Donald Trump frohlockt: US-Marine schießt Loch in iranischen Frachter - Iran droht mit Vergeltung

Donald Trump frohlockt, während die Lage im Iran-Krieg eskaliert: Die US-Marine hat im Arabischen Meer einen iranischen Frachter unter ihre Kontrolle gebracht. Jetzt droht Teheran mit Vergeltung, während die Waffenruhe in wenigen Stunden ausläuft.

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Donald Trump hat in einem Social-Media-Post den US-amerikanischen Beschuss des iranischen Frachters "Touska" gefeiert. (Foto) Suche
Donald Trump hat in einem Social-Media-Post den US-amerikanischen Beschuss des iranischen Frachters "Touska" gefeiert. Bild: picture alliance/dpa/AP | Manuel Balce Ceneta
  • USA bringen iranisches Frachtschiff "Touska" unter Kontrolle
  • Vorwurf der "bewaffneten Seepiraterie" - Iran kündigt Vergeltung an
  • US-Marine beschießt Frachter - Donald Trump feiert "vollständige Kontrolle" in Social-Media-Post

Die US-Marine will am frühen Morgen des 20. April den iranischen Frachter "Touska" im Golf von Oman unter ihre Kontrolle gebracht haben. Das rund 274 Meter lange Schiff hatte versucht, die seit dem 13. April bestehende amerikanische Seeblockade zu durchbrechen, informierte US-Präsident Donald Trump in einem Post bei Truth Social.

US-Marine entert iranisches Frachtschiff "Touska" im Golf von Oman

Über sechs Stunden lang ignorierte die Besatzung sämtliche Warnungen des US-Militärs. Schließlich forderte der Lenkwaffenzerstörer "USS Spruance" die Crew auf, den Maschinenraum zu räumen. Anschließend setzten mehrere Schüsse den Antrieb außer Gefecht, bei dem Angriff sei ein Loch in den Maschinenraum des Frachtschiffes geschossen worden.

Iranischer Frachter "vollständig unter unserer Kontrolle" laut US-Präsident

"Heute versuchte das iranische Frachtschiff "Touska", fast 275 Meter lang und fast so schwer wie ein Flugzeugträger, unsere Seeblockade zu durchbrechen - mit verheerenden Folgen", verkündete US-Präsident Donald Trump auf Truth Social. Das Schiff befinde sich nun in Gewahrsam der US-Marines. Laut Trump steht die "Touska" wegen früherer illegaler Aktivitäten auf der Sanktionsliste des US-Finanzministeriums. "Wir haben das Schiff vollständig unter unserer Kontrolle und untersuchen die Ladung!", frohlockte der US-Präsident weiter.

Donald Trump feiert Angriff auf Frachter "Touska" - Iran droht mit Vergeltung für "Seepiraterie"

Das iranische Militär reagierte mit scharfer Kritik auf die Aktion der US-Marine und bezeichnete den Angriff auf die "Touska" als "bewaffnete Seepiraterie". Das iranische Hauptquartier Khatam al-Anbiya kündigte über den regierungstreuen Sender Press TV an, man werde "bald reagieren".

Nach Angaben des US-Regionalkommandos CENTCOM befand sich der Frachter auf dem Weg in die iranische Küstenstadt Bandar Abbas in der Straße von Hormus. Im Rahmen der Blockade wurden bereits 25 Schiffe angewiesen, umzukehren oder iranische Häfen anzusteuern. Was genau die "Touska" transportierte, bleibt bislang unklar. Die US-Behörden prüfen derzeit die Ladung des Frachters. Welche Konsequenzen der Vorfall für die ohnehin angespannten Beziehungen zwischen Washington und Teheran haben wird, ist offen.

Waffenruhe im Iran-Krieg endet - Teheran verweigert Gespräche

Die zwischen Washington und Teheran vereinbarte zweiwöchige Waffenruhe läuft am späten 21. April aus. Trotz intensiver Vermittlungsbemühungen von Pakistan, Ägypten und der Türkei zeichnet sich keine diplomatische Lösung ab. Der Iran erteilte neuen Verhandlungen eine klare Absage. "Es gibt derzeit keine Pläne, an der nächsten Runde der Gespräche zwischen dem Iran und den USA teilzunehmen", meldete der staatliche Sender "Irib" am Sonntag. Eine US-Delegation unter Vizepräsident JD Vance sollte ab Montag in Pakistan eintreffen.

Donald Trump kündigte an, Teheran einen "vernünftigen Deal" anzubieten. Gleichzeitig drohte er für den Fall einer Ablehnung: Die USA würden "jedes Kraftwerk und jede Brücke im Iran" zerstören. Die erste Verhandlungsrunde in Islamabad war nach 21 Stunden gescheitert.

Eskalation im Iran-Krieg lässt Ölpreise in die Höhe schießen

Die Eskalation im Golf von Oman treibt die Energiemärkte an. Am Montagmorgen legte der Preis für die US-Referenzsorte WTI um 7,5 Prozent zu, während die Nordseesorte Brent um 6,5 Prozent stieg.

Der Persische Golf, die Straße von Hormus und der Golf von Oman in einer undatierten, von der NASA zur Verfügung gestellten, Satellitenaufnahme. (Foto) Suche
Der Persische Golf, die Straße von Hormus und der Golf von Oman in einer undatierten, von der NASA zur Verfügung gestellten, Satellitenaufnahme. Bild: -/The Visible Earth/NASA/dpa/dpa

Die Straße von Hormus gilt als eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten weltweit. Normalerweise passiert ein Fünftel der globalen Öl- und Flüssigerdgaslieferungen diese Meerenge. Teheran hatte die Passage seit Ende Februar weitgehend für die internationale Schifffahrt gesperrt.

Die Lage verschärfte sich zusätzlich, als der Iran am 18. April seine kurzzeitige Öffnung der Meerenge nach nur einem Tag wieder rückgängig machte. Die iranische Armeeführung begründete diesen Schritt mit der anhaltenden US-Blockade iranischer Häfen. Im Zuge der amerikanischen Maßnahmen wurden bereits 25 Schiffe zur Umkehr gezwungen.

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/news.de/dpa/stg

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