Wladimir Putin: Kremlchef verwundbar wie nie - Schutzschild von Putin-Palast ausgeschaltet

Polizisten alle 50 Meter, eine abgeschaltete Preisanzeige an der Tankstelle und ein Schutzschild für seinen Luxus-Palast, das plötzlich nicht mehr existiert - Wladimir Putins Woche offenbart, wie verwundbar der Kremlchef trotz aller Machtinszenierung geworden ist.

Von news.de-Redakteur - Uhr

Wladimir Putin sorgte auch in dieser Woche wieder für reichlich Schlagzeilen. (Foto) Suche
Wladimir Putin sorgte auch in dieser Woche wieder für reichlich Schlagzeilen. Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin/AP | Gavriil Grigorov

Kremlchef Wladimir Putin hat auch in dieser Woche wieder für reichlich Schlagzeilen gesorgt - von beunruhigend bis bizarr. Während der russische Präsident bei einem Besuch in Sibirien eine ganze Großstadt abriegeln ließ, wurde kurz vor der Parlamentswahl im September eine liberale Oppositionspartei auf juristischem Weg kaltgestellt.

Gleichzeitig provozierte Putin mit einem Erstbesuch auf den umstrittenen Kurilen-Inseln die japanische Regierung und schürte mit einem Auftritt auf einem Kriegsschiff neue Ängste vor einer Eskalation. Serbiens Staatschef Vučić warnte derweil eindringlich vor einem noch größeren Krieg in Europa. Abseits der geopolitischen Bühne sorgten Fotos von Putins auffällig hohen Absätzen für Aufsehen - und am Schwarzen Meer geriet sein berüchtigter Luxus-Palast ins Visier ukrainischer Drohnen.

Die Links zu den jeweiligen Artikeln finden Sie am Ende dieses Textes.

Wladimir Putin: Millionenstadt wird zur Festung – "Paranoia" bei Sibirien-Besuch

Bei seinem Besuch in der sibirischen Millionenstadt Nowosibirsk ließ Putin die gesamte Stadt in einen strikten Lockdown versetzen. Auf seiner Fahrtroute standen Polizisten im Abstand von gerade einmal 50 Metern, wie der "Daily Star" berichtet - das Boulevardblatt betitelte die Sicherheitsmaßnahmen schlicht als "Paranoia". Hintergrund ist eine offenbar permanente Bedrohung durch mögliche Attentate.

Dennoch inszenierte der Kremlchef einen vermeintlich spontanen Halt, stieg aus seiner Kolonne und posierte mit Kindern am Straßenrand für Selfies - stets dicht umringt von Leibwächtern. Ein pikantes Detail: Eine nahegelegene Tankstelle hatte ihre Preisanzeigen abgeschaltet, um die seit Kriegsbeginn massiv gestiegenen Spritkosten zu verbergen.

Wladimir Putin: Friedenspartei von Septemberwahl verbannt

In einem beispiellosen Vorgang hat Russlands Oberstes Gericht die liberale Partei Jabloko von der Parlamentswahl im September ausgeschlossen. Grundlage war eine Klage der kremltreuen Partei Rodina, die unter anderem angebliche Auslandsspenden von umgerechnet 178 Euro und Urheberrechtsverstöße bei Friedenstauben-Motiven monierte.

Jabloko-Chef Nikolai Rybakow sprach von einem "historischen Prozess" - nie zuvor sei eine bereits zugelassene Partei nachträglich ausgeschlossen worden. Beobachter halten es für möglich, dass die wachsende Popularität der kriegskritischen Partei den Kreml zum Handeln veranlasste.

Wladimir Putin: Erstbesuch auf Kurilen erzürnt Tokio

Mit seinem ersten Besuch auf den umstrittenen Kurilen-Inseln löste Putin scharfe Proteste aus Japan aus. Auf Iturup besichtigte er zivile Einrichtungen, ehe er auf einem Kriegsschiff in Marineuniform eine Schießübung verfolgte und die Nato für wachsende Spannungen in der Region verantwortlich machte. Japans Außenminister Motegi bekräftigte, die Inseln seien "sowohl historisch als auch völkerrechtlich japanisches Hoheitsgebiet".

Wladimir Putin: Serbiens Präsident warnt vor "viel, viel größerem Krieg"

Nach einem historischen Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj in Belgrad schlug Serbiens Staatschef Aleksandar Vučić alarmierende Töne an. "Ich glaube, dass wir am Anfang eines größeren Krieges stehen", erklärte er im Podcast "MD MEETS". Niemand arbeite derzeit ernsthaft auf Frieden hin - stattdessen wolle jede Seite nur die Niederlage des Gegners. Zugleich mahnte Vučić, Russland als Atommacht könne nicht einfach besiegt werden. Es brauche einen Kompromiss.

Wladimir Putin: Kremlchef trägt hohe Absätze gegen den Spott

Aktuelle Fotos zeigten Wladimir Putin in dieser Woche mit auffällig hohen Absätzen, wie der "Daily Star" berichtete. Britische Politiker hatten Putin jahrelang wegen seiner Körpergröße verspottet. Der konservative Abgeordnete Julian Lewis attestierte ihm im Unterhaus ein "Kleiner-Mann-Syndrom" und einen "Napoleon-Komplex". Auch Ex-Schatzkanzler Gordon Brown stichelte wiederholt gegen Putins Statur. War das jetzt der Putin-Konter?

Wladimir Putin: Luxus-Palast am Schwarzen Meer verliert seinen Schutzschild

Ukrainische Streitkräfte haben innerhalb von nur zwei Tagen die zentralen Verteidigungssysteme nahe Putins berüchtigtem Palastkomplex bei Gelendschik zerstört. Zunächst traf es das elektronische Kampfführungssystem "Wolna Kupol Garant", zwei Tage später wurde ein nur 500 Meter entferntes S-400-Flugabwehrsystem ausgeschaltet, wie die "Moscow Times" berichtet.

Militäranalyst Jan Matwejew bezeichnete das Vorgehen als taktisch durchdacht - nach Beseitigung des Drohnenstörsystems sei der Weg zum Raketenkomplex frei gewesen. Das 17.700 Quadratmeter große Anwesen, das durch Recherchen des verstorbenen Oppositionellen Alexej Nawalny weltbekannt wurde, stehe nun "ohne Schutz da". Ob die Luftverteidigung tatsächlich vollständig ausgeschaltet ist, lässt sich allerdings nicht unabhängig verifizieren.

Lesen Sie die passenden Artikel hier noch einmal:

/news.de

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.