Gutachten im AfD-Auftrag: Neue Plagiatsvorwürfe gegen Thüringer Regierungschef Voigt

Plagiatsjäger Stefan Weber legt ein neues Gutachten zur Doktorarbeit von Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt vor. Er spricht von einem Betrugsfall und wirft dem CDU-Politiker Vorsatz vor.

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Der als Plagiatsjäger bekannte Kommunikationswissenschaftler Stefan Weber hat in einem von der Thüringer AfD-Fraktion beauftragten Gutachten neue Plagiatsvorwürfe gegen Ministerpräsident Mario Voigt erhoben. Weber sprach bei der Vorstellung des Papiers in Erfurt von einem "schwerwiegenden Plagiatsfall" und von einem "Betrugsfall".

Es seien 125 neue Plagiatsstellen in Voigts Doktorarbeit gefunden worden, insgesamt seien es nunmehr 265 Plagiatsstellen, so Weber. Das Gutachten wurde von der Thüringer AfD-Fraktion beauftragt und bezahlt.

Zweifel an Inhaltsanalysen

Weber warf Voigt Vorsatz vor. Seiner Einschätzung nach gibt es den Verdacht, dass Voigt auch im empirischen Teil seiner Doktorarbeit unsauber gearbeitet hat. Es gebe etwa Zweifel an der Durchführung von Inhaltsanalysen.

Die Technische Universität Chemnitz hatte im Januar entschieden, dem CDU-Politiker die Doktorwürde zu entziehen. Voigt wehrt sich dagegen und hat Widerspruch gegen die Entscheidung bei der Uni eingelegt. Nach Angaben seines Anwalts ist die Widerspruchsbegründung aktuell noch in Bearbeitung und soll demnächst eingereicht werden. Voigt selbst hatte nach Bekanntwerden der Uni-Entscheidung gesagt, der wissenschaftliche Kern seiner Arbeit sei nicht betroffen.

Höcke fordert Rücktritt

Thüringens AfD-Fraktionschef Björn Höcke sagte dazu nun bei der Vorstellung des neuen Gutachtens: "Doch, der wissenschaftliche Kern der Dissertation von Mario Voigt ist von den Vorwürfen betroffen." Er forderte Voigt erneut zum Rücktritt auf.

+++ Redaktioneller Hinweis: Diese Meldung wurde basierend auf Material der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erstellt. Bei Anmerkungen oder Rückfragen wenden Sie sich bitte an hinweis@news.de. +++

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