Berlin: Weimer gedenkt Volksaufstands-Opfern: Namen nie vergessen
Der Kulturstaatsminister betont beim Gedenken an den DDR-Volksaufstand vor 73 Jahren: Der Mut der DDR-Bürger bleibt unvergessen. Ein Erinnerungsprojekt geht derweil in eine entscheidende Phase.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Kulturstaatsminister Wolfram Weimer hat der Opfer des Volksaufstandes und des Widerstands in der DDR gedacht. "Am 17. Juni 1953 nahmen mutige Menschen – Arbeiterinnen und Arbeiter, Jugendliche, Enttäuschte aus der gesamten DDR – ihr Schicksal selbst in die Hand und erhoben sich gegen das SED-Regime", sagte Weimer laut einer Mitteilung. "Der Mut dieser Menschen, sich für ein freies Deutschland einzusetzen, bewegt mich zutiefst."
Künftig soll auch im Herzen Berlins an die Opfer des SED-Unrechts erinnert werden. Das Projekt geht laut der Mitteilung aus Weimers Büro nun in eine entscheidende Phase: An diesem Donnerstag werden die Auslobungsunterlagen für den künstlerischen Gestaltungswettbewerb für das Denkmal zur Mahnung und Erinnerung an die Opfer der kommunistischen Diktatur in Deutschland an die bereits ausgewählten Wettbewerbsteilnehmenden versandt, wie es hieß.
Ebenfalls am Donnerstag wird der Kulturstaatsminister der Mitteilung zufolge in Zeitz einen Kranz am Mahnmal für Pfarrer Oskar Brüsewitz niederlegen. Dieser verbrannte sich dort am 18. August 1976 aus Protest gegen die Bildungs- und Kirchenpolitik des SED-Regimes selbst.
Weimer erklärte weiter: "Einigkeit und Recht und Freiheit können nur gemeinsam bestehen. Dafür haben in der DDR mutige Menschen ihr Leben gelassen. Ihre Namen dürfen nie vergessen werden."
Am 17. Juni 1953 waren rund eine Million Menschen in Ost-Berlin und an etwa 700 weiteren Orten der DDR auf die Straße gegangen. Anlass war Protest gegen eine Erhöhung der Arbeitsnormen. Der Begriff "Arbeitsnorm" beschrieb das vom Staat vorgegebene Arbeitspensum. Zugleich forderten Demonstranten insgesamt die Verbesserung der Lebensbedingungen sowie freie Wahlen und die Einheit Deutschlands.
Die DDR-Führung und sowjetische Besatzungstruppen beendeten die Proteste mit Gewalt. Mindestens 55 Menschen wurden getötet, 15.000 weitere wurden verhaftet, rund 1.500 von ihnen später verurteilt.
Von der Bundesregierung war am Mittwoch ein Gedenken am Mahnmal für die Opfer des Volksaufstandes im Berliner Stadtteil Wedding geplant. Teilnehmen sollten unter anderem der Chef des Bundeskanzleramtes, Thorsten Frei, und der Regierende Bürgermeister von Berlin, Kai Wegner.
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