Wladimir Putin: Kremlchef hat im Ukraine-Krieg nur drei mögliche Optionen

Wladimir Putins Spielraum im Ukraine-Krieg schrumpft. Da die Ukraine ihre Angriffsstrategie gegen Russland grundlegend verändert hat, bleiben dem Kremlchef nur noch drei mögliche Optionen – und keine davon dürfte Putin tatsächlich gefallen.

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Wladimir Putin hat im Ukraine-Krieg nur noch drei Optionen. (Foto) Suche
Wladimir Putin hat im Ukraine-Krieg nur noch drei Optionen. Bild: picture alliance:dpa:Pool Sputnik Kremlin | Valeriy Sharifulin
  • Wladimir Putin hat drei Optionen im Ukraine-Krieg aktuell
  • Russland geschwächt durch neue Angriffsstrategie der Ukrainer
  • Experten erklären Putins Optionen: Eskalation, Einlenken oder Kontrollverlust

Kiew hat seine Angriffsstrategie im Ukraine-Krieg grundlegend verändert und die Folgen für Russland sind dramatisch. Seit Wochen schlagen Drohnen und Marschflugkörper mit wachsender Präzision tief im russischen Hinterland ein. Die Ziele: Industrieanlagen, Versorgungsrouten und Handelsinfrastruktur weit hinter der Frontlinie, um Russlands logistische und industrielle Grundlagen für die Kriegsführung nachhaltig zu beschädigen.

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Ukraine-Krieg aktuell: Russland geschwächt durch neue Angriffsstrategie der Ukrainer

Moskaus Fähigkeit zur Kriegsführung wird dadurch systematisch untergraben. Die Schäden an Energieversorgung, Transportnetz und Rüstungsproduktion sind nach Einschätzung von Dr. Lesia Bidochko und Dr. Andreas Umland, beide als Policy Fellows am Europäischen Politikinstituts Kyiw (EPIK) tätig, bereits erheblich. Neben den materiellen Folgen entfalten die Angriffe auch eine beträchtliche psychologische Wirkung. Wladimir Putins Ansehen hat sowohl innerhalb Russlands als auch international Schaden genommen, wie "Focus Online" berichtet.

Wladimir Putin hat nur noch drei Optionen im Ukraine-Krieg aktuell

Dem Kreml bleiben deshalb nur drei strategische Handlungsoptionen. Die erste Option des Kremls ist eine militärische Verschärfung des Konflikts. Innerhalb Russlands würde das Regime die Unterdrückung verschärfen und auf eine umfassende Zwangsmobilisierung setzen. Die jüngsten Einschläge ballistischer Raketen in Kiew dienen zwar der Vergeltung und sie verschaffen dem Kreml und Teilen der russischen Bevölkerung eine gewisse Genugtuung, doch sie lösen keineswegs die wachsenden Probleme im eigenen Land. Denn sie schränken die ukrainische Fähigkeit zu weiteren Drohnenangriffen auf Raffinerien und andere strategische Ziele nicht ein.

Wladimir Putin am Scheideweg - Einlenken im Ukraine-Krieg als weitere Option

Die zweite Option für Wladimir Putin lautet deshalb: Abrücken von den bisherigen Maximalforderungen. Denn sollten die wirtschaftlichen und sozialen Belastungen ein kritisches Niveau erreichen, könnte die öffentliche Meinung in Russland dauerhaft umschlagen. Besonders gefährlich für Moskau ist dabei ein Dominoeffekt: Zunehmende Zerstörungen an Raffinerien ziehen Versorgungsengpässe in anderen Wirtschaftszweigen nach sich.

Wladimir Putin am Ende? Kreml-Elite könnte sich von seinem Präsidenten verabschieden

Solche Kaskadeneffekte bei Logistik und Energieversorgung könnten die russische Führung zwingen, ihre Kriegsziele grundlegend zu überdenken. In diesem Szenario würde Russland – möglicherweise auch ohne Putin an der Spitze – seinen bisherigen Maximalismus aufgeben. Statt des bisherigen Verhandlungstheaters könnten ernsthafte Waffenstillstandsgespräche in den Bereich des Möglichen rücken.

Wladimir Putin droht schleichender Kontrollverlust im Ukraine-Krieg

Die dritte Option ist für Wladimir Putin die gefährlichste: ein schleichender Kontrollverlust. Wenn weder Eskalation noch Verhandlungsbereitschaft die Lage stabilisieren, droht dem Kremlchef das Scheitern seiner gesamten Kriegsstrategie. Auch für den europäischen Kontinent hätte diese neue Kriegsphase weitreichende Konsequenzen. Die Zukunft sowohl moderner Kriegsführung als auch der europäischen Sicherheitsarchitektur wird nach Einschätzung der EPIK-Experten derzeit in der Ukraine geschrieben. Daraus ergibt sich eine klare Schlussfolgerung: Die Unterstützung der Ukraine liegt im unmittelbaren Eigeninteresse der EU und aller demokratischen Staaten Europas. Was an der ukrainischen Front geschieht, bestimmt maßgeblich die sicherheitspolitische Zukunft des gesamten Kontinents.

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