Wladimir Putin: Kremlchef öffentlich brüskiert - Telegram-Gründer zeigt ihm wortwörtlich den Stinkefinger

Dieses Foto stellt eine Demütigung für Wladimir Putin dar. Nachdem Russland Telegram-Gründer Pawel Durow international zur Fahndung ausgeschrieben hat, zeigte dieser dem Kremlchef völlig unbeeindruckt den Stinkefinger - und das nicht im übertragenen, sondern im wörtlichen Sinn.

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Der Telegram-Gründer zeigte Putin den Mittelfinger. (Foto) Suche
Der Telegram-Gründer zeigte Putin den Mittelfinger. Bild: picture alliance:dpa:Pool Sputnik Kremlin via AP | Gavriil Grigorov
  • Wladimir Putin brüskiert von Pawel Durow
  • Russland schreibt Telegram-Gründer international zur Fahndung aus
  • Durow reagiert unbeeindruckt und zeigt Putin den Stinkefinger

Der Kreml greift zu drastischen Mitteln im Kampf gegen den Messenger-Dienst Telegram: Wie unter anderem "Bild" berichtet, hat Russland Telegram-Gründer Pawel Durow international zur Fahndung ausschreiben lassen. Moskau wirft ihm vor, Terrorismus zu unterstützen. Bei einer Festnahme auf russischem Boden würde dem Tech-Milliardär eine lebenslange Freiheitsstrafe drohen.

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Wladimir Putin brüskiert von Pawel Durow

Durow, der seine Heimat bereits vor Jahren verlassen hat, zeigte sich von der Eskalation allerdings wenig beeindruckt. Seine Antwort fiel so knapp wie unmissverständlich aus: Auf X postete er ein Foto, das ihn mit ausgestrecktem Mittelfinger zeigt. Eine klare Ansage an Wladimir Putin und seine Regierung. Hinter der Fahndungsausschreibung stehen Vorwürfe des russischen Inlandsgeheimdienstes FSB, wonach Durow auf seiner Plattform Kanäle und Chatbots dulde, die ukrainische Geheimdienste sowie als terroristisch eingestufte Organisationen für ihre Zwecke nutzen würden.

Russland wirft Telegram-Gründer Durow vor, Terrorismus zu unterstützen

Konkret wirft der FSB Durow vor, weder Kanäle noch Chats oder automatisierte Bots entfernt zu haben, die angeblich Sabotage- und Terroranschläge ermöglichten. Als aktuelles Beispiel nannte der Geheimdienst einen populären Chatbot zur Partnersuche für junge Leute. Über diesen Bot hätten ukrainische Dienste 46 junge Russen zwischen 12 und 22 Jahren zu Straftaten verleitet, die vom FSB als Terroranschlag eingestuft wurden, hieß es.

Telegram-Gründer weist jegliche Anschuldigungen zurück

Pawel Durow weist sämtliche Anschuldigungen entschieden zurück. Schon im Februar hatte er erklärt, Russland führe ein Verfahren wegen angeblicher Beihilfe zum Terrorismus gegen ihn. Der wahre Zweck dahinter sei ein anderer: Der Staat wolle lediglich Vorwände schaffen, um Telegram unter seine Kontrolle zu bringen und die Privatsphäre der Nutzer auszuhöhlen.

Wladimir Putin will Kontrolle über Messenger-Apps

Die Fahndung nach Telegram-Gründer Durow fügt sich in ein größeres Muster ein. Seit Beginn des Angriffskriegs gegen die Ukraine hat Moskau die digitale Kontrolle systematisch ausgebaut. Facebook, Instagram und X sind in Russland mittlerweile verboten, YouTube wird gezielt gedrosselt und verschlüsselte Dienste wie Signal wurden komplett blockiert. Auch Telegram gerät seit Jahren zunehmend unter Druck. Gleichzeitig treibt der Kreml eine hauseigene Alternative voran: den staatlich geförderten Messenger "Max". Dessen Vorzüge für die Nutzer halten sich allerdings in Grenzen. Das Unternehmen räumt offen ein, Nutzerdaten auf behördliche Anfrage weiterzuleiten. Wer also von Telegram zu "Max" wechselt, tauscht Privatsphäre gegen staatliche Überwachung.

Telegram-Gründer lebt in Dubai - außerhalb der Reichweite russischer Strafverfolgungsbehörden

Wie prekär ist die internationale Fahndung für Durow? Der gebürtige Russe hat seinen Lebensmittelpunkt vor Jahren nach Dubai verlegt und befindet sich damit weit außerhalb der Reichweite russischer Strafverfolgungsbehörden. Neben seinem russischen Pass verfügt er über die Staatsbürgerschaft Frankreichs sowie der Vereinigten Arabischen Emirate. Diese dreifache Absicherung macht einen Zugriff für Moskau praktisch unmöglich: Die VAE unterhalten keine Auslieferungsabkommen mit Russland, und auch Frankreich dürfte kaum geneigt sein, einen eigenen Staatsbürger an den Kreml zu überstellen.

Pawel Durow scheint sich aufgrund der Fahndung keine Sorgen zu machen. (Foto) Suche
Pawel Durow scheint sich aufgrund der Fahndung keine Sorgen zu machen. Bild: picture alliance / dpa | Dan Taylor

Die internationale Fahndungsausschreibung hat daher laut "Bild" vor allem symbolischen Charakter. Sie diene als Signal an Durow und andere Tech-Unternehmer, dass sich der Kreml nicht scheut, maximalen juristischen Druck aufzubauen, wenn digitale Plattformen den Kontrollwünschen Moskaus nicht nachkommen.

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/ife/news.de/dpa/stg

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