Symbolträchtige Visite: Papst ruft Europa zu mehr Verantwortung bei Migration auf
Leo XIV. sieht Europa in der Pflicht: Bei seinem Besuch auf Lampedusa fordert er mehr Verantwortungsbewusstsein im Umgang mit Migration und warnt vor den Folgen zu passiver Entscheidungen.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Bei seinem Besuch auf der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa hat Papst Leo XIV. Europas besondere Verantwortung im Umgang mit Migration betont. Migration stelle die europäischen Gesellschaften vor eine "historische Herausforderung", sagte das Oberhaupt von weltweit etwa 1,4 Milliarden Katholiken. Europa verfüge aufgrund seiner Geschichte und Kultur über "ein einzigartiges Potenzial" und trage daher eine Verantwortung.
Der Kontinent sei in der Lage, die Situation ganzheitlich anzugehen, "indem es Nothilfe mit einem langfristigen strategischen Plan verbindet". Dieser solle Migranten aufnehmen, schützen, fördern und integrieren und zugleich dafür Sorge tragen, dass "niemand zur Auswanderung gezwungen ist", sagte Leo. Er betonte, dabei müsse stets die Würde jedes Einzelnen gewahrt bleiben.
Zehntausende Tote und Vermisste im Mittelmeer
Als zweiter Papst nach seinem Vorgänger Franziskus, der die Insel 2013 besucht hatte, besucht Leo XIV. derzeit Lampedusa. Die kleine Insel zwischen Sizilien und der nordafrikanischen Küste gilt seit vielen Jahren als einer der Brennpunkte der Migrationsbewegung aus Afrika nach Europa. Jedes Jahr wagen Zehntausende Menschen die gefährliche Fahrt über das zentrale Mittelmeer. Viele riskieren dabei ihr Leben - oder verlieren es sogar dabei.
Die Route über diesen Teil des Mittelmeers gilt nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) noch immer als die tödlichste Migrationsroute auf dem Weg nach Europa. Seit 2014 registrierte die Organisation im zentralen Mittelmeer mehr als 26.000 Tote und Vermisste.
Papst: Opfer getroffener und ausgebliebener Entscheidungen
Diese Toten bezeichnete Leo als "Opfer sowohl getroffener als auch ausgebliebener Entscheidungen". Er verwies auf Desinteresse am Gemeinwohl und Korruption in den Herkunftsländern, ein globales Wirtschaftssystem, das Armut und Ausgrenzung verursache, sowie Ängste, die Vorurteile und Verachtung schürten. Auch die Vorstellung, dass diese Probleme Europa nichts angingen, sowie kriminelle Profiteure des Leids von Migranten trügen dazu bei.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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kns/roj/news.de
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