Wladimir Putin: Raketen, Drohnen, Spezialkräfte - so will die Nato Putins Angriff stoppen
Drohnen statt Soldaten an der Grenze, Spezialkräfte tief in Russland und Kaliningrad als erstes Ziel: Die Nato hat einen konkreten Schlachtplan für den Fall eines Putin-Angriffs auf das Baltikum entwickelt - der Kreml soll jedes Detail davon kennen.
Erstellt von Tobias Rüster - Uhr
Suche
- Wenn Wladimir Putin angreift: Luftabwehr- und Raketensystemen als Ziel
- Drohnen-Schutzwall soll Putin-Angriff zurückschlagen
- Wladimir Putin eskaliert - Spezialkräfte sollen Kreml-Nachschub lahmlegen
- Nato will Putin-Soldaten zurückdrängen - keine Eroberung Russlands
Das westliche Verteidigungsbündnis Nato hat ein detailliertes Konzept für den Fall eines russischen Angriffs auf die baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen ausgearbeitet. Zuletzt hatte Wladimir Putin mit möglichen Angriffen auf westliche Handelsschiffe gedroht. Wie "Bild" berichtet, umfasst das sogenannte "Nato Land Warfighting Concept" drei zentrale Gegenstrategien, mit denen die Allianz einen Putin-Einmarsch abwehren und Russlands militärische Schlagkraft erheblich reduzieren will. Maßgeblich verantwortlich für die Entwicklung des Konzepts ist US-Major Andrew Pingrey.
Weitere Artikel über Wladimir Putin finden Sie unter diesem Text.
Wenn Wladimir Putin angreift: Luftabwehr- und Raketensysteme als Ziel
Im Falle eines russischen Angriffs mit Raketen, Drohnen und Panzerverbänden auf das Baltikum - vergleichbar mit dem Vorgehen in der Ukraine - sieht die erste Strategie vor, den feindlichen Raketenbeschuss schnellstmöglich zu unterbinden. Dafür plant die Nato den kombinierten Einsatz von Kampfflugzeugen, eigenen Raketen und Drohnen, um die russischen Raketensysteme gezielt auszuschalten.
Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der russischen Exklave Kaliningrad. Der Grund: In dem Gebiet an der Ostsee hat Russland eine hohe Konzentration an Luftabwehr- und Raketensystemen stationiert. Die Zerstörung dieser Stellungen gilt als entscheidende Voraussetzung, um die militärische Handlungsfähigkeit der Nato im Luftraum über dem Baltikum herzustellen.
Drohnen-Schutzwall soll Putin-Angriff zurückschlagen
Parallel zur Bekämpfung der Raketensysteme sieht die zweite Strategie einen neuartigen Verteidigungsansatz an den Landgrenzen vor. Entlang der Grenzgebiete zu Russland und Belarus will das Bündnis sogenannte autonome Zonen errichten, die als eine Art Schutzwall fungieren sollen.
Das Besondere an diesem Konzept: In diesen Gebieten werden keinerlei Nato-Soldaten eingesetzt. Stattdessen übernehmen ausschließlich Drohnen und unbemannte Militärfahrzeuge die Verteidigung. Sollten russische Streitkräfte trotz der ersten Gegenmaßnahmen weiter auf Nato-Territorium vorrücken, sollen diese autonomen Systeme die eindringenden Truppen aufhalten und zurückschlagen. Die Grenzzone dient damit als technologische Barriere, die menschliche Verluste auf Seiten der Allianz in der ersten Verteidigungslinie vermeiden soll.
Wladimir Putin eskaliert - Spezialkräfte sollen Kreml-Nachschub lahmlegen
Die dritte Strategie geht noch deutlich weiter: Das Bündnis plant Operationen tief im russischen Hinterland. Eliteeinheiten sollen dort gezielt militärische und logistische Infrastruktur zerstören - darunter Flugplätze, Rüstungsfabriken, Brücken und Eisenbahnverbindungen, über die Moskau Truppen und Kriegsmaterial an die Front transportiert. Darüber hinaus sieht das Konzept eine Art Luftbrücke vor: Per Flugzeug sollen Drohnen und Roboter auf russisches Gebiet gebracht werden, um dort unter anderem Militärbasen und Flughäfen zu zerstören.
Ein bemerkenswertes Detail der Planungen: Die Nato will bei diesen Einsätzen auch mit oppositionellen Russen kooperieren, die sich gegen das Putin-Regime stellen. Das übergeordnete Ziel besteht darin, den russischen Nachschub so massiv zu stören, dass weitere Angriffswellen im Keim erstickt werden.
Nato will Putin-Soldaten zurückdrängen - keine Eroberung Russlands
Die Allianz stellt in ihrem Konzept ausdrücklich klar, dass eine Eroberung Russlands nicht beabsichtigt ist. Vielmehr gehe es darum, angreifende Streitkräfte bis an die russische Landesgrenze zurückzudrängen und weiteres Vorrücken zu verhindern.
Besonders auffällig ist der bewusste Umgang mit der Geheimhaltung - oder vielmehr deren Verzicht. Die Nato-Militärstrategen wollen ausdrücklich, dass diese Verteidigungspläne öffentlich bekannt werden. Dahinter steckt ein klares Kalkül: Wirksame Abschreckung setzt voraus, dass der potenzielle Angreifer genau weiß, mit welchen Konsequenzen er bei einem Überfall auf Nato-Gebiet rechnen muss. Putin und seine Militärführung sollen also im Detail erfahren, welche Gegenmaßnahmen das Bündnis im Ernstfall ergreifen würde - und sich dadurch von einem Angriff auf die baltischen Staaten abschrecken lassen.
Lesen Sie außerdem noch diese Artikel:
- Kreml-Verluste explodieren - Putin verliert alle 57 Sekunden einen Soldaten
- Kreml-Blogger spotten - Kadyrow führt Putin im Ukraine-Krieg vor
- Kremlchef mit einem Mal verwundbar - Schutzschild von Palast ausgeschaltet
- Mutmaßlicher Kreml-Mörder ausgeschaltet - er sollte einen Star-Rapper töten
- Berater warnt Kremlchef vor Revolution - Russland kann Krieg nicht gewinnen
rut/news.de/stg
Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.