Friedrich Merz: Ist für Merz bald Schluss? Experten zeichnen düstere Kanzler-Zukunft
Drei Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt gerät Friedrich Merz massiv unter Druck: Die AfD zieht davon, in der CDU wächst der Frust – und selbst einstige Unterstützer zweifeln inzwischen an der Zukunft des Kanzlers.
Erstellt von Sarah Baumann-Rüster - Uhr
Suche
- Merz-Krise spitzt sich zu
- AfD in Sachsen-Anhalt bei mehr als 40 Prozent – CDU weit abgeschlagen
- Einstige Merz-Unterstützer rechnen öffentlich mit dem Kanzler ab
- Experten bezweifeln, dass Merz den politischen Herbst unbeschadet übersteht
Drei Wochen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt befindet sich Kanzler Friedrich Merz in einer der schwersten Krisen seiner noch jungen Amtszeit. Die AfD erreicht im Osten Deutschlands mittlerweile flächendeckend Umfragewerte von knapp 40 Prozent – während die Union kontinuierlich an Zustimmung verliert.
Friedrich Merz droht Herbst-"Katastrophe": AfD-Hoch bringt Kanzler in Bedrängnis
In der ntv-Sendung "Blome & Pfeffer" sprach Autorin Jana Hensel von einer bevorstehenden "Katastrophe" in Sachsen-Anhalt, unabhängig davon, ob die extreme Rechte am Ende allein regieren könne oder nicht. Allein die Stärke der AfD sei bereits ein Desaster.
Gleichzeitig bröckelt der Rückhalt in den eigenen Reihen. Frühere Weggefährten wenden sich öffentlich vom Kanzler ab, und selbst wohlmeinende Beobachter bezweifeln inzwischen, ob Merz den politischen Herbst überstehen wird.
Ist für Merz bald Schluss? Selbst einstige Unterstützer wenden sich ab
Besonders schmerzhaft für Merz dürfte die offene Abrechnung aus den eigenen Reihen sein. Wolfgang Reinhart, einst Fraktionschef der CDU im baden-württembergischen Landtag, gehörte über Jahre zu den treuesten Unterstützern des heutigen Kanzlers. Nun rechnet er öffentlich mit ihm ab.
Er sei "gnadenlos enttäuscht" vom Bundeskanzler, sagte Reinhart der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Bei allen drei Anläufen auf den Parteivorsitz habe er Merz den Rücken gestärkt: "Wir haben für Merz als Parteivorsitzenden dreimal wie die Löwen gekämpft." Doch der Kanzler habe seine Zusagen gebrochen – "weder bei der Performance noch programmatisch und auch nicht mit seiner Persönlichkeit".
Laut "Welt" reicht die Frustration in der baden-württembergischen CDU inzwischen bis tief in die Kreise langjähriger Anhänger. Andere Parteigrößen im Südwesten stellten sich allerdings weiterhin vor Merz.
Experten zeichnen düstere Merz-Zukunft: "Vielleicht sollte er gar nicht aus dem Urlaub zurückkommen"
Dass Merz politisch schwer angeschlagen ist, daran lässt auch Autorin Jana Hensel in der ntv-Sendung "Blome & Pfeffer" keinen Zweifel. Dem Kanzler sei schlicht "zu wenig gelungen", bilanzierte sie. Besonders in der Außenpolitik sowie bei den drängenden Themen Rente und Pflege stünden ihm noch gewaltige Herausforderungen bevor. Ihr düsteres Fazit: "Vielleicht müsste man dem Kanzler wünschen, er käme gar nicht aus dem Urlaub zurück, weil ich mir schwerlich vorstellen kann, in welchem Szenario er den Herbst überleben wird."
Migrationsexperte Gerald Knaus teilte die Krisendiagnose, warnte jedoch davor, die Wahl bereits verloren zu geben. Dennoch sehe auch er die Bundesregierung in einer prekären Situation: "Der Kanzler, die Regierung steht mit dem Rücken zur Wand." Gerade angesichts möglicher internationaler Krisen brauche das Land jetzt einen handlungsfähigen Regierungschef.
AfD-Verbot vor der Wahl? Streit um Vorschlag
Knaus brachte in der Sendung einen konkreten Vorschlag ins Spiel: Noch vor dem Urnengang solle die Verfassungsmäßigkeit der AfD gerichtlich überprüft werden. "Das könnte der Bundesrat jederzeit machen", argumentierte er. Die bisherige Brandmauer-Strategie der CDU sei "nicht kohärent". Moderator Nikolaus Blome hielt dagegen: Wer die AfD in Sachsen-Anhalt über die 50-Prozent-Marke treiben wolle, für den sei genau das der richtige Weg.
Für Merz beginnt jetzt der "heikle Parcours"
Bereits der Weg vom Urlaubsende bis zum Wahltag werde für Merz ein "sehr heikler Parcours", so Hensel. Neben der Landtagswahl warten mit den Debatten über Rente und Pflege weitere innenpolitische Großbaustellen. Ob Merz nach dem Sommer noch die Kurve bekommt, daran zweifeln derzeit selbst Wohlgesinnte.
Auch diese Politik-News sind einen Blick wert:
- Von Angela Merkel verdrängt - darum zog sich Merz einst aus der Politik zurück
- Merz unter Dauerbeschuss – jetzt platzt dem CDU-Minister der Kragen
- "Was für eine Knalltüte!" CSU-Ministerin blamiert sich mit Netz-Clip
- Der Preis der Politik – Baerbock spricht über die Belastung für ihre Familie
- Kanzler unter Druck - vier Krisen stellen seine Kanzlerschaft auf die Probe
sba/fka/news.de/stg
Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.