Katherina Reiche: Eklat im Wirtschaftsministerium - Personalchefin stellt Reiche öffentlich infrage

Ungewöhnlich deutliche Worte im Bundeswirtschaftsministerium: Bei einer Personalversammlung musste sich Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) offenbar heftige Kritik aus den eigenen Reihen anhören.

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Für Katherina Reiche wurde die Personalversammlung ihres Hauses offenbar zu einem unangenehmen Termin. (Foto) Suche
Für Katherina Reiche wurde die Personalversammlung ihres Hauses offenbar zu einem unangenehmen Termin. Bild: picture alliance/dpa | Johannes Neudecker
  • Bei einer Personalversammlung wurde Wirtschaftsministerin Katherina Reiche ungewöhnlich scharf kritisiert
  • Die Personalvertretung beklagt hohe Belastungen, Vertrauensverlust und die Besetzung vieler Stellen mit externen Kräften
  • Reiche verteidigte Vorgehen und verwies auf die schwierige wirtschaftliche Lage

Bei einer Personalversammlung im Wirtschaftsministerium musste sich Ministerin Katherina Reiche (CDU) offenbar heftiger Kritik stellen. Personalchefin Viktoria Ludwig ging in ihrer Eröffnungsrede hart mit der Ressortchefin ins Gericht, wie das "Handelsblatt" unter Berufung auf Teilnehmer berichtet.

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Massive Kritik an Katherina Reiche: Ministeriumsmitarbeiter erheben schwere Vorwürfe

"Die Entwicklung belastet die Kolleginnen und Kollegen", erklärte Ludwig demnach vor der versammelten Belegschaft. "Und ja, zunehmend führt das zu gesundheitlicher Betroffenheit." Die internen Verwerfungen würden schwer wiegen, so die Personalvertreterin weiter. Neben der enormen Arbeitsbelastung kritisierte sie auch fehlendes Vertrauen sowie die Besetzungspolitik im Haus.

Besonders die Personalpolitik der Ministerin stieß auf Widerstand. Zahlreiche Positionen würden mit Bewerbern von außerhalb besetzt, während interne Kandidaten das Nachsehen hätten. Zwar sei dies in Ministerien grundsätzlich nicht unüblich, doch gerade in der Führungsebene kämen kaum Mitarbeiter aus den eigenen Reihen zum Zug.

"Diese Herangehensweise hinterlässt bei uns einen entsprechend schlechten Eindruck", machte Ludwig deutlich. Ohne verlässliche und professionelle Rahmenbedingungen könne es nicht funktionieren. Bei vielen Beschäftigten entstehe der Eindruck, dass Reiche ihre Sorgen nicht ernst nehme.

Bundeswirtschaftsministerin verteidigt Vorgehen

Reiche wies die Vorwürfe bei der Versammlung zurück. Die hohe Arbeitsbelastung sei eine direkte Folge der angespannten wirtschaftlichen Situation: "Wir können uns dem auch nicht entziehen." Auch die Einstellung externer Kräfte verteidigte sie: "Es gibt Fälle, da müssen wir uns extern verstärken." Die Ministerin betonte zudem, den Fachleuten im eigenen Haus durchaus zu vertrauen. "Ich habe genügend Gelegenheit, Fachwissen anzufragen und in den Austausch zu kommen", erklärte sie. Allerdings räumte Reiche ein, nicht permanent mit allen 2.000 Beamten des Ministeriums kommunizieren zu können. Diese Aussage stieß bei den Anwesenden offenbar auf weitere Kritik.

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