat – doch allein die Anklage machte Trump erst zum dritten Präsidenten in der US-Geschichte, dem dieses Schicksal widerfuhr.

Kaum ein Jahr später wiederholte sich das Prozedere unter noch dramatischeren Umständen. Nach der Erstürmung des Kapitols votierte das Repräsentantenhaus erneut für eine Anklage. Und erneut scheiterte die Verurteilung an der nötigen Zweidrittelmehrheit in der zweiten Kammer. Trump blieb beide Male formal unbestraft – politisch hinterließen die Verfahren jedoch tiefe Spuren.

Der nächste Rückschlag wartet bereits im Persischen Golf

Die Liste der Niederlagen bildet einen auffälligen Kontrast zu Trumps Selbstdarstellung als unbesiegbarer Dealmaker. Ob das Scheitern an Obamacare, die juristischen Schlappen, der Verlust der Kongressmehrheit oder die historische Wahlniederlage gegen Biden – immer wieder prallte der Anspruch auf die Wirklichkeit.

Nun droht der Iran-Konflikt zum nächsten schmerzhaften Eintrag in dieser Chronik zu werden. Trumps Strategie des maximalen Drucks auf Teheran hat bislang keine politische Lösung hervorgebracht. Die Lage rund um die Straße von Hormus birgt wachsende ökonomische Gefahren, und im eigenen Land schwindet der Rückhalt rapide.

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