Donald Trump: Gedanken über Rauswurf - Analyst sieht nach Minister-Chaos keinen Weg zurück

Eine qualifizierte Expertin im Trump-Kabinett: Für einen Politikanalysten ist das der deutlichste Beweis dafür, dass im Weißen Haus Panik ausgebrochen ist. Nach einer Skandalwoche greift die Regierung offenbar zu verzweifelten Maßnahmen.

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Donald Trump holt sich nach einer Skandalwoche eine Expertin in sein Kabinett. (Foto) Suche
Donald Trump holt sich nach einer Skandalwoche eine Expertin in sein Kabinett. Bild: picture alliance/dpa/AP | Julia Demaree Nikhinson
  • Donald Trump und Susie Wiles: Verzweifelte Personalentscheidung nach Skandalwoche
  • Kontroversen um Vance, Hegseth, Kennedy und Patel
  • Analyst behauptet: Trump denkt darüber nach, seine Minister loszuwerden
  • Trump und seine Stabschefin wollen Chaos eindämmen

Donald Trump und seine Stabschefin Susie Wiles befinden sich nach Einschätzung des Politikanalysten David Rothkopf im Panikmodus. Der ehemalige Chefredakteur von "Foreign Policy" sieht in der Ernennung von Dr. Erica Schwartz zur Direktorin der Gesundheitsbehörde (CDC) ein deutliches Zeichen dafür, dass das Weiße Haus angesichts einer beispiellosen Skandalwoche mit Politiker-Verfehlungen und dem Rücktritt von Arbeitsministerin Lori Chavez-DeRemer verzweifelt gegensteuert.

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Die "schlechtesten Leute" ausgewählt: Kontroversen um Vance, Hegseth und Co.

Auslöser waren einige prominente Mitglieder in Trumps Kabinett. Die Kontroversen um Vizepräsident J.D. Vance, Verteidigungsminister Pete Hegseth, FBI-Direktor Kash Patel und Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. hätten sich innerhalb weniger Tage zu einer regelrechten Kaskade entwickelt. "Sie haben die schlechtesten Leute ausgewählt, die sie finden konnten, um zu zeigen: 'Hey, wir können die schlechtesten Leute auswählen.' Und jetzt fliegt ihnen das um die Ohren", erklärte Rothkopf im "Daily Beast Podcast". Für ihn sind Vance, Patel, Hegseth und Kennedy schon angezählt. "Trump weiß, dass sie gehen müssen, und Susie Wiles weiß es auch", so der Analyst.

Skandalwoche erschüttert Trumps Kabinett

In der vergangenen Woche sorgten Trumps Kabinettsmitglieder für Aufsehen. Vizepräsident Vance sorgte beispielsweise für Empörung, als er dem Papst riet, "vorsichtig zu sein, wenn er über theologische Fragen spricht". Verteidigungsminister Hegseth wiederum erntete Spott, weil er bei der Würdigung einer Rettungsmission im Iran-Krieg ein Gebet zitierte, das größtenteils von Quentin Tarantino für den Film "Pulp Fiction" erfunden wurde.

Am Wochenende übernahm FBI-Direktor Patel die Schlagzeilen, nachdem "The Atlantic" brisante Vorwürfe veröffentlichte, wonach der 46-Jährige exzessiv trinke und sich erratisch verhalte. Patel wies die Anschuldigungen zurück. Gesundheitsminister Kennedy steht derweil wegen seiner Verschwörungstheorien und fehlenden medizinischen Ausbildung in der Kritik.

Chaos im Trump-Kabinett: Analyst sieht Personalentscheidung als Zeichen der Verzweiflung

Die Nominierung von Dr. Erica Schwartz zur CDC-Chefin sticht aus Trumps bisherigen Personalentscheidungen deutlich hervor. Die Absolventin der Brown University und ehemalige stellvertretende Surgeon General ist eine anerkannte Expertin für öffentliche Gesundheit – und Befürworterin von Impfungen. "Sie haben eine CDC-Chefin ernannt, die eine Frau ist, die tatsächlich eine Fachfrau für öffentliche Gesundheit ist, die im Fachgebiet respektiert wird, und die eine Woman of Color ist – die am wenigsten Trump-typische Nominierung, die sie irgendwo gemacht haben, und eine gute Wahl", analysierte Rothkopf. Diese Ernennung markiert eine scharfe Abkehr von der bisherigen Linie unter Kennedy, der einen wichtigen Impfberatungsausschuss mit Impfskeptikern besetzt hatte. Rothkopf deutet den Kurswechsel unmissverständlich: "Sie sagen einfach: 'Gott, wir brauchen die Kopfschmerzen nicht. Lasst uns einen Profi holen.'"

Stabschefin Susie Wiles, die 68-Jährige mit dem Spitznamen "Ice Maiden", hatte sich eigentlich vorgenommen, die Aufmerksamkeit auf die Bemühungen der Regierung in Sachen Lebenshaltungskosten zu lenken – mit Blick auf die Zwischenwahlen im November. Doch die Skandale ihrer Kabinettskollegen haben diese Strategie torpediert.

Es gibt kein Zurück mehr für Susie Wiles

Rothkopf zufolge hatte Wiles zunächst Anerkennung dafür erhalten, dass sie weniger Personalwechsel zuließ als während Trumps erster Amtszeit und das Chaos unter Kontrolle zu halten schien. Diese Zeiten seien jedoch vorbei: "Sie hat einfach den Punkt erreicht, an dem es kein Zurück mehr gibt", konstatierte der Analyst. Die Ernennungen hätten ein "goldenes Zeitalter des Chaos" eingeläutet, das Trump und Wiles nun verzweifelt einzudämmen versuchten.

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