Wende im Iran-Krieg: Rettet dieser 14-Punkte-Plan Donald Trump nun doch noch?

Der Iran veröffentlicht einen 14-Punkte-Deal mit den USA – inklusive 24 Milliarden Dollar Soforthilfe und 300 Milliarden für den Wiederaufbau. Washington schweigt, während Trump bereits vom Ende des Krieges spricht.

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Laut Aussagen Donald Trumps soll die Beendigung des Iran-Kriegs nur noch reine Formsache sein. Aus Teheran kommen widersprüchliche Aussagen. (Foto) Suche
Laut Aussagen Donald Trumps soll die Beendigung des Iran-Kriegs nur noch reine Formsache sein. Aus Teheran kommen widersprüchliche Aussagen. Bild: dpa/AP/Alex Brandon
  • Donald Trump verkündet Iran-Deal: Geheimer 14-Punkte-Plan sorgt für Aufsehen
  • 24 Milliarden Dollar sofort? Brisante Details aus dem angeblichen Abkommen
  • Straße von Hormus, Sanktionen, Atomprogramm: Das steckt im Iran-Paket
  • Widerspruch aus Teheran: Kommt der historische Trump-Deal doch nicht?

Die iranische staatliche Nachrichtenagentur "Mehr News" hat laut "Focus Online" einen umfassenden 14-Punkte-Plan veröffentlicht, der angeblich die Grundlage für ein Abkommen zwischen Washington und Teheran bilden soll. Eine offizielle Bestätigung von Donald Trump bleibt bislang aus. Aber was steht drin im ominösen 14-Punkte-Plan?

Donald Trump spricht vom Ende des Iran-Kriegs - Rahmenvereinbarung steht bereits

Zuvor äußerte sich US-Präsident Donald Trump bei einer Telefonkonferenz überraschend optimistisch: "Ich weiß nicht, ob Sie es gehört haben, aber wir haben heute den Krieg mit dem Iran beendet." Nach seinen Angaben habe das iranische Staatsoberhaupt Modschtaba Chamenei einem Rahmenabkommen bereits zugestimmt.

Unterzeichnung am Wochenende geplant

Die Dokumente sollen möglicherweise bereits an diesem Wochenende in Europa unterzeichnet werden. Trump selbst wird nicht anwesend sein – am Sonntag feiert er in Washington seinen 80. Geburtstag - eine Veranstaltung, die überraschend viel Kritik bekommen hat. Kaum einer will mit dem US-Präsidenten feiern. Stattdessen soll Vizepräsident JD Vance die Zeremonie übernehmen. Einen konkreten Ort für die Unterzeichnung nannte Trump nicht.

Iran-Krieg aktuell - sofortiges Kriegsende an allen Fronten?

Der von "Mehr News" veröffentlichte Plan sieht als ersten Punkt eine sofortige und dauerhafte Einstellung aller Kampfhandlungen vor – auch im Libanon. Die USA würden sich demnach verpflichten, die Souveränität des Iran zu respektieren und sich nicht in dessen innere Angelegenheiten einzumischen.

Innerhalb von 30 Tagen soll die amerikanische Seeblockade iranischer Häfen vollständig aufgehoben werden. Im gleichen Zeitraum ist die Wiedereröffnung der für den globalen Handel strategisch wichtigen Straße von Hormus vorgesehen. Diese Passage ist für den weltweiten Transport von Öl, Gas und Düngemitteln von zentraler Bedeutung.

Zusätzlich sieht das angebliche Abkommen einen Abzug amerikanischer Truppen aus den Gebieten rund um den Iran vor. Auch die Sanktionen gegen iranische Ölexporte sowie petrochemische Produkte sollen ausgesetzt werden.

Im Detail sieht der 14-Punkte-Plan laut "Focus" wie folgt aus:

  • 1. Sofortige und dauerhafte Einstellung des Krieges an allen Fronten, einschließlich des Libanon
  • 2. Die USA verpflichten sich, sich nicht in innere Angelegenheiten des Irans einzumischen und die Souveränität des Iran zu achten
  • 3. Vollständige Aufhebung der Seeblockade innerhalb von 30 Tagen
  • 4. Die USA ziehen ihre Truppen aus Gebieten um den Iran ab
  • 5. Wiedereröffnung der Straße von Hormus innerhalb von 30 Tagen mit iranischen Vereinbarungen
  • 6. Aussetzung der Sanktionen gegen den Verkauf von Öl, petrochemischen Produkten und Derivaten sowie uneingeschränkter Zugang Irans zu seinen Finanzmitteln
  • 7. Die Vereinigten Staaten und ihre Verbündeten müssen Wiederaufbaupläne für den Iran im Wert von mindestens 300 Milliarden Dollar vorlegen
  • 8. 60-tägige Verhandlungen zur Erzielung einer endgültigen Einigung auf der Grundlage von Nuklearfragen und der vollständigen Aufhebung der primären und sekundären US-Sanktionen sowie der Resolutionen des UN-Sicherheitsrats und des Gouverneursrats der Internationalen Atomenergie-Organisation
  • 9. Irans Verpflichtung keine Atomwaffen herzustellen, wird bekräftigt.
  • 10. Während der Verhandlungen haben sich die Vereinigten Staaten verpflichtet, ihre Streitkräfte in der Region nicht zu verstärken und keine neuen Sanktionen zu verhängen
  • 11. Freigabe von 24 Milliarden US-Dollar an blockierten iranischen Geldern während der 60-tägigen Phase der finalen Verhandlungen. Die Hälfte dieses Betrags muss Iran vor Beginn der Verhandlungen zur Verfügung gestellt werden
  • 12. Einrichtung eines Überwachungsmechanismus zur Umsetzung des Abkommens
  • 13. Das endgültige Abkommen wird durch eine Resolution des UN-Sicherheitsrates genehmigt
  • 14. Die abschließenden Verhandlungen werden erst nach Freigabe der Hälfte der eingefrorenen iranischen Gelder, Aussetzung der Ölsanktionen und Aufhebung der Seeblockade beginnen. Die endgültige Vereinbarung wird sich ausschließlich auf das Schicksal angereicherter Materialien und der Urananreicherung, die Aufhebung der Sanktionen und das iranische Wirtschaftswiederaufbauprogramm beziehen. Diskussionen über das iranische Raketenprogramm und die Unterstützung von Widerstandsgruppen wurden endgültig von der Tagesordnung gestrichen.

Möglicher Iran-Deal: 24 Milliarden Dollar sollen sofort fließen

Laut dem veröffentlichten Dokument würden während der 60-tägigen Verhandlungsphase insgesamt 24 Milliarden Dollar an eingefrorenen iranischen Vermögenswerten freigegeben. Eine entscheidende Bedingung: Die Hälfte dieser Summe – also 12 Milliarden Dollar – muss Teheran bereits vor Beginn der finalen Gespräche erhalten.

Darüber hinaus sollen die USA und ihre Verbündeten Wiederaufbaupläne im Umfang von mindestens 300 Milliarden Dollar vorlegen. Diese enorme Summe soll dem vom Krieg gezeichneten Iran beim wirtschaftlichen Neuaufbau helfen.

Der Iran erhält dem Plan zufolge außerdem uneingeschränkten Zugang zu seinen internationalen Finanzmitteln. Die abschließenden Verhandlungen beginnen erst, wenn drei Bedingungen erfüllt sind: die Freigabe der halben eingefrorenen Gelder, die Aussetzung der Ölsanktionen und die Aufhebung der Seeblockade.

60 Tage für die Atomfrage

Für die heiklen Nuklearfragen sieht der angebliche Deal einen Zeitraum von 60 Tagen vor. In dieser Phase sollen die Verhandler eine endgültige Einigung erzielen – sowohl zur vollständigen Aufhebung aller US-Sanktionen als auch zu den Resolutionen des UN-Sicherheitsrats und der Internationalen Atomenergie-Organisation.

Der Iran bekräftigt in dem Dokument seine Verpflichtung, keine Atomwaffen herzustellen. Trump betonte diesen Aspekt besonders: "Sie haben zugestimmt, niemals Atomwaffen zu besitzen, worauf wir bestanden haben; das war der ganze Zweck. Das machte 95 Prozent davon aus."

Während der Verhandlungsphase haben sich die USA dem Plan zufolge verpflichtet, ihre Streitkräfte in der Region nicht aufzustocken und keine neuen Sanktionen zu verhängen. Bemerkenswert: Diskussionen über das iranische Raketenprogramm sowie die Unterstützung von Widerstandsgruppen wie Hamas und Hisbollah wurden laut dem Dokument endgültig von der Tagesordnung gestrichen.

Widersprüchliche Signale aus Teheran

Aus dem Iran kamen zunächst unterschiedliche Reaktionen. Die den Revolutionsgarden nahestehende Nachrichtenagentur "Fars" dementierte prompt: Ein finaler Text sei bislang nicht fertiggestellt worden. Ranghohe iranische Politiker äußerten sich zunächst nicht offiziell zu Trumps Aussagen.

Drei mit den Verhandlungen vertraute iranische Quellen bestätigten gegenüber "Reuters" jedoch eine politische Einigung – allerdings müssten einige Details noch geklärt werden.

Israel hat sich nach eigenen Angaben Zusicherungen der Trump-Regierung gesichert. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu teilte mit, ein endgültiges Abkommen werde die Entfernung des angereicherten Urans sowie den Abbau iranischer Atomanlagen umfassen. Auch Einschränkungen bei der Raketenproduktion und ein Ende der Unterstützung für Hamas und Hisbollah seien zugesagt worden.

Seit Ende Februar führen die USA und Israel Angriffe auf den Iran. Trotz einer seit gut zwei Monaten geltenden Waffenruhe kam es wiederholt zu gegenseitigem Beschuss.

In den USA und weltweit wird das Eingreifen der USA im Iran stark kritisiert. Seit dem Donald Trump den Angriff im Nahen Osten angeordnet hat, sinken seine Umfrage-Werte stetig. Die Auswirkungen des Konflikt auf den internationalen Ölmarkt sind enorm.

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