AfD unter Druck: AfD-Politiker wirft Parteiführung "Goebbels-Methoden" vor

Interne Brandbriefe sorgen für Wirbel in der AfD. Schwere Vorwürfe gegen Funktionäre und die Parteiführung belasten die Partei. Kritiker sprechen von "Goebbels-Methoden", Machtmissbrauch und fehlender Transparenz.

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AfD unter Druck: Scharfe Kritik aus den eigenen Reihen sorgt für Unruhe Bild: picture alliance/dpa | Kay Nietfeld
  • AfD-Politiker erhebt massive Vorwürfe gegen Parteifunktionäre
  • Mitglieder fordern Aufklärung zu Finanzen und Machtstrukturen
  • Landeschef Markus Frohnmaier weist die Anschuldigungen zurück

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In der AfD wächst der Unmut an der Parteibasis. Mehrere interne Schreiben mit teils drastischen Vorwürfen richten sich gegen die Parteiführung und werfen Fragen zur innerparteilichen Kultur auf. Besonders die Bundesvorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla geraten dabei zunehmend in den Fokus.

AfD-Politiker Rüdiger Klos erhebt schwere Vorwürfe gegen Alice Weidel und Tino Chrupalla

Auslöser der aktuellen Debatte sind laut "Bild" mehrere Brandbriefe aus den eigenen Reihen. Einer davon stammt von Rüdiger Klos, einem langjährigen AfD-Mitglied und früheren Landtagsabgeordneten in Baden-Württemberg. Darin zeichnet Klos ein kritisches Bild seiner Partei. Er beklagt einen Verlust demokratischer Strukturen und wirft führenden Funktionären vor, parteiinterne Kritiker gezielt auszubremsen. In seinem Schreiben spricht er von autoritären Entwicklungen und verwendet dabei auch den Begriff "Goebbels-Methoden", um den Umgang mit Andersdenkenden innerhalb der Partei zu beschreiben. Zugleich kritisiert er die Arbeit des baden-württembergischen Landesvorstands und sieht die AfD auf einem problematischen Kurs.

Weitere Parteimitglieder fordern Konsequenzen für Alice Weidel und Tino Chrupalla

Mit seiner Kritik steht Klos offenbar nicht allein da. Auch Mitglieder aus zwei Kreisverbänden haben sich in einem weiteren Schreiben an die Parteispitze gewandt. Darin wird unter anderem eine mangelnde Transparenz bei finanziellen Angelegenheiten beklagt. Die Unterzeichner kritisieren eine aus ihrer Sicht entstandene Machtkonzentration innerhalb der Partei und fordern umfassende Aufklärung. Zu den Forderungen gehören eine unabhängige Überprüfung bestimmter Finanzvorgänge, ein außerordentlicher Parteitag sowie die Neuwahl des Landesvorstands. Zudem wünschen sich die Verfasser mehr Mitspracherechte für die Parteibasis.

Diskussion über Finanzen und Personalpolitik bei der AfD

Hintergrund der aktuellen Auseinandersetzungen sind unter anderem frühere Vorwürfe rund um finanzielle Unregelmäßigkeiten innerhalb eines Kreisverbands. Dabei ging es um den Verdacht, dass sich ein ehemaliger Funktionär am Parteivermögen bereichert haben könnte. Ein entsprechendes Verfahren wurde jedoch eingestellt, nachdem die betreffende Person verstorben war. Die Diskussion reiht sich in eine Serie parteiinterner Kontroversen ein. Bereits zu Jahresbeginn sorgten Berichte über die Beschäftigung von Familienangehörigen in Abgeordnetenbüros für Kritik und das auch innerhalb der AfD selbst.

Landeschef Markus Frohnmaier weist Anschuldigungen zurück

Der baden-württembergische Landesvorsitzende Markus Frohnmaier reagierte deutlich auf die Vorwürfe. Er bezeichnete die Anschuldigungen als unbegründet und erklärte, sie seien von persönlichen Enttäuschungen geprägt. Trotz der Kritik erhielt Frohnmaier auf dem jüngsten Landesparteitag starken Rückhalt. Die Delegierten bestätigten ihn mit mehr als 91 Prozent der Stimmen im Amt. Damit erzielte er eines der besten Ergebnisse eines AfD-Landesvorsitzenden in Baden-Württemberg.

Parteiführung vor schwieriger Gratwanderung

Die aktuellen Vorwürfe zeigen, dass innerhalb der AfD weiterhin Spannungen bestehen. Während die Parteiführung ihre Position gestärkt sieht, fordern kritische Stimmen aus der Basis mehr Transparenz und Beteiligung. Ob die Debatte Auswirkungen auf die weitere Entwicklung der Partei haben wird, dürfte sich in den kommenden Monaten zeigen.

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