Wladimir Putin: Putin-Eliten in Aufruhr - Oligarchen sollen gegen Kreml rebellieren

Vor der internationalen Wirtschaftskonferenz in St. Petersburg wächst angeblich der Widerstand russischer Unternehmer gegen Wladimir Putins Kriegskurs. Der Mut zur Rebellion speist sich aus wirtschaftlicher Verzweiflung.

Erstellt von - Uhr

Der Widerstand gegen Wladimir Putin wächst angeblich. (Foto) Suche
Der Widerstand gegen Wladimir Putin wächst angeblich. Bild: picture alliance/dpa/Pool Sputnik Kremlin via AP | Mikhail Metzel
  • Wladimir Putin: Widerstand gegen Ukraine-Krieg wächst
  • Wladimir Putins Wirtschaft stürzt ab
  • Ukraine-Drohnenangriffe legen Putins Industrie lahm

In St. Petersburg steht die fünfte internationale Wirtschaftskonferenz seit Kriegsbeginn in der Ukraine an. Doch im Vorfeld des Forums wächst angeblich der Unmut unter russischen Unternehmern über die wirtschaftliche Entwicklung des Landes.

Weitere Artikel über Wladimir Putin finden Sie unter diesem Text.

Wladimir Putin: Widerstand gegen Ukraine-Krieg wächst

Seit dem Start der "speziellen Militäroperation", wie Moskau den Ukraine-Krieg offiziell nennt, verzeichnet Russland keine Expansion mehr. Stattdessen befindet sich die Ökonomie auf Schrumpfkurs. Prominente Stimmen aus der Wirtschaft machen laut Recherchen der Nachrichtenagentur "Reuters" den militärischen Konflikt dafür verantwortlich.

Die Kombination aus internationalen Strafmaßnahmen, enormen Militärausgaben und ausbleibenden Investitionen lähmt die russische Wirtschaft zunehmend. Unternehmer beklagen das Fehlen von Wachstumsimpulsen und warnen vor den Folgen der anhaltenden Kriegsführung.

Wladimir Putins Wirtschaft stürzt ab

Die Zahlen sprechen dem Bericht zufolge eine deutliche Sprache. Für 2026 prognostizieren Analysten lediglich ein Wirtschaftswachstum von 0,4 Prozent. Zum Vergleich: 2024 expandierte die russische Ökonomie noch um 4,9 Prozent. Der dramatische Absturz hat laut "Reuters" mehrere Ursachen.

Westliche Sanktionen belasten die Wirtschaft massiv. Hinzu kommen Zinssätze, die mittlerweile im zweistelligen Bereich liegen. Die Kriegsfinanzierung erfolgt über erhöhte Steuerlasten, was die Bevölkerung und Unternehmen zusätzlich belastet.

Gleichzeitig gehen Investitionen kontinuierlich zurück. Ein starker Rubel verschärft die Situation paradoxerweise weiter. Die Kombination dieser Faktoren führt zu einem wirtschaftlichen Stillstand, der sich auch durch staatliche Maßnahmen kaum aufhalten lässt.

Ukraine-Drohnenangriffe legen Putins Industrie lahm

Ukrainische Attacken aus der Luft setzen der russischen Wirtschaft zusätzlich zu.

  • Drohnenangriffe auf Raffinerien, Düngemittelfabriken und Häfen haben erhebliche Teile der Industrie zum Erliegen gebracht.
  • Besonders betroffen ist der Ölsektor: Ein Viertel der Raffineriekapazitäten liegt lahm.

Ein anonymer russischer Banker warnt laut "Reuters", die Wirtschaft zeige mittlerweile "Anzeichen von Instabilität". Er kritisiert zudem, der Präsident habe im vergangenen Jahr eine Gelegenheit für einen Deal verstreichen lassen. Auch aus der Zentralbank kommt Kritik.

Oleg Vyugin, ehemaliger stellvertretender Vorsitzender der Notenbank, äußert sich skeptisch über die Zukunftsaussichten. Die Regierung habe "im Grunde nichts für die Erholung des Wachstums anzubieten", so Vyugin. Die Kombination aus hohen Zinsen, steigenden Kriegssteuern und sinkenden Investitionen verhindere jede wirtschaftliche Erholung.

Lesen Sie außerdem noch diese Artikel:

/news.de/stg

Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.