Stuttgart: Warum Özdemir Urkunden bei Bundesjugendspielen gut findet
Özdemir erinnert sich an eigene kleinen Niederlagen bei den Bundesjugendspielen – und begrüßt trotzdem den Leistungsgedanken. Warum er trotzdem auf die Freude am Sport setzt.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Als Schüler zählte Baden-Württembergs Ministerpräsident Cem Özdemir nach eigener Aussage nicht zu den Stammgästen auf dem Siegerpodest der Bundesjugendspiele. "Ich gehörte leider nicht in den erlauchten Kreis derer, die immer Ehrenurkunden bekamen", erinnert er sich. Trotzdem begrüßt der Grünen-Politiker die geplante Rückkehr zum Leistungsgedanken: "Genauso wie die Freude an der Bewegung gehört auch der Leistungsgedanke beim Sport dazu", sagte er in Stuttgart.
Der Sport vermittle Werte wie Fairness, Einsatzbereitschaft, Teamgeist und Disziplin – aber auch die Fähigkeit, mit Niederlagen umzugehen. Er zeigte sich aber auch zuversichtlich, dass das baden-württembergische Kultusministerium und Schulen gemeinsam einen guten Weg fänden: "Unterm Strich muss die Freude an der Bewegung nicht leiden, sondern gestärkt werden." Anstrengung müsse honoriert werden.
Vom Wettkampf zum Wettbewerb – und zurück
Kultusminister Andreas Jung (CDU) hatte zuvor angekündigt, die Bundesjugendspiele vom Sommer nächsten Jahres an wieder nach klaren Wettkampfregeln mit Urkunden in Gold, Silber und Bronze auszurichten. Gleichzeitig entschied die Bildungsministerkonferenz in München, dass Grundschulen ab der dritten Klasse wieder den klassischen Wettkampfmodus anbieten dürfen. In den vergangenen Jahren hatte es immer wieder Kritik an der Gestaltung der Bundesjugendspiele gegeben.
Ab dem Schuljahr 2023/2024 waren die jährlich stattfindenden Spiele in den Sportarten Leichtathletik und Schwimmen für alle Grundschulkinder bis zur vierten Klasse nur noch als Wettbewerb und nicht mehr als Wettkampf organisiert. Davor war das nur in den ersten beiden Klassen der Fall. Nach Angaben des Bundesfamilienministeriums ist ein Wettkampf nach klaren Regeln normiert, ein Wettbewerb nicht. Ziel der Umstellung war damals, die Spiele kindgemäßer zu machen.
Kritiker der Reform bemängelten aber, dass man Kinder auch befähigen müsse, mit Niederlagen umzugehen. Zudem beklagten sie den Wegfall des Leistungsgedanken.
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