Wladimir Putin: "Frieden" für die Parade - seine Waffenruhe ist an Heuchelei kaum zu überbieten
Wladimir Putin hat über die Weltkriegs-Gedenktage erneut eine Waffenruhe im Ukraine-Krieg verkündet. Doch die Vergangenheit hat gezeigt: Solche Pausen halten oft nicht lange. Auch dieses Mal dürfte es sich nicht um ein ernsthaftes Friedenssignal, sondern um eine Propaganda-Show verknüpft mit politischem Kalkül handeln. Ein Kommentar.
Von news.de-Redakteurin Franziska Kais - Uhr
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- Kommentar: Wladimir Putins Waffenruhe nur politisches Theater
- Friedensangebot des Kremlchefs als Propaganda-Show
- Warum niemand Putins Friedensgeste glauben sollte
Wladimir Putin hat eine neue Waffenruhe verkündet. Zwei Tage lang, über die Weltkriegs-Gedenktage am 8. und 9. Mai, sollen die Waffen im Ukraine-Krieg schweigen. Ausgerechnet dann, wenn Russland sich selbst beim Gedenken an den Sieg über Nazi-Deutschland feiert. Der Kreml spricht von einer humanitären Geste. Tatsächlich spricht vieles dafür, dass es vor allem um eines geht: eine störungsfreie Militärparade.
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Wladimir Putins Waffenruhe nur politisches Theater
Denn Wladimir Putins Waffenruhen sind, wie die Vergangenheit gezeigt hat, keine ernst zu nehmenden Friedensangebote. Das Muster des Kremlchefs ist inzwischen bekannt: Moskau kündigt Feuerpausen an, beschwört Verantwortungsbewusstsein und Menschlichkeit, doch nur wenig später werden erneut Raketen abgefeuert. Frühere Weihnachts- oder Osterwaffenruhen endeten bislang immer in gegenseitigen Schuldzuweisungen und in bestätigten Berichten über anhaltenden Beschuss.
Friedensangebot des Kremlchefs dient allein Propaganda-Zwecken
Wer also ernsthaft glaubt, Wladimir Putin habe plötzlich sein humanitäres Gewissen entdeckt, der täuscht sich gewaltig und verwechselt Propaganda mit Politik. Wladimir Putin braucht am 9. Mai keine Bilder brennender Raffinerien, ukrainischer Drohnen oder explodierender Munition über Moskau. Er braucht Panzer in Reih und Glied, wehende Fahnen und die altbekannte Inszenierung russischer Größe. Denn der "Tag des Sieges" ist in Russland kein stilles Gedenken, sondern staatlich choreografierte Selbstbeweihräucherung.
Putins "Waffenruhe" am Tag des Sieges an Heuchelei kaum zu überbieten
Mehr Heuchelei ist in diesem Zusammenhang kaum denkbar. Ausgerechnet an jenem Datum, an dem an die Befreiung Europas von einem Angriffskrieg erinnert wird, versucht sich Russland als Friedensstifter zu inszenieren, während es selbst seit Jahren Städte zerbombt, Zivilisten tötet und Grenzen mit Gewalt verschiebt. Natürlich wäre jede Stunde ohne Beschuss für die Menschen in der Ukraine ein Gewinn. Doch Vertrauen entsteht nicht durch Kreml-Verlautbarungen, sondern durch Verlässlichkeit. Und die existiert in diesem Krieg auf russischer Seite nicht.
Dieser Feuerpause Beachtung zu schenken, ist deshalb kaum nötig. Denn am Ende des Tages wird Wladimir Putin auch diese erneut brechen.
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fka/hos/news.de
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