Dmitri Medwedew: Ex-Kremlchef setzt Nato-Land auf "Russlands Liste der atomaren Ziele"

Dmitri Medwedew hat mit einer Drohung auf Finnlands Entscheidung, ein Atomwaffenverbot aufzuheben, reagiert. Im Netz drohte er dem Nato-Land unmissverständlich und erklärte, Finnland stehe nun auf "Russlands Liste der atomaren Ziele".

Von news.de-Redakteurin - Uhr

Dmitri Medwedew droht Finnland offen. (Foto) Suche
Dmitri Medwedew droht Finnland offen. Bild: picture alliance:dpa:Photo host agency RIA Novosti via AP | Ilya Pitalev
  • Dmitri Medwedew droht Nato-Land Finnland
  • Ex-Kremlchef reagiert mit Drohung auf Aufhebung des Atomwaffenverbots
  • Medwedew setzt Finnland auf "Russlands Liste der atomaren Ziele"

Dmitri Medwedew sorgt mit einer neuen Drohung für Schlagzeilen. Der frühere Präsident Russlands, der seit 2020 das Amt des stellvertretenden Leiters des Sicherheitsrates der Russischen Föderation innehat, reagierte in gewohnt hetzerischer Manier auf die Entscheidung Finnlands, ein seit Jahrzehnten gültiges Atomwaffenverbot aufzuheben.

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Dmitri Medwedew für verschärft Rhetorik gegenüber dem Westen bekannt

Medwedew ist nicht erst seit Beginn des Ukraine-Krieges für seine verschärfte Rhetorik bekannt. Immer wieder fällt der frühere Kremlchef in den sozialen Medien durch hetzerische Beiträge auf. So hatte er erst Mitte Juni am russischen Nationalfeiertag eine provokante Videobotschaft im Netz geteilt, in der er mit den Feinden Russlands abgerechnet und symbolisch Bilder von Bundeskanzler Friedrich Merz, der Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen sowie dem britischen Premierminister Keir Starmer geschreddert hatte.

Dmitri Medwedew setzt Finnland auf "Russlands Liste der atomaren Ziele"

In seinem neuen Beitrag beim Kurznachrichtendienst X verzichtet er auf Symbolik und droht Finnland stattdessen offen. "Finnland hat sein Verbot der Stationierung von Atomwaffen aufgehoben. Was ändert sich dadurch für die Finnen?", fragt der Putin-Vertraute bei X. Die Antwort auf seine Frage gibt er direkt selbst: "Nur eine Kleinigkeit: Ihr Land steht nun auf Russlands Liste der atomaren Ziele. Freut euch, Finnland, ihr habt den Gipfel der Sicherheit erreicht!" Ob Finnland tatsächlich einen Atomschlag fürchten muss, bleibt fraglich. Wahrscheinlich handelt es sich bei Medwedews Drohung eher um eine strategische Abschreckungsbotschaft nach dem Motto "wer sich militärisch enger an den Westen bindet, muss mit russischen Gegenmaßnahmen rechnen."

Nato-Staat Finnland hebt Atomwaffenverbot aus dem Jahr 1987 auf

Das finnische Parlament hatte am 17. Juni die wegweisende Entscheidung getroffen, das seit 1987 geltende Verbot von Atomwaffen aufzuheben. Mit einer deutlichen Mehrheit von 125 zu 61 Stimmen hatten sich die Abgeordneten dafür ausgesprochen. Die Gesetzesänderung erlaubt künftig die Einfuhr, den Transport, die Lieferung und den Besitz nuklearer Waffen auf finnischem Territorium. Der finnische Verteidigungsminister Antti Häkkänen schrieb dazu auf X: "Diese historische Reform stärkt die Sicherheit Finnlands und der Nato insgesamt."

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