Andauernde Ermittlungen: Anwalt von Epstein-Opfern: Vertrauen in britische Polizei gering
Mehrere Frauen geben laut Anwalt Brad Edwards an, Informationen über Ex-Prinz Andrew zu haben - und dennoch wollen sie nicht mit den derzeit ermittelnden Behörden in Großbritannien sprechen.
Erstellt von Sarah Knauth - Uhr
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Mehrere Frauen mit Informationen zur Verwicklung des früheren Prinzen Andrew in den Epstein-Skandal wollen sich nach Angaben eines Anwalts nicht an die britische Polizei wenden. Das Vertrauen in die Behörden sei dafür zu gering, sagte der US-Anwalt Brad Edwards der BBC zufolge. Edwards vertritt zahlreiche Opfer des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein.
Mehrere seiner Mandantinnen hätten zwar Informationen zu Andrew Mountbatten-Windsor, aber "werden aus zwei Gründen nicht mit den Behörden im Vereinigten Königreich sprechen", sagte Edwards demnach. Zum einen hätten diese nichts unternommen, als der 2019 in Haft gestorbene Epstein noch am Leben war, und andererseits, "und das ist das Wichtigste", gebe es die Sorge vor einer "Belästigung durch die britische Presse".
Mountbatten-Windsor ist ein jüngerer Bruder von König Charles III. (77) und war im Februar zwischenzeitlich festgenommen worden. Er steht unter Verdacht, in seiner früheren Rolle als Handelsbeauftragter der Regierung sensible Informationen an Epstein weitergegeben zu haben. Die Polizei geht in ihren Ermittlungen zu dem Vorwurf des Fehlverhaltens in einem öffentlichen Amt jedoch mehreren Ansätzen nach - und nimmt dabei auch mögliches sexuelles Fehlverhalten in den Blick.
Andrew wurde im Laufe der Zeit aus seiner offiziellen Rolle in der Königsfamilie verbannt, ihm wurden alle Titel und Ehren aberkannt. Bis heute streitet er jegliches Fehlverhalten ab.
Betroffene fürchten Verlust der Privatsphäre
Zusätzlich prüfen die britischen Ermittler derzeit Berichte, wonach "eine Frau im Jahr 2010 zu sexuellen Zwecken zu einer Adresse in Windsor gebracht worden sein soll", hieß es zuletzt in einer Mitteilung der Polizei. Auch diese Betroffene wird den Angaben nach von Edwards vertreten.
Ursprünglich seien mehrere seiner Mandantinnen bereit gewesen, mit der Polizei zu sprechen, so der Rechtsanwalt. Der Umgang der britischen Presse mit der Frau habe sie jedoch abgeschreckt und sie hätten um ihre Privatsphäre gefürchtet.
Mountbatten-Windsor war eng mit Sexualstraftäter Epstein befreundet. Der Multimillionär betrieb jahrelang einen Missbrauchsring, dem zahlreiche Menschen zum Opfer fielen. Eines der Opfer, die inzwischen verstorbene Virginia Giuffre, warf ihm vor, sie mehrfach missbraucht zu haben, zum Teil als sie noch minderjährig war. Er bestreitet die Vorwürfe, eine Zivilklage Giuffres in den USA endete Berichten zufolge in einem millionenschweren Vergleich.
+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++
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