Donald Trump: Golf-Wochenende löst Korruptionsverdacht aus - "Spitze des Eisbergs"

US-Präsident Donald Trump hat mit der Ausrichtung mehrerer Golfveranstaltungen einen schweren Verdacht ausgelöst. Der Vorwurf: Interessenskonflikte und eine undurchsichtige Geldpolitik. Experten äußern große Besorgnis.

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Donald Trump geriet wegen seiner Golfturniere in Verdacht. Der Vorwurf: Interessenskonflikt. (Foto) Suche
Donald Trump geriet wegen seiner Golfturniere in Verdacht. Der Vorwurf: Interessenskonflikt. Bild: dpa/XinHua/Hu Yousong
  • Donald Trump im Auftrag des Golfsports unterwegs
  • Ethik-Experten alarmiert durch Donald Trumps Golfgeschäfte
  • Regierung dementiert Interessenskonflikt - Trump bemüht sich um Beziehung zu Saudi-Arabien
  • Korruptionsverdacht - schnelles Handeln des Repräsentantenhauses gefordert

US-Präsident Donald Trump hegt eine große Leidenschaft fürs Golfen - das ist hinlänglich bekannt. Auch dass er daraus ein florierendes Geschäft gemacht hat. Am vergangenen Wochenende reiste der 79-Jährige nach Sterling, Virginia, wo der "Trump National Golf Club" ein LIV-Golfturnier ausrichtete. Eine Woche zuvor war Trump bereits in Florida unterwegs, um an der "Cadillac Championship der PGA Tour" teilzunehmen.

Ethische Bedenken bei Trumps Golfveranstaltungen werden laut

Seine öffentlichen Auftritte im Namen des Golfsports sorgen nicht nur wiederkehrendfür Betrugsvorwürfe auf dem Platz, sondern rufen nun unter anderem auch Ethikexperten auf den Plan. Der Vorwurf: ein Interessenskonflikt bis hin zu Korruptionsverdacht. Trumps Wirtschaftsimperium, welches zugegeben bereits vor seiner Präsidentschaft gigantisch war, soll durch seine Präsidentschaft profitieren und andersherum. 

Laut dem "Daily Beast" haben sich mehrere Ethikexperten besorgt gegenüber dem TV-Sender CNN gezeigt. Es sei nicht okay, dass Donald Trump hochkarätige Golfturniere in seinen Clubs veranstalte, während die Öffentlichkeit nicht darüber informiert werde, wie viel Geld seine Familie dabei verdiene.

"Das ist nur die Spitze des Eisbergs"

Richard Painter, Professor für Gesellschaftsrecht an der juristischen Fakultät der Universität von Minnesota, erklärte gegenüber dem Sender CNN: "Das ist nur die Spitze des Eisbergs." Trumps Vermischung von privaten Interessen und seiner Präsidentschaft sei ein Zeichen dafür, dass der Zugang und der Einfluss des US-Präsidenten vermehrt über das Familienunternehmen erfolge.

Donald Trump: Geschäftemachen auf dem Golfplatz

"Die Botschaft wurde in der ganzen Welt verbreitet: Wenn man mit der Trump-Regierung gut auskommen will, sollte man Geschäfte mit der Familie Trump, seinen Golfplätzen oder seinem Sohn machen", erklärte der Experte.

Die Trump-Administration wies die Vorwürfe entschieden zurück. Es bestünde kein Interessenskonflikt.

Dabei gibt es noch weitere Kritik an Trumps Golfgeschäften - nämlich die zunehmend fragwürdigen Kontakte, die im Namen des Golfsports gepflegt werden.

Donald Trumps Beziehungen zu Saudi-Arabien

So sind Trumps Golfclubs seit langem Austragungsorte für LIV-Golf-Veranstaltungen – eine Wettkampfreihe, die hauptsächlich durch die saudische Regierung unterstützt wird. Mehr noch: Donald Trump soll sich rege um die Aufmerksamkeit des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman bemühen, der den saudischen Journalisten Jamal Khashoggi ermordet haben soll. 

Kathleen Clark, Professorin für Regierungsethik an der Washington University in St. Louis, stellt gegenüber CNN klar: "Saudi-Arabien ist eine mörderische, autoritäre, antidemokratische Region." Sie wird Donald Trump sogenanntes "Sportswashing" vor - die Nutzung hochkarätiger Sportveranstaltungen zur Aufwertung des globalen Images. Laut Clark "ein wirklich gutes Beispiel dafür ist, wo seine Prioritäten liegen".

Kritiker fordern schnelles Handeln des Repräsentantenhauses

Don Heider, Geschäftsführer des "Markkula Center for Applied Ethics" an der Santa Clara University fordert die Regierung auf, Donald Trump in die Schranken zu weisen. "Wo bleibt die Ethik all der Mitglieder des Senats und des Repräsentantenhauses? ... Warum haben sie so große Angst vor politischem Druck, dass sie nicht konsequent die Wahrheit sagen und diesen Präsidenten zur Rechenschaft ziehen?"

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