Ukraine-Krieg aktuell: Funksprüche des Grauens – Putin-Soldaten essen Katzen und trinken eigenen Urin

Es sind Funksprüche, die einem einen eiskalten Schauer über den Rücken jagen und einen seltenen Einblick in den grausamen Alltag russischer Soldaten geben. Prügel, Erniedrigung und Folter sind in der Putin-Armee an der Tagesordnung. Zudem ist die Versorgungslage so schlecht, dass die Kreml-Soldaten Katzen essen und ihren eigenen Urin trinken.

Erstellt von - Uhr

Die abgefangenen Funksprüche offenbaren die grausamen Zustände in der Putin-Armee. (Foto) Suche
Die abgefangenen Funksprüche offenbaren die grausamen Zustände in der Putin-Armee. Bild: picture alliance:dpa:Pool Sputnik Kremlin | Valeriy Sharifulin
  • Abgefangene Funkkommunikation enthüllt Grauen in der Putin-Armee
  • Prügel, Erniedrigung und Folter sind in der Putin-Armee an der Tagesordnung
  • Putin-Soldaten trinken eigenen Urin und essen Katzen

Abgefangene Funksprüche russischer Soldaten gewähren erschütternde Einblicke in den Alltag hinter Putins Frontlinien in der Ukraine. Das von "Welt" exklusiv ausgewertete Material stammt von einer Aufklärungseinheit der ukrainischen Bureviy-Brigade im Osten des Landes und legt ein systematisches Regime aus Einschüchterung, Misshandlung und brutaler Gewalt offen.

Weitere aktuelle Meldungen aus dem Ukraine-Krieg sowie zu Wladimir Putin finden Sie am Ende dieses Artikels.

Abgefangene Funkkommunikation enthüllt Grauen in der Putin-Armee

Kreml-Kommandeure bedrohen ihre eigenen Leute mit Prügel, Verstümmelung und dem Tod, um sie zu Sturmangriffen zu zwingen. Wer sich weigert oder umkehrt, riskiert, von seinen eigenen Kameraden – den sogenannten Sperreinheiten – erschossen zu werden.

Putin-Soldaten trinken eigenen Urin und essen Katzen

Gleichzeitig offenbaren die Mitschnitte die verzweifelte Lage vieler Kämpfer: Ohne Nahrung und Wasser harren die Kreml-Soldaten in provisorischen Stellungen aus. Einige berichten davon, Katzen gegessen und ihren eigenen Urin getrunken zu haben. Die Aufnahmen zeichnen das Bild einer Armee, die ihre Soldaten mit Todesdrohungen in aussichtslose Angriffe treibt und sie dort weitgehend sich selbst überlässt.

Ukraine-Krieg aktuell: Putin-Kommandeure brüllen Todesdrohungen über Funk

Die abgefangenen Mitschnitte dokumentieren aber nicht nur die Verzweiflung der russischen Kämpfer, sondern auch, mit welcher Brutalität russische Offiziere ihre Soldaten zum Angriff treiben:

  • "Wenn ihr kommt, prügle ich euch alle mit dem Stock. Ich schneide euch die Zungen raus. Ihr verdammten Idioten!"
  • "Wenn ihr Mistkerle mir jetzt nicht antwortet, lasse ich einen Panzer auf euch feuern!"
  • "Zur Hölle mit euch! Ich schwöre: Keiner von euch kommt zurück, bevor ihr den Ort gestürmt habt. Kein einziger von euch!"

Ein Soldat der ukrainischen Aufklärungseinheit mit dem Rufnamen "Mario" bestätigt das Muster hinter den Funksprüchen: "In den abgehörten Funksprüchen hören wir immer wieder: Einige Russen haben Angst, Sturmangriffe durchzuführen. Aber es gibt Sperreinheiten. Sie haben den Befehl: Wenn ihre Kameraden umdrehen, werden sie erschossen." Im russischen Militärjargon werden diese Angriffswellen als "Fleischangriffe" bezeichnet.

Gewalt und Folter hat in Russlands Armee eine jahrzehntealte Tradition

Der österreichische Oberst Markus Reisner, ein renommierter Experte für russische Kriegsführung, erläutert die Logik dahinter: Die permanenten Sturmtruppeinsätze zwängen die ukrainischen Verteidiger dazu, ihre Positionen offenzulegen. Anschließend könnten diese gezielt mit Angriffsdrohnen und Gleitbomben zerstört werden. Laut Reisner hat die innermilitärische Gewalt in Russlands Streitkräften eine jahrzehntealte Tradition. Erfahrene Soldaten unterziehen Rekruten systematisch Schikanen, Erniedrigungen und Folter. "Schläge und Erpressung stehen dabei an der Tagesordnung", so Reisner.

Funksprüche des Grauens offenbaren Verzweiflung russischer Soldaten

Die Mitschnitte dokumentieren zudem die katastrophale Versorgungslage der russischen Soldaten sowie deren Angst und Verzweiflung:

  • "Bitte ruft jemanden. Ich flehe euch verdammt noch mal an."
  • "Ich kann nicht mehr laufen. Mir ist schwindelig. Weil es kein Essen und kein Wasser gibt und ich so nervös bin."
  • "Ich habe solchen Durst, so einen Durst, dass wir unseren eigenen Urin getrunken haben."

Ukraine-Krieg aktuell: Videoaufnahmen zeigen Folter und Misshandlung in der Putin-Armee

Die menschlichen Kosten von Wladimir Putins Angriffskrieg sind enorm. Nach Einschätzung führender europäischer Nachrichtendienste verliert der Kreml monatlich rund 30.000 Soldaten in der Ukraine – getötet oder so schwer verwundet, dass sie nicht mehr einsatzfähig sind. Viele Verletzte werden dennoch nach nur wenigen Tagen oder Wochen zurück an die Front beordert, häufig unter Zwang und bevor sie vollständig genesen sind. In sozialen Netzwerken kursieren zahlreiche Aufnahmen, die zeigen, wie Soldaten trotz sichtbarer Verletzungen durch Drohungen und Schläge ihrer Vorgesetzten erneut in die Kampfzone geschickt werden.

Auch diese aktuellen Meldungen zu Wladimir Putin und dem Ukraine-Krieg sind einen Blick wert:

/bua/news.de/stg

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.