Donald Trump: Blockade-Plan sorgt für Ölpreis-Schock – droht jetzt der Börsencrash?
Nach Donald Trumps Ankündigung, dass die USA nun selbst die Straße von Hormus blockieren wollen, stiegen erneut die Ölpreise und Aktien brachen ein. Welche weiteren Folgen sind für die Weltwirtschaft zu erwarten? Das sagen Experten.
Erstellt von Martin Gottschling - Uhr
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- Donald Trump kündigte US-Seeblockade der Straße von Hormus ab Montag an
- Darauf stiegen erneut die Ölpreise, und Aktien brachen ein
- Experten erwarten dennoch keinen Dauercrash an den Börsen
Nach dem vorläufigen Scheitern der diplomatischen Gespräche zwischen Washington und Teheran will die US-Marine am Montag um 16 Uhr MEZ eine Seeblockade in der Straße von Hormus starten. Betroffen sein sollen sämtliche Schiffe, die iranische Häfen ansteuern oder von dort auslaufen – unabhängig von ihrer Nationalität. Welche dramatischen Folgen drohen dadurch für die Weltwirtschaft?
Donald Trump kündigt Blockade der Straße von Hormus an: Ölpreise steigen, Verluste bei Aktien
Die Finanzmärkte reagierten umgehend auf die neue Situation am Persischen Golf. In der Nacht zum Montag kletterte der Preis für ein Barrel (159 Liter) Rohöl der Nordseesorte Brent mit Lieferung im Juni um bis zu neun Prozent auf fast 104 Dollar. Am frühen Morgen lag der Preis für den Öl-Future bei rund 102 Dollar und damit sieben Prozent über dem Niveau vom Freitagabend.Vor Beginn der Islamabad-Gespräche am Samstag hatte Brent noch bei 95,20 Dollar notiert.
Auch die asiatischen Aktienmärkte starteten mit Verlusten in die Woche. Der japanische Leitindex Nikkei 225 verlor knapp 0,9 Prozent, der südkoreanische Kospi gab rund ein Prozent nach. In Hongkong sank der Hang Seng ebenfalls um ein Prozent. Die ostasiatischen Volkswirtschaften sind besonders abhängig von Öllieferungen durch die Meerenge.
Droht ein schwarzer Montag nach Trumps Ankündigung? Das sagen Experten
Finanzexperten rechnen trotz der angespannten Lage nicht mit einem dramatischen Einbruch an den Märkten. Deka-Chefvolkswirt Ulrich Kater erklärte gegenüber "Bild": "Die Märkte stellen sich mehr und mehr auf eine längere Zeit der Ungewissheit am Persischen Golf ein." Ein Dauercrash sei selbst bei monatelangen Lieferengpässen nicht zwangsläufig – die Bewertungen würden sich auf niedrigerem Niveau einpendeln.
Ähnlich sieht es Finanzanalyst Christian W. Röhl von Scalable Capital: Die gegenseitigen Drohungen würden an den Rohstoffbörsen für erhebliche Schwankungen sorgen, erklärte er der "Bild". Sein Fazit: "Wenn auch Preise für länger laufende Lieferverträge steigen, würden sich die Inflationstendenzen verfestigen, was kritisch wäre. Schwarzer Montag eher nicht, aber Nebelwand voraus!" Carsten Brzeski, Chefsvolkswirt ING Bank, erwartet kein Börsenbeben, rechnet aber mit steigenden Ölpreisen und leicht nachgebenden Aktienkursen.
USA wollen Druck auf den Iran ausüben
Mit der Blockade verfolgt Trump ein doppeltes Ziel: Einerseits soll der Iran keine Durchfahrtsgebühren mehr von Reedereien kassieren können, andererseits will Washington Teheran von seinen Ölexporten abschneiden. Als einer der größten Ölproduzenten weltweit ist der Iran auf die Meerenge angewiesen, um seine Exporte auf die internationalen Märkte zu bringen.
Die Situation auf dem Weltmarkt hat sich seit dem Kriegsbeginn am 28. Februar, als US-israelische Angriffe auf den Iran erfolgten, verschärft. Teheran hatte daraufhin die Straße von Hormus blockiert und den Schiffsverkehr praktisch zum Erliegen gebracht.
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gom/bua/news.de/dpa/stg
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