Wladimir Putin: Top-Banker stellt Kremlchef öffentlich bloß - und wird aus dem Verkehr gezogen

Diesen Affront konnte Wladimir Putin nicht auf sich sitzenlassen. Nachdem der Chefökonom der staatlichen Entwicklungsbank dem Kremlchef attestiert hatte, er könne den Ukraine-Krieg nicht gewinnen, wurde er aus dem Verkehr gezogen.

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Wladimir Putin (Foto) wurde von einem Berater vor den Folgen des Ukraine-Krieges gewarnt. (Foto) Suche
Wladimir Putin (Foto) wurde von einem Berater vor den Folgen des Ukraine-Krieges gewarnt. Bild: picture alliance/dpa/Sputnik Kremlin Pool via AP | Alexander Kazakov
  • Wladimir Putin bloßgestellt von Experte
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Der Kreml hat einen seiner ranghöchsten Wirtschaftsexperten vor die Tür gesetzt - weil dieser es wagte, Wladimir Putins Kriegskurs öffentlich infrage zu stellen. Andrei Klepach, langjähriger Chefökonom der staatlichen Entwicklungsbank (heute VEB.RF, früher Vnesheconombank), wurde entlassen, nachdem seine brisanten Äußerungen an die Öffentlichkeit gelangt waren. Darüber berichtet aktuell die britische "Daily Mail". Klepachs Rede wurde auf der Webseite des Nikitski-Klubs veröffentlicht - einem Forum, das Ökonomen, Wissenschaftler und Regierungsvertreter zusammenbringt.

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In seiner Rede hatte Klepach unmissverständlich erklärt, Russland werde den Zermürbungskrieg gegen die Ukraine nicht gewinnen können. Zudem warnte er davor, dass Wladimir Putin das Land in eine schwere soziale Krise steuern könnte - vergleichbar mit den historischen Umbrüchen von 1917 und 1991. Dass solche Töne überhaupt in einem derartigen Rahmen fielen, deutet darauf hin, dass die Sorgen über Russlands wirtschaftliche Zukunft in Fachkreisen offenbar weiter reichen als die offizielle Linie vermuten lässt.

Sein Chef, Igor Schuwalow, setzte Klepach daraufhin vor die Tür. Der Auslöser war laut russischen Medienberichten unmissverständlich: ein "Anruf von oben". Klepach galt als erfahrener Insider, der zuvor bereits Schlüsselpositionen in der russischen Regierung und der Zentralbank bekleidet hatte. Er galt auch als Berater von Wladimir Putin.

Wladimir Putin verliert Konkurrenzkampf gegen die Ukraine

Klepachs Kernbotschaft richtete sich direkt gegen eine zentrale Annahme im Kreml: dass die Ukraine irgendwann von selbst kollabieren werde. "Wir haben die Illusion, dass dort alles zusammenbrechen wird. Es ist nicht zusammengebrochen und wird nicht zusammenbrechen", stellte der Ökonom in seiner Rede klar und verwies auf die massive westliche Unterstützung für Kiew.

Noch brisanter fiel seine Bilanz des globalen Wettbewerbs aus. Russland verliere den technologischen und wirtschaftlichen Konkurrenzkampf - und zwar nicht nur gegenüber China und den USA. "In manchen Bereichen verlieren wir ihn sogar gegen die Ukraine", so Klepach.

Wladimir Putin für Ukraine-Krieg kritisiert - Politiker zu 11 Jahren Straflager verurteilt

Die VEB.RF, früher unter dem Namen Vnesheconombank bekannt, ist alles andere als eine gewöhnliche Bank. Als kremlkontrollierter Entwicklungsriese finanziert sie zentrale Großprojekte Wladimir Putins und spielt eine tragende Rolle bei der Stabilisierung der durch den Krieg schwer angeschlagenen russischen Wirtschaft. Dass ausgerechnet der Chefökonom dieser Institution den Kriegskurs öffentlich demontierte, dürfte im Kreml als besonders schwerwiegender Affront gewertet worden sein.

Klepachs Entlassung steht dabei nicht isoliert. Am selben Tag, an dem sein Rauswurf bekannt wurde, verurteilte ein russisches Gericht Lew Schlossberg,ein hochrangiges Mitglied der liberalen Jabloko-Partei, zu elf Jahren und einem Monat Straflager - wegen öffentlicher Verurteilung des Krieges gegen die Ukraine. Wer in Russland den Krieg kritisiert, riskiert damit nicht nur seine Karriere, sondern auch seine Freiheit.

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