Donald Trump genehmigt neue Angriffe: USA bombardieren Iran nach Tanker-Beschuss

In der Nacht haben die USA erneut Dutzende Ziele im Iran attackiert. Teherans Reaktion folgte prompt. Zuvor soll der Iran Tanker in der Straße von Hormus unter Beschuss genommen haben. Droht der Krieg nun neu aufzuflammen?

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Die USA flogen in der Nacht neue Angriffe auf den Iran. (Foto) Suche
Die USA flogen in der Nacht neue Angriffe auf den Iran. Bild: picture alliance/dpa/AP | Bernat Armangue
  • USA starten erneut Angriffe auf den Iran
  • Zuvor soll Teheran die Waffenruhe mit dem Beschuss von Tankern in der Straße von Hormus gebrochen haben
  • Washington setzt Sanktionen auf iranisches Öl wieder in Kraft

Während US-Präsident Donald Trump vor Kurzem über ein angeblich baldiges Ende des Ukraine-Kriegs sprach, scheint eine friedliche Lösung des Konflikts im Nahen Osten erneut in weitere Ferne zu rücken. Die ohnehin schon fragile Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran wird erneut auf eine harte Probe gestellt.

USA greifen erneut den Iran an nach Beschuss von Tankern in der Straße von Hormus

In der Nacht zu Mittwoch bombardierte das US-Militär mehr als 80 Ziele auf iranischem Territorium – eine direkte Vergeltung für Angriffe auf Tanker in der strategisch bedeutsamen Straße von Hormus. Die amerikanischen Streitkräfte nahmen nach eigenen Angaben Luftabwehrsysteme, Schiffsabwehrraketen sowie mehr als 60 Schnellboote der Revolutionsgarden ins Visier. Die Ziele befanden sich in und nahe der Meerenge von Hormus. Iranische Medien meldeten nächtliche Explosionen in der Hafenstadt Sirik, auf der Insel Qeschm sowie im Großraum Bandar Abbas. Der regierungstreue Sender Press TV berichtete von mehreren Verletzten.

Iran attackiert als Reaktion Ziele in Bahrain und Kuwait

Die iranischen Revolutionsgarden ließen die Attacke nicht unbeantwortet. Nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Irna feuerten sie ihrerseits auf 85 Ziele bei amerikanischen Militäreinrichtungen. Betroffen waren demnach Anlagen im Bereich der fünften US-Flotte vor Bahrain sowie der Luftwaffenstützpunkt Ali Al-Salem in Kuwait.In beiden Golfstaaten, die seit Jahren US-Truppen beherbergen, heulten am frühen Morgen die Sirenen.

Die Eskalation markiert laut "Wall Street Journal" den schwersten Zwischenfall seit dem zwischen Washington und Teheran vereinbarten Rahmenabkommen zur Beendigung des Krieges von Mitte Juni. Damals hatten beide Seiten nach wochenlangen Kämpfen eine vorläufige Vereinbarung getroffen, um die für den globalen Handel mit Öl, Gas und Dünger zentrale Meerenge wieder zu öffnen. Die anschließenden Verhandlungen über ein dauerhaftes Ende des Konflikts kommen jedoch nicht voran.

Donald Trump soll Angriffe beim Nato-Gipfel in Ankara genehmigt haben

US-Präsident Donald Trump soll den Militärschlag genehmigt haben, während er am laufenden Nato-Gipfel in der türkischen Hauptstadt Ankara teilnahm – das berichtete der Journalist Barak Ravid auf X unter Berufung auf einen Regierungsbeamten. Die Angriffe fielen ausgerechnet in die Zeit der Trauerfeiern für das getötete iranische Staatsoberhaupt Ajatollah Ali Chamenei.

USA rechtfertigen erneute Angriffe – Iran droht

Ein US-Beamter bezeichnete die Militärschläge gegenüber CNN als "Bestrafung", die noch andauern werde. Washington zog zudem wirtschaftliche Konsequenzen: Das Finanzministerium setzte zuvor gelockerte Sanktionen auf iranisches Öl wieder in Kraft. Das Verhalten Teherans in der Straße von Hormus sei "völlig inakzeptabel", erklärte ein Beamter. Die Ölpreise stiegen daraufhin erneut an. 

Irans Verhandlungsführer Mohammed Bagher Ghalibaf schrieb auf X: "Die Ära der Schikane und Erpressung ist vorbei. Wir lassen uns nicht unterkriegen." Thomas Juneau, Professor an der Universität Ottawa, rechnet dennoch nicht mit einer Wiederaufnahme des Krieges. Beide Seiten wollten dies vermeiden, interpretierten die vagen Auflagen der Waffenruhe jedoch unterschiedlich und seien nicht kompromissbereit. Verstöße seien daher unvermeidbar.

Laut Nato-Generalsekretär Mark Rutte US-Angriffe "absolut notwendig"

Nato-Generalsekretär Mark Rutte verteidigte unterdessen die neuen US-Angriffe auf den Iran. Diese seien "absolut notwendig" gewesen, sagte der Niederländer in Ankara. Wenn Iran gegen den Waffenstillstand verstoße, wie man dies mit Angriffen auf Tanker in der Straße von Hormus gesehen habe, "ist eine entschiedene Reaktion der USA unerlässlich", ergänzte der Nato-Chef.

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/bua/news.de/dpa/stg

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