Wette auf Maduro-Festnahme: US-Soldat nutzte Geheimwissen – Republikanerin fordert Begnadigung
Ein US-Soldat wettete auf den Sturz von Venezuelas Ex-Präsident Maduro. Er gewann. Jetzt fordert eine republikanische Abgeordnete seine Begnadigung und wirft dem Kongress vor, selbst ungestraft Insiderhandel zu betreiben.
Erstellt von Sabrina Böhme - Uhr
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- US-Soldat wettete auf Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro
- 38-Jähriger soll mit Insiderwissen knapp 410.000 Dollar Gewinn gemacht haben
- Republikanerin bittet Trump um Begnadigung des Soldaten
Ein US-Soldat (38) wurde festgenommen, nachdem er mutmaßlich mit Insiderwissen auf die Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro gewettet hatte. Der Soldat soll dabei auf einer Vorhersage-Plattform einen Gewinn vonrund 400.000 Dollar erzielt haben, wie "CNN" unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertraute Person berichtet.
US-Soldat wettete auf Festnahme von Maduro
Der Soldat nutzte demnach seine Informationen auf der Plattform Polymarket, auf der man nach dem Prinzip von Börsenkontrakten Wetten auf das Eintreten bestimmter Ereignisse abschließen kann. Der Soldat setzte der Klageschrift zufolge gut 33.000 Dollar unter anderem darauf, dass Maduro Ende Januar nicht mehr im Amt sein werde und zugleich US-Truppen in Venezuela eingesetzt würden. Das habe ihm knapp 410.000 Dollar eingebracht.
Wette aufgeflogen – Insiderwissen missbraucht?
Die verdächtig erfolgreiche Wette hatte gleich im Januar Aufsehen erregt. Mit der Anklage könnte das Rätsel gelöst sein, welcher Insider dahintersteckte. Dem Soldaten wird unter anderem vorgeworfen, Regeln gegen den Einsatz nicht öffentlicher Regierungsinformationen für Geschäfte verletzt zu haben. Ihm droht in der Spitze eine jahrzehntelange Haft.
Der Klageschrift zufolge schleuste der Soldat seinen Gewinn über ein Kryptowährungs-Konto im Ausland - und beantragte bei Polymarket auch die Schließung seines Accounts, um seine Identität zu verschleiern.
Republikanerin fordert von Donald Trump Begnadigung für den wettenden US-Soldaten
Die republikanische Kongressabgeordnete Anna Paulina Luna aus Florida springt dem angeklagten Soldaten zur Seite. "Vielleicht keine populäre Meinung, aber ich fordere eine Begnadigung für diesen Mann", schrieb sie am Donnerstag (23. April 2026) auf X.
Gleichzeitig attackierte Luna das Justizministerium scharf. Die Behörde solle sich lieber um "all die Gauner im Kongress kümmern, die derzeit Insiderhandel betreiben", forderte sie. Solange das Ministerium nicht auch gegen Kongressmitglieder vorgehe, handle es sich nicht um Gerechtigkeit. "Das ist schlicht verzerrte Justiz", kritisierte die Abgeordnete. "Es gibt keine 'Gerechtigkeit', wenn Leute wie er das volle Strafmaß bekommen, während Abgeordnete jeden Tag illegal profitieren."
Maybe not a popular take but I am calling for this guy to be pardoned. Unless the DOJ plans on going after all the crooks in congress currently insider trading, this is simply skewed justice. There is no “justice” when guys like this get the book thrown at him yet members are… https://t.co/b5hFXY3Ryp
— Rep. Anna Paulina Luna (@RepLuna) April 23, 2026
Keine Haftstrafe für Soldat? Kongressabgeordnete spricht von fehlender Gerechtigkeit
Trotz ihrer Forderung nach Begnadigung distanziert sich Luna von van Dykes Verhalten. "Ich stimme dem, was er getan hat, nicht zu", stellte sie klar. Dennoch hält sie eine Inhaftierung für unverhältnismäßig.
Als Alternative schlägt die Republikanerin vor, dass der Soldat lediglich zur Herausgabe sämtlicher Gewinne verpflichtet werden solle. Ihre Kritik richte sich dabei weniger gegen die Strafverfolgung an sich als gegen deren Selektivität: Solange das Justizministerium nicht plane, auch den Kongress ins Visier zu nehmen, könne von echter Gerechtigkeit keine Rede sein.
Wett-Plattformen in den USA umstritten
Die Vorhersage-Plattformen Polymarket und Kalshi sind in den USA gerade umstritten. Einige Bundesstaaten versuchen, solche Angebote wie Wett-Dienste zu regulieren. Die Handelsaufsicht CFTC beharrt dagegen darauf, dass es sich dabei eher um Börsen handelt, und sieht sich in der Zuständigkeit. Die CFTC (Commodity Futures Trading Commission) zog auch gegen den Soldaten vor Gericht.
Maduro war Anfang Januar von US-Truppen in der Hauptstadt Caracas festgenommen und nach New York ausgeflogen worden. Dort ist er unter anderem wegen des Vorwurfs des "Drogenterrorismus" angeklagt.
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bos/news.de/dpa/stg
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