Donald Trump: "Der Iran hat den Konflikt gewonnen" - Experten vernichten Trump-Deal

Donald Trump feiert das neue Abkommen mit dem Iran als diplomatischen Durchbruch. Doch Sicherheitsexperten schlagen Alarm: Statt die Islamische Republik zu schwächen, könnte der Deal Teheran Milliarden einbringen und das Regime langfristig stärken.

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Donald Trump hat im Schloss Versailles einen Deal mit dem Iran unterzeichnet. (Foto) Suche
Donald Trump hat im Schloss Versailles einen Deal mit dem Iran unterzeichnet. Bild: picture alliance/dpa | Ansgar Haase
  • USA und Iran haben ein Rahmenabkommen digital unterzeichnet
  • Experten sehen erhebliche Vorteile für Teheran und sprechen von einer Niederlage Washingtons
  • Geplant sind offenbar die Aufhebung von Sanktionen und milliardenschwere Reparationszahlungen

Donald Trump präsentiert das neue Rahmenabkommen mit dem Iran als außenpolitischen Erfolg. Doch nur wenige Stunden nach der Unterzeichnung wächst die Kritik. Mehrere Sicherheitsexperten kommen zu einem vernichtenden Urteil. Ihrer Einschätzung nach profitiert vor allem Teheran von den Vereinbarungen, während Washington zentrale Ziele verfehlt haben könnte. Die feierliche Unterzeichnung erfolgte in der Nacht zum Donnerstag im französischen Schloss Versailles.

"Der Iran hat den Konflikt klar gewonnen!" Terrorismusexperte zerreißt Iran-Deal von Donald Trump

Peter R. Neumann vom King's College London äußerte sich gegenüber "Bild" unmissverständlich: "Sollte tatsächlich stimmen, was über den Deal berichtet wird, hat der Iran den Konflikt klar gewonnen." Der renommierte Terrorismusexperte sieht in dem Abkommen eine deutliche Niederlage für Washington.

Auch Barry Posen, Politikwissenschaftler am renommierten Massachusetts Institute of Technology, zieht eine ernüchternde Bilanz. Der 73-jährige Experte erklärte gegenüber "Bild", das Abkommen führe den Schiffsverkehr im Persischen Golf zwar weitgehend auf den Vorkriegszustand zurück. Dennoch machten die USA erhebliche zusätzliche Zugeständnisse.

Posen verweist dabei auf die Reparationszahlungen und das Ende der Sanktionen. "In diesem Sinne scheint man den Krieg als Gewinn für den Iran und als Verlust für die USA werten zu können", so seine Einschätzung. Weder Washington noch Jerusalem hätten von diesem militärischen Abenteuer nennenswert profitiert, bilanziert der MIT-Professor.

Sämtliche Iran Sanktionen sollen aufgehoben werden

Der Vertragsentwurf sieht vor, dass Washington alle bestehenden Strafmaßnahmen gegen Teheran beendet. Dies umfasst sowohl UN-Sicherheitsratsresolutionen als auch Beschlüsse der Internationalen Atomenergie-Organisation sowie sämtliche einseitigen amerikanischen Sanktionen. Zusätzlich erhält das Mullah-Regime Reparationszahlungen in Milliardenhöhe.

Ob das iranische Atomprogramm tatsächlich gestoppt wird, bleibt hingegen unklar. Die Konsequenz: Iranisches Öl kann künftig wieder ungehindert nach China und in andere Länder exportiert werden. Die Machthaber in Teheran festigen damit ihre Position erheblich.

"Bestandsgarantie für die Islamische Republik"

Besonders scharf fällt das Urteil von Sicherheitsexperte Neumann aus. Die Sanktionsaufhebung soll unmittelbar erfolgen – damit fließen sofort Milliarden in die Staatskasse des Regimes. Der Terrorismusexperte bezeichnet dies als "Bestandsgarantie für die Islamische Republik".

Neumann weist auf einen fundamentalen Widerspruch hin: "Total irre, wenn man sich vor Augen hält, dass der Krieg ja mit dem Ziel begonnen wurde, das Regime zu entfernen." Statt eines Regimewechsels sitze das Mullah-Regime nun fester im Sattel als je zuvor. Die ursprünglichen Kriegsziele der USA seien damit vollständig verfehlt worden.

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