Friedrich Merz: Von Merkel verdrängt – darum verschwand Merz jahrelang aus der Politik
Friedrich Merz wollte immer ganz nach oben – doch auf dem Weg ins Kanzleramt lag eine jahrelange politische Durststrecke. Nach einem erbitterten Machtkampf mit Angela Merkel zog sich der CDU-Politiker zurück und wechselte in die Wirtschaft. Erst viele Jahre später kehrte er zurück – mit einem Ziel: die verlorene Macht zurückzuholen.
Von news.de-Redakteurin Sarah Baumann-Rüster - Uhr
Suche
- Friedrich Merz verlor Anfang der 2000er den Machtkampf gegen Angela Merkel und zog sich aus der Politik zurück
- Nach Jahren in der Wirtschaft startete er 2018 sein politisches Comeback – zunächst mit Rückschlägen
- Mit seinem CDU-Vorsitz setzte Merz schließlich auf einen konservativeren Kurs und den Anspruch der Union auf die Regierungsmacht
Friedrich Merz: Warum verschwand er jahrelang aus der Politik?
Es war ein politischer Absturz, der lange nachwirkte: Friedrich Merz galt einst als eines der größten Talente der CDU. Doch plötzlich war der heutige Kanzler verschwunden. Kein Bundestagsmandat, keine Spitzenposition, kein Kampf um die Macht in Berlin. Stattdessen wechselte Merz in die Wirtschaft – und überließ das politische Feld seiner Rivalin Angela Merkel.
Weitere Nachrichten zu Deutschlands Politikern finden Sie am Ende des Artikels.
Machtkampf mit Merkel: Der Wendepunkt in Merz' Karriere
Der Aufstieg von Friedrich Merz, dessen Kanzlerschaft derzeit auf eine harte Probe gestellt wird, verlief zunächst rasant. Anfang der 2000er-Jahre wurde er Fraktionsvorsitzender der CDU/CSU im Bundestag und profilierte sich als scharfer Gegenspieler der rot-grünen Bundesregierung. Doch innerhalb der Union begann gleichzeitig ein Machtkampf um die Zukunft der Partei.
Dabei setzte sich Angela Merkel durch. Sie übernahm den CDU-Vorsitz und später auch die Kanzlerschaft. Für Merz bedeutete das einen tiefen Einschnitt: Seine politische Karriere geriet ins Stocken. 2009 zog er sich schließlich vollständig aus dem Bundestag zurück.
Vom Bundestag in die Wirtschaft
Nach seinem Rückzug baute sich Merz eine neue Karriere außerhalb der Politik auf. Er arbeitete unter anderem als Anwalt und Manager in der Wirtschaft. Doch die Politik ließ ihn nie ganz los. Immer wieder meldete er sich zu gesellschaftlichen und wirtschaftspolitischen Themen zu Wort.
Sein Verhältnis zur CDU unter Merkel blieb laut "Deutsche Welle" dabei kompliziert. Während Merkel die Partei in die politische Mitte führte, stand Merz für einen konservativeren Kurs. Die Unterschiede zwischen beiden Lagern prägten jahrelang die Debatte über die Zukunft der Union.
Friedrich Merz und die CDU: Der lange Weg zurück an die Spitze
2018 wagte Merz die Rückkehr auf die große politische Bühne. Doch auch dieser Versuch verlief zunächst nicht nach Plan, wie etwa der "Stern" erklärt: Beim Kampf um den CDU-Vorsitz unterlag er knapp Annegret Kramp-Karrenbauer. Erst mehrere Jahre später gelang ihm der Durchbruch.
2021 wurde Merz schließlich CDU-Vorsitzender und übernahm später auch den Fraktionsvorsitz der Union im Bundestag. Sein Ziel war klar: Die CDU sollte wieder stärker als konservative Volkspartei auftreten und ihren Anspruch auf die Regierungsführung zurückgewinnen.
Erst Rückzug, dann Comeback: Wie Merz vom Außenseiter zum Kanzlerkandidaten wurde
Die Geschichte von Friedrich Merz ist damit auch eine Geschichte über politische Geduld und persönliche Niederlagen. Der Mann, der einst aus der ersten Reihe verdrängt wurde, kämpfte sich zurück – fast zwei Jahrzehnte nach seinem Machtverlust.
Sein Weg zeigt: In der Politik sind Niederlagen nicht immer das Ende. Manchmal beginnt danach erst der lange Kampf um die Rückkehr an die Spitze.
Auch diese Politik-News sind einen Blick wert:
- Machtwort von Söder – so steht er wirklich zu Kanzler Friedrich Merz
- Merz vor dem Aus? CDU soll bereits über Merz-Nachfolger sprechen
- Baerbocks schmerzhafte Bilanz - was der Politik-Kampf ihrer Familie abverlangte
- "Selbst ablesen fällt ihr schwer" - neuer Baerbock-Clip sorgt für heftige Reaktionen
- "Wie immer peinlich" - Baerbocks Thomas-Müller-Post läuft aus dem Ruder
sba/bua/news.de/cpt
Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.