Donald Trump: Ex-Vertraute entfacht neue Spekulationen um Trump-Attentat

In sozialen Netzwerken verbreiten sich erneut unbelegte Spekulationen rund um das Attentat auf Donald Trump in Butler – ausgelöst ausgerechnet durch einen Beitrag aus dem eigenen, republikanischen Lager. Die Hintergründe.

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Am 13. Juli 2024 gab es ein Attentat auf Donald Trump in Butler, Pennsylvania. Seitdem häufen sich im Internet die Gerüchte. (Foto) Suche
Am 13. Juli 2024 gab es ein Attentat auf Donald Trump in Butler, Pennsylvania. Seitdem häufen sich im Internet die Gerüchte. Bild: dpa/AP/Julia Demaree Nikhinson
  • Marjorie Taylor Greene überrascht bei X mit ungewöhnlichem Trump-Post
  • Sie schürt Zweifel - war das Trump-Attentat in Pennsylvania nur inszeniert?
  • Fehlende Aufklärung nach Attentat auf Donald Trump? Republikanische Ex-Abgeordnete legt nach

Die frühere Kongressabgeordnete aus Georgia und einst enge Vertraute von Donald Trump, Marjorie Taylor Greene, hat sich einer wachsenden Gruppe abtrünniger MAGA-Anhänger angeschlossen, die den Attentatsversuch auf den damaligen Präsidentschaftskandidaten in Frage stellen. In den sozialen Medien sorgen ihre Worte für Aufruhr.

Ex-Abgeordnete Marjorie Taylor Greene schürt Gerüchte über Trump-Attentat

Marjorie Taylor Greene forderte am Samstag auf der Plattform X, dass "ausgerechnet Präsident Trump die Aufklärung der Ereignisse an jenem Tag in Butler, Pennsylvania, während einer Wahlkampfrede vor zwei Jahren vorantreiben" solle. "Warum tut er es nicht?", fragte sie provokant. "Das ist die Frage."

Die Republikanerin teilte dabei einen ausführlichen Beitrag der ehemaligen texanischen Delegierten Trisha Hope, der unbelegte Behauptungen enthält, der Anschlag vom 13. Juli 2024 sei inszeniert gewesen. Greene bezeichnete den Post als "äußerst wichtigen Beitrag, der es wert ist, gelesen und bedacht zu werden".

Ehemalige Delegierte zeigt Ungereimtheiten auf

Die ehemalige Delegierte des republikanischen Nationalkonvents aus Texas führt in ihrem Beitrag mehrere angebliche Ungereimtheiten auf. Ihr erstes "Warnsignal" sei Trumps Ankündigung auf dem Parteitag wenige Tage nach dem Vorfall gewesen: Er werde die Geschichte nur ein einziges Mal erzählen und danach nie wieder darüber sprechen, weil sie "zu schmerzhaft" sei.

"Wenn jemand lügt ..."

"Wenn jemand lügt, und zwar eine so große Lüge, ist es schwer, sich an alle Details zu erinnern", schrieb Hope. Sie interpretierte Trumps Aussage als Versuch, weitere Diskussionen zu unterbinden. Sein Verhalten erschien ihr "völlig untypisch", da "niemand Trump mehr liebt als er selbst".

Zudem fand sie es "seltsam", dass der Präsident nicht "energisch" gegen jene Secret-Service-Agenten vorging, deren Versäumnisse den Anschlag ermöglicht hatten.

Die Beförderung als Beweis?

Hope kritisiert auch Trumps Personalentscheidung nach dem Vorfall scharf. Der Präsident ernannte Sean M. Curran kurz nach seinem Wahlsieg zum Direktor des Secret Service und würdigte ihn öffentlich dafür, "sein Leben riskiert zu haben, um meines vor der Kugel eines Attentäters zu retten".

Trump inszeniert sich nach dem Mordversuch als blutverschmierter Held

Das ikonische Foto von Trump mit erhobener Faust und blutverschmiertem Gesicht erscheint der ehemaligen Delegierten ebenfalls verdächtig. Die Agenten hätten um ihn herumgekauert, dabei aber seinen Kopf ungeschützt gelassen – obwohl sich möglicherweise weitere Attentäter in der Menge befunden haben könnten. Das Bild wirke "zu sehr auf die Presse zugeschnitten".

Ihre schockierendste Anschuldigung: Der getötete freiwillige Feuerwehrmann Corey Comperatore sei "geopfert" worden, um dem angeblich inszenierten Anschlag Glaubwürdigkeit zu verleihen.

Sonderkommission widerspricht den Fake-Theorien zum Trump-Attentat

Klar ist jedoch: Für die Behauptungen einer Inszenierung fehlen jegliche Belege! Eine bundesweite Sonderkommission untersuchte den Vorfall und kam zu dem Ergebnis, dass sich die Schießerei genau so ereignet hatte, wie offiziell dargestellt.

Das Ministerium für Innere Sicherheit stellte allerdings Versäumnisse bei den Sicherheitsbehörden fest, die Trump angreifbar gemacht hatten. Sechs Secret-Service-Agenten wurden daraufhin suspendiert.

Greenes Verbreitung von Hopes Beitrag löste innerhalb weniger Stunden fast 1000 Kommentare aus. Einige Nutzer:innen zogen Vergleiche zum Attentat auf Ronald Reagan durch John Hinckley Jr., bei dem die Agenten den Präsidenten sofort in die Limousine geworfen und mit ihren Körpern geschützt hatten.

Nur kurze Zeit später legte Marjorie Taylor Greene, die von Donald Trump unlängst bei Truth Social als "geistesgestört" bezeichnet wurde, auf ihrem X-Kanal noch einmal nach.

In einem weiteren Beitrag fragt sie sich, warum man nicht einfach die Informationen über den Attentäter für die Öffentlichkeit freigibt?

"Ich nenne das Attentat auf den Butler nicht einen Schwindel. Aber es gibt eine Menge Fragen, die öffentliche Antworten verdienen. Ich frage, warum Trump die Informationen über Matthew Crooks nicht freigibt? Hat er tatsächlich allein gehandelt? Wenn nicht, wer steckt hinter ihm und wer hat ihm geholfen? Warum der Vertuschungsversuch??"

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