Donald Trump: "Der Iran wird sehr bald besiegt sein" – US-Präsident nach Prahlerei vorgeführt
Donald Trump sprach in seiner Rede an die Nation erneut vom baldigen Sieg im Iran-Krieg. Reporter wiesen ihn daraufhin, dass er darüber schon mehrfach sprach. Der US-Präsident wollte nicht antworten und wechselte schnell das Thema.
Von news.de Redakteurin Sabrina Böhme - Uhr
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- Erfolg wie in Venezuela? Donald Trump sprach in seiner Rede an die Nation erneut davon, den Iran besiegen zu wollen
- Trump weicht Reporter-Frage aus: US-Präsident prahlt immer wieder vom Iran-Sieg
- Politikwissenschaftler spricht von einem historischen US-Versagen im Iran-Krieg
Während seiner Rede an die Nation machte US-Präsident Donald Trump am Donnerstagabend (16. Juli) deutlich, dass der Iran besiegt werden muss. Dabei fiel auf: Das sagte der 80-Jährige nicht zum ersten Mal.
Rede an die Nation – Donald Trump will große Erfolge im Iran
Vor den anwesenden Reportern sprach US-Präsident Donald Trump davon, die USA hätten Venezuela besiegt – das werde sich auch im Iran ereignen. Er behauptete in seiner Rede, man erziele "große Erfolge, und Sie werden die Früchte dieser Arbeit schon sehr, sehr bald sehen." Mehr sagte er zu dem Konflikt nicht.
Trump: We won in Venezuela. We are likewise winning big in Iran, and you will see the fruits of that labor very, very shortly. pic.twitter.com/LLprOZqRVX https://t.co/ft8qiIqemv
— Republicans against Trump (@RpsAgainstTrump) July 17, 2026
Trumps wiederholte Aussagen über den Iran-Sieg – Reporter wollen Antworten
Laut "InfoGram" wollten Reporter mehr Details erfahren. "Wo stehen wir jetzt im Iran-Krieg?", zitiert der Account einen Journalisten. Daraufhin soll der US-Präsident gesagt haben: "Nichts, worüber man sich Sorgen machen müsste. Der Iran wird sehr bald besiegt sein." Der Reporter hakte nach und erinnerte ihn daran, dass er bereits 58 Mal erklärt habe, dass der Iran besiegt sei. Trump antwortete nicht und wollte die nächste Frage hören.
Trump sprach nicht nur von einem baldigen Sieg, sondern mit regelmäßiger Konsequenz von einem Deal. Der kritische Account "Republicans Against Trump" dokumentiert auf der Plattform X, wie oft er es sagte. "Sie wollen einen Deal machen", sagte er am 23. März. Es folgten ähnliche Aussagen, die er leicht abwandelte, um das Gesagte als noch toller darzustellen.
“They want to make a deal so badly.” ???? pic.twitter.com/unmehhzFwR
— Republicans against Trump (@RpsAgainstTrump) July 16, 2026
Politikwissenschaftler spricht von Trumps historischem Versagen im Iran-Krieg
Die Realität sieht derzeit anders aus. Wegen des Streits um die wichtige Meerenge ist der Konflikt zwischen dem Iran und den USA wieder eskaliert. Das US-Militär hat in der sechsten Angriffsnacht in Folge laut Medienberichten mehrere Brücken und einen Flughafen im Iran bombardiert. Mit den Angriffen auf Brücken sollten Nachschubwege zu einem iranischen Marinestützpunkt an der Straße von Hormus unterbrochen werden, berichtete das "Wall Street Journal" unter Berufung auf einen US-Beamten. Der Iran holte in Reaktion darauf erneut zu Vergeltungsschlägen gegen Ziele in den mit Washington verbündeten Golfstaaten Kuwait, Bahrain sowie Katar aus.
Die Verhandlungen liegen derzeit auf Eis. Mit Drohungen und Angriffen im Iran will er die iranische Führung an den Verhandlungstisch bringen. Der iranische Parlamentspräsident und Chefverhandler Mohammed Bagher Ghalibaf ließ zwar die Tür für neue Verhandlungen offen. Er mahnte aber zugleich, dass man keine Angst davor haben dürfe, kriegerisch eigene Interessen durchzusetzen. Trumps Sprecherin Karoline Leavitt betonte, dass Teheran an Gesprächen interessiert sei.
Die derzeitige Lage zeigt aber – anders als es Trump in der Öffentlichkeit darstellt - das außenpolitische Scheitern der USA im Iran. So beschreibt es der Politikwissenschaftler Michael McFaul auf Substack. Seiner Analyse nach hätten die USA keines ihrer ursprünglichen strategischen Ziele erreicht. Trotz massiver Zerstörungen und hoher Kosten blieben das iranische Atomprogramm sowie die Raketenproduktion bestehen, während die USA erhebliche diplomatische und wirtschaftliche Einbußen hinnehmen mussten. Der Iran profitierte und befindet sich in einer Position, die es dem Regime ermöglicht, eigene Bedingungen zu stellen – das machte Ghalibaf deutlich. Der Konflikt schwächte die globale Vorherrschaft der Vereinigten Staaten. Diese Instabilität sieht der Politikwissenschaftler als historisches Versagen.
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bos/bua/news.de
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