Benjamin Netanjahu: Nach Trump-Ansage - Israels Premierminister widersetzt sich Vance

Trotz Trumps Ansage, Israel wisse "wer der Boss ist", bleibt Netanjahu demonstrativ gelassen. Er demonstriert die Verbundenheit der beiden Staatschefs. Dabei widersetzt er sich J.D. Vance.

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Netanjahu Bild: picture alliance/dpa/Pool Reuters/AP | Ronen Zvulun
  • Benjamin Netanjahu weist Gerüchte um einen Bruch mit Donald Trump zurück
  • Israel und die USA sollen die selben Ziele im Iran erfolgen
  • Netanjahu sieht Trump als seinen Freund
  • Der israelische Regierungschef kontert J.D. Vance

Der Iran-Krieg hatte die Beziehung zwischen Israel und den USA mutmaßlich abgekühlt. In einem Interview mit dem US-Sender "Fox News" hat Israels Premierminister Benjamin Netanjahu Spekulationen über einen Konflikt mit US-Präsident Donald Trump entschieden zurückgewiesen. Gleichzeitig reagierte er auf eine deutliche Ansage von US-Vizepräsident J.D. Vance.

Iran-Streit mit Donald Trump? Netanjahu sieht sich als Verbündeten

In dem Interview betonte der israelische Regierungschef, dass beide Verbündeten in 99 Prozent aller Fragen einer Meinung seien. "Ich glaube nicht, dass es einen Bruch gibt", erklärte Netanjahu. "Amerika hat keinen besseren Verbündeten als Israel, und Israel hat keinen besseren Verbündeten als die Vereinigten Staaten."

Netanjahu kontert Trumps Aussagen

Auf kritische Nachfragen zu Trumps Äußerungen gegenüber "Axios", wonach der israelische Premierminister wisse "wer der Boss ist", reagierte Netanjahu gelassen. Auch Trumps Bemerkung gegenüber der "Financial Times", Israel habe "keine andere Wahl" als ein US-Iran-Abkommen zu akzeptieren, ließ er nicht unkommentiert.

Der israelische Regierungschef verwies auf die gemeinsamen strategischen Ziele beider Länder. "Wir wollen, dass Iran sein Atomwaffenprogramm aufgibt", sagte Netanyahu. "Wir wollen, dass das angereicherte Nuklearmaterial entfernt wird. Wir wollen, dass die Anreicherungsanlagen für Nuklearmaterial abgebaut werden."Trotz der laufenden Atomverhandlungen zwischen Washington und Teheran machte Netanyahu unmissverständlich klar: "Mit oder ohne Abkommen – solange ich Premierminister bin, wird Iran keine Atomwaffen besitzen." Zur Frage, ob ihm eine Verlängerung der Gespräche über die August-Frist hinaus Sorgen bereite, antwortete Netanjahu ausweichend: "Es ist noch nicht vorbei. Ich werde urteilen, wenn es vorbei ist."

Israels Premierminister schwärmt von seinem Freund Trump

Trotz der unterschiedlichen Perspektiven auf die laufenden Verhandlungen mit Teheran bekräftigte Netanyahu seine tiefe Verbundenheit mit dem US-Präsidenten. "Donald Trump ist ein großartiger, der größte Freund, den wir je im Weißen Haus hatten, und dazu stehe ich vollkommen", sagte der israelische Premier.

Netanyahu erläuterte die Grundlage der Beziehung: "Präsident Trump ist der Anführer der Vereinigten Staaten. Er tut, was gut für Amerika ist. Ich bin der Anführer Israels, des einzigen jüdischen Staates. Ich tue, was gut für Israel ist."

Vances Warnung – Netanjahu widerspricht Trump-Vize

Auch zu den Äußerungen von US-Vizepräsident J.D. Vance bezog Netanyahu Stellung. Vance hatte israelische Regierungsvertreter davor gewarnt, Trump wegen des Iran-Abkommens zu attackieren, und betont, die USA seien der "einzige mächtige Verbündete", den Israel noch habe.

Netanyahu reagierte diplomatisch, aber bestimmt: "Zunächst einmal respektiere ich J.D. Vance. Wir haben eine sehr gute Beziehung, aber das bedeutet nicht, dass ich mit allem übereinstimme, was er sagt."

Das Weiße Haus hat sich bislang nicht zu Netanyahus Aussagen geäußert.

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