Friedrich Merz: "Naive Idee" - CDU-Chef bezieht Stellung zu Gerüchten um Kanzler-Tausch

Im Kanzleramt herrscht Alarmstufe Rot: Die Spekulationen über einen Kanzler-Tausch werden in Berlin als "gefährliche Lust an der Zündelei" gebrandmarkt. Man zeigte sich entsetzt und erklärte, derartige Gerüchten würden der AfD in die Hände spielen.

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Es kursieren Gerüchte, dass Friedrich Merz ausgetauscht werden soll. Bild: picture alliance/dpa | Kay Nietfeld
  • Friedrich Merz weist Gerüchte um Kanzler-Tausch entschieden zurück
  • Merz-Umfeld spricht von "gefährlicher Lust an der Zündelei" und "naiver Idee"
  • Wüst als Merz-Nachfolger? Frage nach Urheber der Spekulationen

Das Umfeld von Bundeskanzler Friedrich Merz hat den Spekulationen über einen möglichen Wechsel an der Regierungsspitze eine deutliche Absage erteilt. Wie die "Bild" aus dem Kanzlerumfeld erfuhr, handele es sich um eine "naive Idee" und eine "gefährliche Lust an der Zündelei".

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Friedrich Merz weist Gerüchte um Kanzler-Tausch entschieden zurück

Die Kritik zielt dabei auch auf die Prioritäten der Debatte ab: Es sei "immer einfacher, über Personal zu quatschen, als sich ernsthaft mit den Einkommensteuersätzen oder der Pflegereform zu beschäftigen", heißt es aus dem Umfeld des 70-jährigen CDU-Politikers. Die Gerüchte um einen Tausch mit dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Hendrik Wüst werden als "wüste Spekulation" abgetan, die von "bemerkenswerter Unkenntnis der Verfassung und der politischen Realität" zeuge.

Spekulationen um Kanzler-Tausch spielen der AfD in die Karten

Der Hintergrund der scharfen Reaktion: Die rot-schwarze Koalition verfügt im Bundestag lediglich über einen Vorsprung von zwölf Stimmen. Ein Wechsel an der Regierungsspitze würde diese ohnehin fragile Mehrheit zusätzlich gefährden, da zahlreiche Koalitionäre bei einem solchen Manöver viel zu verlieren hätten. Aus dem Merz-Lager heißt es, die "Stabilität im Bundestag" sei gefährdet. Angesichts der aktuellen Weltkrisen sei dies "doppelt fahrlässig". Wer derartige Spekulationen befeuere, arbeite letztlich der AfD in die Hände und entziehe der politischen Mitte ihre Autorität.

Wüst als Merz-Nachfolger? Frage nach Urheber der Spekulationen

Die Frage, wer die Debatte eigentlich angestoßen hat, bleibt offen. In Berlin wird spekuliert, ob Hendrik Wüst selbst bei seiner jüngsten Polen-Reise seine außenpolitischen Ambitionen demonstrieren wollte. Aus Nordrhein-Westfalen heißt es hingegen, der Besuch sei bereits länger geplant gewesen. Das schließt allerdings nicht aus, dass Personen aus seinem Umfeld dort entsprechende Andeutungen gemacht haben könnten. Auch einzelne Abgeordnete der Unionsfraktion im Bundestag sollen mit derartigen Überlegungen aufgefallen sein. Öffentlich zitieren lassen will sich damit jedoch niemand.

Politologe glaubt: Wüst weiß, "dass seine Zeit nach Merz kommt"

Der 50-jährige Ministerpräsident verfolgt offenbar eine langfristige Strategie für seinen Weg in die Bundespolitik. Zunächst will er die Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen im Frühjahr 2027 gewinnen. Zur Vorbereitung hat er kürzlich eine Finanzexpertin mit umfangreicher Erfahrung auf Bundesebene in seiner Staatskanzlei installiert. Der Chemnitzer Politologe Eckhard Jesse ordnet die Situation ein: "Wüst, der auf Schwarz-Grün setzt, ist vorsichtig. Er weiß, dass seine Zeit nach Merz kommt." Wer den Namen des NRW-Regierungschefs jetzt ins Spiel bringe, wolle ihn möglicherweise auch politisch beschädigen.

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