Donald Trump: "Sein großer Traum" – CNN-Moderatorin enthüllt Trump-Obsession

Donald Trump lässt im Streit um das Kennedy Center einfach nicht locker. Nachdem ein Richter seinen Namen von der Fassade verbannen wollte, soll nun eine neue Inschrift dem "großen Traum" des US-Präsidenten näher kommen.

Erstellt von - Uhr

Donald Trump träumt offenbar davon, dass an jedem Gebäude sein Name steht. (Foto) Suche
Donald Trump träumt offenbar davon, dass an jedem Gebäude sein Name steht. Bild: picture alliance/dpa/AP | Mark Schiefelbein
  • Trump-treues Kuratorium beschließt neue Inschrift mit dem Namen des US-Präsidenten
  • Damit wird das Gerichtsurteil gegen die ursprüngliche Umbenennung erneut auf die Probe gestellt
  • Das Kennedy Center soll zudem für zwei Jahre geschlossen und umfassend renoviert werden

Der Machtkampf um das Kennedy Center in Washington erreicht eine neue Eskalationsstufe. Am Donnerstag (13.08.2026) stimmte das Kuratorium der berühmten Kulturinstitution dafür, den Namen von Donald Trump erneut an der Fassade des Gebäudes zu verewigen – obwohl ein Bundesrichter genau das zuvor untersagt hatte. Der US-Präsident selbst führt den Vorsitz des Gremiums.

Der Clou dabei: Statt einer offiziellen Umbenennung soll der Schriftzug diesmal als Inschrift im Zusammenhang mit geplanten Renovierungsarbeiten angebracht werden. Ob dieser Schachzug einer gerichtlichen Überprüfung standhält, bleibt völlig offen. Mehreren US-Medien zufolge muss ein Gericht den Beschluss erst genehmigen. Gleichzeitig votierte das Trump-treue Gremium für eine zweijährige Schließung des Hauptgebäudes – ein Schritt, den derselbe Richter bereits zuvor vorläufig blockiert hatte, weil eine ordnungsgemäße Prüfung fehlte.

Weitere Meldungen aus dem Politik-Ressort finden Sie am Ende dieses Artikels.

Renovierungs-Inschrift statt Umbenennung: So will Donald Trump die Justiz austricksen

Konkret sieht der Plan des Kuratoriums vor, Trumps Namen nicht mehr als Teil des offiziellen Namens der Institution zu verwenden. Stattdessen soll laut "New York Times" und dem Sender NPR die Formulierung "Restauriert und renoviert von Präsident Donald J. Trump" als Inschrift an der Fassade des Gebäudes am Potomac-Fluss angebracht werden. Ein Zeitpunkt für die Montage wurde bislang nicht genannt.

Schaulustige warten darauf, dass der Name des US-Präsidenten Trump von der Fassade des John F. Kennedy Center for the Performing Arts entfernt wird. (Foto) Suche
Schaulustige warten darauf, dass der Name des US-Präsidenten Trump von der Fassade des John F. Kennedy Center for the Performing Arts entfernt wird. Bild: Bryan Dozier/ZUMA Press Wire/dpa/dpa
Arbeiter errichten vor dem Schild des John F. Kennedy Center for the Performing Arts ein Gerüst. (Foto) Suche
Arbeiter errichten vor dem Schild des John F. Kennedy Center for the Performing Arts ein Gerüst. Bild: Rahmat Gul/AP/dpa/dpa

Parallel dazu beschloss das Gremium die Schließung des Hauptgebäudes für umfangreiche Bauarbeiten über einen Zeitraum von zwei Jahren. Lediglich das REACH, ein neuerer Gebäudeteil des Komplexes, soll für ein eingeschränktes Veranstaltungsprogramm geöffnet bleiben. Trump hatte die Renovierung mit "jahrelanger Vernachlässigung, Verfall und mangelhafter Instandhaltung" begründet. Bereits im Juli hatte er eine Schließung angestrebt, die der zuständige Richter Christopher Cooper jedoch vorläufig stoppte – weil eine ergebnisoffene Prüfung der Entscheidung gefehlt habe.

"Sein Traum war es, seinen Namen an jedem Gebäude der Welt zu sehen"

Wie tief Trumps Drang zur Selbstverewigung reicht, offenbarte CNN-Moderatorin Pamela Brown am Donnerstag in der Sendung "The Arena" mit einer persönlichen Anekdote. Als ein ehemaliger Trump-Mitarbeiter behauptete, dem US-Präsidenten sei die Namensfrage eigentlich gar nicht so wichtig, unterbrach Brown: "Ich weiß, dass es ihm wichtig ist. Er hat meiner Mutter in seinen Zwanzigern erzählt, dass sein Traum war, seinen Namen an jedem Gebäude der Welt zu sehen." Der ehemalige republikanische Abgeordnete Adam Kinzinger reagierte mit beißender Kritik. Der mächtigste Mensch der Welt, so Kinzinger sinngemäß, sei inmitten eines scheiternden Krieges im Iran davon besessen, seinen Namen am Kennedy Center zu lesen. Als der Schriftzug entfernt wurde, habe man einen Vorhang davor hängen müssen, um Trumps Ego zu schonen. Eine Partei, die sich als Bewegung starker Männer inszeniere, folge einem US-Präsidenten, dem nichts wichtiger sei als "sein kleiner Name" an einem Gebäude.

Künstler fliehen, MAGA-Getreue übernehmen Kennedy-Center

Die Vorgeschichte des Konflikts reicht bis Anfang 2025 zurück. Kurz nach seinem Amtsantritt brachte Trump das Kennedy Center unter seine Kontrolle, entließ Kuratoriumsmitglieder und kündigte einen Kampf gegen vermeintlich "anti-amerikanische Propaganda" an. Im Dezember 2025 folgte die Umbenennung in "Trump Kennedy Center" – was massive Proteste auslöste. Künstler sagten Auftritte ab, die Washington National Opera verließ das Haus komplett.

Im Mai ordnete Richter Cooper die Entfernung des Trump-Schriftzugs an, da nur der Kongress den 1964 vergebenen Namen ändern dürfe. Das Kuratorium legte Berufung ein, über die noch nicht entschieden ist. Sänger Ben Folds erklärte vor dem Kongress, er habe nicht mehr garantieren können, "dass Künstler, die ich ans Kennedy Center holte, vor Vergeltung sicher wären".

Das heutige Gremium liest sich wie ein MAGA-Who's-who: Fox-News-Moderatorinnen Laura Ingraham und Maria Bartiromo, Stabschefin Susie Wiles sowie Sondergesandter Paolo Zampolli, der laut "Daily Beast" Valentino-Modenschauen, eine Luxus-Marina und sogar die Entsendung amerikanischer Kunst ins Weltall plant.

Goldene Statuen und ein "Arc de Trump"

Ob der Renovierungs-Trick des Kuratoriums einer juristischen Prüfung standhält, muss sich erst zeigen. Richter Cooper wird den Beschluss unter die Lupe nehmen – und die Berufung gegen sein ursprüngliches Urteil steht ebenfalls noch aus. Aus dem Umfeld des Weißen Hauses war laut CNN-Berichten seit Monaten zu hören, dass verschiedene Wege geprüft würden, um Trumps Namen doch noch an dem Gebäude zu platzieren.

Der Kampf um das Kennedy Center ist dabei nur ein Schauplatz von Trumps umfassender Obsession, die Hauptstadt nach seinem Bild umzugestalten. Laut "Raw Story" strebt der US-Präsident auch danach, mehrere Statuen in Washington zu vergolden und einen "Arc de Trump" nach dem Vorbild des Pariser Arc de Triomphe errichten zu lassen. In Besprechungen zu völlig anderen Themen bringe er regelmäßig seine Bauprojekte zur Sprache und zeige Anwesenden sogar Anschauungsmaterial.

Weitere Meldungen rund um die Trump-Regierung finden Sie hier:

/sba/news.de/dpa/stg

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.