Donald Trump und sein Ballsaal: Diese allgegenwärtige Angst verbirgt sich hinter Trumps Besessenheit

Donald Trump lässt nicht nur einen protzigen Ballsaal, sondern auch einen Bunker am Weißen Haus errichten - und genau diese Kombination verrät laut einer Autoritarismus-Expertin mehr über den US-Präsidenten als jede seiner Reden.

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Donald Trump verbringt jede freie Minute damit, sich an Entwürfen seines prunkvollen Ballsaals am Weißen Haus zu ergötzen. (Foto) Suche
Donald Trump verbringt jede freie Minute damit, sich an Entwürfen seines prunkvollen Ballsaals am Weißen Haus zu ergötzen. Bild: picture alliance/dpa/AP | Jacquelyn Martin
  • Donald Trump besessen von Ballsaal-Bauprojekt in Washington
  • Goldener Tanzsaal mit Notfall-Bunker geplant - das steckt hinter Donald Trumps Bau-Wahn
  • Expertin ordnet größte Angst des US-Präsidenten ein

Knapp ein Jahr ist ins Land gezogen, seitdem Donald Trump den Startschuss für ein Bauprojekt gab, das unverkennbar seine Handschrift trägt: Am altehrwürdigen Weißen Haus begannen im September 2025 die Arbeiten für einen von Donald Trump in Auftrag gegebenen Ballsaal, der alles bisher Dagewesen in den Schatten stellen soll. Größer, prächtiger, protziger und goldener als alles, was die Menschheit je zuvor gesehen hat, will Donald Trump in der US-Machtzentrale errichten lassen - doch das Bauprojekt lässt tiefer blicken, als es Donald Trump selbst lieb sein dürfte.

Expertin ordnet Trumps Besessenheit ein: Ballsaal mit Bunker offenbart Trumps größte Angst

Die Historikerin und Autoritarismus-Expertin Ruth Ben-Ghiat hat nun eine bemerkenswerte Deutung von Donald Trumps Fixierung auf seinen Weißen-Haus-Ballsaal vorgelegt – und vor allem auf den darunter geplanten Bunker. In einem Gespräch im "The Daily Beast Podcast" argumentierte die Wissenschaftlerin, dass sich hinter Trumps Bauprojekten eine tiefsitzende Angst und Paranoia verberge, die der Präsident selbst niemals eingestehen würde.

Oben tanzen, unten verschanzen: Donald Trump besteht auf persönlichen Schutzraum

Während der Ballsaal als Bühne für Bewunderung und Spendengelder diene, erfülle der unterirdische Bunker eine ganz andere Funktion: Er sei Trumps persönlicher Schutzraum. Ben-Ghiat ordnet dieses Verhalten in ein größeres Muster ein, das sie bei autokratischen Führern weltweit beobachtet – von Wladimir Putin bis hin zu anderen Machthabern, die sich hinter Betonwänden und loyalen Gefolgsleuten verschanzen.

Donald Trump, Wladimir Putin und Co. leben dauerhaft in Angst

Ben-Ghiats zentrale These ist so simpel wie entlarvend: Hinter der Fassade der Stärke steckt nackte Angst. "Das Geheimnis der Strongmen ist, dass sie in Furcht leben, und deshalb bauen sie ihre Bunker", erklärte die Historikerin, wie "Raw Story" zusammenfasst. Donald Trump spreche ständig über beide Ebenen seines Prestigeprojekts – doch sie erfüllten grundverschiedene Bedürfnisse. Der Ballsaal oben sei der Ort, "wo Menschen ihn anhimmeln können und er Geld bekommen kann". Der Bunker darunter hingegen? "Das ist sein sicherer Rückzugsort", so Ben-Ghiat.

Beide Räume zusammen offenbarten die wahre Mentalität des Präsidenten: oben die inszenierte Bewunderung, unten die Vorbereitung auf den Ernstfall. Für die Autoritarismus-Forscherin ist das kein Widerspruch, sondern zwei Seiten derselben Medaille.

"Jagen oder gejagt werden": Das ist Donald Trumps Alltag als Dauergehetzter

Diese Furcht äußert sich laut Ben-Ghiat in einer konkreten Denkweise: Trump sei "immer besorgt, gejagt zu werden". Als Beleg führte sie seine Reaktion nach der Tötung des obersten iranischen Führers an. Trumps Kommentar damals: "Ich habe ihn erwischt, bevor er mich erwischen konnte." Für die Historikerin ist das bezeichnend: "Jagen oder gejagt werden – das ist die Mentalität des Strongman."

Podcast-Moderatorin Joanna Coles warf ein, dass Trump tatsächlich mehrere Attentatsversuche überlebt habe, darunter den Vorfall in Butler, Pennsylvania. Zuletzt wurde auch das Dinner der Weißen-Haus-Korrespondenten durch einen mutmaßlichen Anschlagsversuch gestört. Solche Erfahrungen seien bei autokratischen Führern keine Seltenheit, entgegnete Ben-Ghiat. Putin etwa habe sechs bis sieben Attentatsversuche überstanden. Viele Autokraten versuchten jedoch, solche Vorfälle geheim zu halten – "sie wollen nicht, dass sich das herumspricht".

So sichern Autokraten wie Donald Trump und Putin ihr eigenes Überleben ab

Ben-Ghiat sieht in Trump und Putin zwei Vertreter desselben Typus: Anführer, denen es vor allem um den eigenen Fortbestand geht. Dieser Selbsterhaltungstrieb zeige sich nicht nur in Bunkern und Sicherheitsvorkehrungen, sondern auch in der Zusammensetzung ihres engsten Umfelds. Beide errichteten laut der Historikerin ein "inneres Heiligtum um sich herum, das voller Speichellecker und Familienmitglieder" sei. Kritische Stimmen hätten in solchen Zirkeln keinen Platz – stattdessen werde Loyalität zum wichtigsten Auswahlkriterium.

Für Ben-Ghiat fügt sich damit alles zu einem Gesamtbild: Der Ballsaal für die öffentliche Huldigung, der Bunker für den Schutz, die Ja-Sager für die Absicherung der Macht. Alles diene letztlich demselben Zweck – dem Überleben an der Spitze, berichtet "Raw Story".

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