Donald Trump: Er schweift ständig ab – Experte sieht darin Anzeichen für Demenz

Die USA stehen vor großen politischen Herausforderungen. Doch Donald Trump scheint einen anderen Schwerpunkt zu setzen. Statt Krisenbewältigung dominieren Baupläne und Prestigeprojekte seine Auftritte. Für Kritiker ist das ein alarmierendes Signal.

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Donald Trump spricht fast nur noch über seine Bauprojekte. (Foto) Suche
Donald Trump spricht fast nur noch über seine Bauprojekte. Bild: picture alliance/dpa/AP | Glen Stubbe
  • Eine Auswertung zeigt: Donald Trump spricht deutlich häufiger über Bauprojekte in Washington als über den Iran-Konflikt
  • Der US-Präsident inszeniert seine Hauptstadt-Pläne in Reden, Meetings und Social-Media-Posts
  • Experten warnen vor möglichen kognitiven Auffälligkeiten – das Weiße Haus reagiert nicht auf die Vorwürfe

Während sich US-amerikanische Bürger über den Konflikt mit dem Iran, steigende Benzinpreise und explodierende Lebenshaltungskosten sorgen, widmet sich Donald Trump mit bemerkenswerter Ausdauer einem ganz anderen Thema: seinen Bauprojekten in der Hauptstadt. Eine Auswertung von "The Swamp" zeigt, dass Trump im vergangenen Monat mindestens 133 Minuten damit verbrachte, über seine Prestigevorhaben in Washington zu sprechen. Seine Monologe fanden dabei an den unterschiedlichsten Orten statt – im Oval Office, bei Kabinettssitzungen, an runden Tischen und sogar während eines Mittagessens zum Muttertag. Allein im Juni veröffentlichte oder teilte der Präsident bereits 30 Beiträge zu seinen Washingtoner Projekten auf Truth Social. Zum Vergleich: Zum Thema Iran äußerte er sich in diesem Monat lediglich siebenmal.

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44 Minuten Ballsaal-Tour mit geheimer Bunker-Enthüllung

Den bisherigen Höhepunkt seiner Bau-Begeisterung lieferte Trump am 19. Mai: Bei einem 44-minütigen Rundgang durch die Ballsaal-Baustelle plauderte er nebenbei aus, dass unter dem Gebäude heimlich eine militärische Festung errichtet werde. Besonders skurril wurde es vergangene Woche im Oval Office, als der US-Präsident Fotografien präsentierte, die den Reflecting Pool mit berühmten Wolkenkratzern weltweit verglichen – eine Darbietung, die an ein Schulprojekt erinnerte. Dazu inszenierte er eine medienwirksame Fahrt über das Gelände des Lincoln Memorial.

Am vergangenen Freitag reiste Trump nach Wisconsin, um mit Farmern über deren wirtschaftliche Probleme zu sprechen. Stattdessen schweifte er in einen ausgedehnten Vortrag über die Verschönerung Washingtons ab und präsentierte Vorher-Nachher-Bilder. "Schaut euch das an!", rief er den höflich nickenden Landwirten zu. "Das ist unsere Hauptstadt."

Experte sieht Anzeichen für Demenz

Dr. John Gartner, ehemaliger Professor an der Johns Hopkins University, betrachtet Trumps Fixierung auf seine Bauprojekte mit wachsender Besorgnis. Gegenüber "The Swamp" erklärte er, dass die Obsession des Präsidenten direkt mit einem kognitiven Verfall zusammenhänge.

"Abschweifende Sprache – also das ständige Abschweifen auf Nebenschauplätze – ist eines der diagnostischen Kriterien für Demenz, und wir beobachten seinen Verfall direkt vor unseren Augen", so Gartner.

Insgesamt sprach Trump zwischen dem 1. Mai und dem 5. Juni bei 17 verschiedenen Gelegenheiten über seine Projekte. Diese Zählung umfasst öffentliche Auftritte und Pressegespräche, schließt jedoch seine zahlreichen Truth-Social-Beiträge und Einzelinterviews nicht ein. Themen wie Gesundheitsversorgung und Bezahlbarkeit kamen dabei kaum zur Sprache.

Washington als gigantische Baustelle

Die amerikanische Hauptstadt gleicht mittlerweile einer einzigen Großbaustelle – zum Leidwesen von Touristen, die die wichtigsten Sehenswürdigkeiten besuchen wollen. Der Südrasen des Weißen Hauses wurde für den neuen Ballsaal und eine UFC-Kampfnacht an diesem Wochenende umgepflügt.

Der Reflecting Pool am Lincoln Memorial wird derzeit mit Wasser befüllt, nachdem er offenbar in einem Farbton namens "American Flag Blue" gestrichen wurde. Selbst der Rasen in der gesamten Stadt wird ausgetauscht. Trumps Begründung: "Wie Menschen hat auch Gras ein Leben." Bei diesem Tempo könnte der 47. Präsident weniger für sinkende Preise in Erinnerung bleiben als für verbesserte Entwässerungssysteme rund um die Hauptstadt – während die drängenden Sorgen der Amerikaner weiter unbeantwortet bleiben.

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