Donald Trump: "Anti-historisch" – Historiker rechnen mit Geschichts-Galerie des US-Präsidenten ab

Historiker kritisieren Donald Trumps Präsidenten-Galerie scharf. Laut einem Bericht der "New York Times" seien die Texte parteiisch, fehlerhaft und auffällig stark auf Trump selbst zugeschnitten.

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Historiker üben deutliche Kritik an Trumps Präsidenten-Galerie (Foto) Suche
Historiker üben deutliche Kritik an Trumps Präsidenten-Galerie Bild: picture alliance/dpa/AP | Andrew Harnik
  • Historiker werfen Donald Trump eine verzerrte Darstellung der US-Geschichte vor
  • "New York Times" berichtet über parteiische und fehlerhafte Texte
  • Kritik richtet sich besonders gegen die starke Fokussierung auf Donald Trump

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Eine von der "New York Times" in Auftrag gegebene Auswertung sorgt aktuell für Diskussionen über die Darstellung der US-Präsidentschaftsgeschichte im Umfeld von Donald Trump. Im Fokus steht ein sogenannter "Walk of Fame", auf dem alle bisherigen Präsidenten – inklusive Trump selbst – mit Tafeln und Zusammenfassungen präsentiert werden.

Vorwurf an Donald Trump: Einseitige Darstellung und ungewöhnlicher Stil

Nach Einschätzung mehrerer Historiker, die die Inhalte "Raw Story" zufolge geprüft haben, seien die Beschreibungen nicht neutral gehalten. Stattdessen werde ein Bild gezeichnet, das einzelne Amtszeiten stark vereinfacht und teils deutlich wertend darstelle. Die "New York Times" berichtet ebenfalls auf Basis dieser Einschätzungen von einer Mischung aus Überhöhungen, Zuspitzungen und sprachlichen Auffälligkeiten. Dazu zählen unter anderem ungewöhnliche Formulierungen, stark wertende Passagen sowie ein Stil, der eher an politische Kommunikation als an historische Einordnung erinnere.

Donald Trump im Zentrum der Darstellung aller Präsidentschaften

Besonders kritisch sehen Fachleute die Gewichtung einzelner Präsidentschaften. Demnach werde Donald Trump in den Zusammenfassungen auffällig stark in den Mittelpunkt gerückt, während andere Amtszeiten vergleichsweise knapp oder weniger detailliert dargestellt würden. Historiker sprechen von einer Perspektive, die weniger historische Distanz wahrt und stattdessen eine klare Erzählrichtung erkennen lasse.

Reaktionen aus dem Weißen Haus zu Donald Trumps Darstellung

Das Weiße Haus weist die Kritik allerdings zurück. Pressesprecherin Karoline Leavitt erklärte, viele der Texte seien direkt vom Präsidenten selbst verfasst worden. Aus ihrer Sicht handele es sich um eine legitime Darstellung historischer Inhalte aus erster Hand.

Fachleute sprechen von "anti-historischer" Darstellung von Donald Trump

Besonders deutliche Worte findet der Historiker Sean Wilentz von der Princeton University. Gegenüber der "New York Times" bezeichnete er die Präsentation nicht als bloß schlechte Geschichtsdarstellung, sondern als grundsätzlich problematisch im Umgang mit historischen Fakten. Wörtlich sagte er: "Es ist weniger schlechte Geschichte als vielmehr anti-historisch."

Unterschiedliche Gewichtung und politisch fragwürdiger Ton bei Donald Trump

Die Untersuchung weist zudem auf Unterschiede im Tonfall hin. So sollen neuere politische Gegner Trumps in den Texten deutlich kritischer beschrieben werden als frühere Amtsinhaber. Auch die Länge einzelner Darstellungen sorgt für Diskussionen: Der Abschnitt zur aktuellen Amtszeit soll umfangreicher sein als die Beschreibungen von Präsidenten wie Abraham Lincoln oder Franklin D. Roosevelt zusammengenommen.

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