Festnahme in Russland: Deutsche soll in Anschlagsplan verwickelt gewesen sein

In Russland ist eine deutsche Staatsbürgerin festgenommen worden, die nach Angaben der Behörden in einen mutmaßlichen Anschlagsplan verwickelt gewesen sein soll. Der Vorfall ereignete sich in der Stadt Pjatigorsk im Süden des Landes.

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Deutsche in Russland festgenommen: Bombe im Rucksack – Anschlag offenbar geplant (Foto) Suche
Deutsche in Russland festgenommen: Bombe im Rucksack – Anschlag offenbar geplant Bild: AdobeStock/ Sandor Szmutko
  • Deutsche in Russland mit Sprengsatz im Rucksack festgenommen
  • Behörden sprechen von vereiteltem Anschlagsplan
  • Vorwürfe richten sich gegen ukrainische Hintermänner

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Der russische Inlandsgeheimdienst FSB hat nach eigenen Angaben eine deutsche Staatsbürgerin wegen Terrorverdachts festgenommen. Die 1969 geborene Frau soll versucht haben, im Auftrag ukrainischer Geheimdienste in der Stadt Pjatigorsk in der Region Stawropol im Nordkaukasus einen Terroranschlag auszuführen. Ziel sei eine Einrichtung der russischen Strafverfolgungsbehörden gewesen, teilte der FSB mit. Von unabhängiger Seite überprüfbar sind die Vorwürfe nicht.

Wie russische Staatsmedien unter Berufung auf den Inlandsgeheimdienst FSB berichten, soll die Frau einen selbstgebauten Sprengsatz bei sich getragen haben. Experten zufolge habe es sich um eine improvisierte Bombe mit einer Sprengkraft von rund 1,5 Kilogramm TNT gehandelt. Die Vorrichtung sei rechtzeitig entdeckt und unschädlich gemacht worden, bevor es zu einer Explosion kommen konnte.

Ziel: Einrichtung von Sicherheitsbehörden

Laut "Bild" soll ein Gebäude von Sicherheitskräften Ziel des geplanten Angriffs gewesen sein. Der Sprengsatz hätte demnach in unmittelbarer Nähe gezündet werden sollen. Die Behörden gehen davon aus, dass die Explosion aus der Ferne ausgelöst werden sollte. Eine weitere Person soll laut Berichten für die technische Umsetzung verantwortlich gewesen sein.

FSB erhebt schwere Vorwürfe

Der russische Geheimdienst macht ukrainische Akteure für die Planung verantwortlich. Demnach sollen Hintermänner versucht haben, die deutsche Staatsbürgerin gezielt in den Plan einzubinden. Dabei sei sie möglicherweise ohne vollständige Kenntnis der tatsächlichen Absichten instrumentalisiert worden. Offizielle unabhängige Bestätigungen für diese Darstellung gibt es bislang nicht.

Videos und angebliche Aussagen veröffentlicht

Russische Medien verbreiteten zudem Aufnahmen, die sowohl die Festnahme als auch ein mutmaßliches Geständnis zeigen sollen. In diesen Aussagen berichtet die Frau, sie sei über das Internet kontaktiert und für eine vermeintliche Tätigkeit angeworben worden. Die Echtheit und Umstände dieser Aussagen lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen.

Hintergründe weiter unklar

Viele Details zu dem Fall bleiben bislang offen. Unklar ist insbesondere, in welchem Umfang die Festgenommene tatsächlich in die Pläne eingeweiht war. Der Vorfall reiht sich in die angespannte politische Lage zwischen Russland und der Ukraine ein, in der gegenseitige Vorwürfe und Anschuldigungen weiterhin zunehmen.

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/loc/news.de/dpa

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