Wladimir Solowjow: "USA haben kapituliert" - Putin-Sprachrohr zerlegt Trump

Erst drohte Donald Trump dem Iran mit der "Auslöschung einer ganzen Zivilisation", doch kurz vorm Ablauf seines Ultimatums die plötzliche Wende. Im russischen Staatsfernsehen wird das sofort ausgeschlachtet.

Von news.de-Redakteurin - Uhr

Wladimir Solowjow schießt scharf gegen Donald Trump. (Foto) Suche
Wladimir Solowjow schießt scharf gegen Donald Trump. Bild: picture alliance / dpa | Alexander Shcherbak/Tass/Host Ph
  • Donald Trump kündigt überraschend eine zweiwöchige Waffenruhe mit dem Iran an
  • Im russischen Staatsfernsehen wird die Entscheidung als Niederlage der USA und als Propaganda-Sieg für Moskau ausgeschlachtet
  • Kreml-Moderator Wladimir Solowjow attackiert Trump

Nach mehreren verschobenen Ultimaten hat US-Präsident Donald Trump im Konflikt mit dem Iran überraschend eine zweiwöchige Waffenruhe angekündigt. Auf seiner Plattform Truth Social erklärte der Republikaner, er sei bereit, Bombardierungen und Angriffe auszusetzen. Damit vollzieht Trump eine bemerkenswerte Kehrtwende und sorgt international für Reaktionen.

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Iran-Waffenruhe als US-Schwäche verhöhnt: Wladimir Solowjow zerlegt Donald Trump

Während die Waffenruhe international als Signal der Deeskalation gelesen werden könnte, wird sie im russischen Staatsfernsehen ganz anders interpretiert. Nämlich als Beweis US-amerikanischer Schwäche. Besonders aggressiv äußerte sich der bekannte Kreml-Propagandist Wladimir Solowjow, der Trumps Entscheidung in seiner Sendung als faktische Niederlage der Vereinigten Staaten darstellte. "Die Unterzeichnung eines Waffenstillstands für zwei Wochen bedeutet de facto, dass die USA kapituliert haben", fiel sein Urteil drastisch aus.

Für Solowjow ist die Waffenruhe kein diplomatischer Zwischenschritt, sondern ein Eingeständnis des Scheiterns. Seiner Darstellung nach habe Washington keines der eigenen militärischen oder politischen Ziele erreicht. Der Versuch, Druck auf Teheran auszuüben, sei nach seiner Einschätzung "völlig gescheitert". Er behauptete weiter, die militärische Führung der USA habe offenbar einsehen müssen, dass ihre tatsächlichen Möglichkeiten begrenzter seien als gedacht. Alles Weitere sei nur noch "Bla-Bla-Bla" und die Suche nach einem gesichtswahrenden Ausweg.

Kreml-Propagandist verspottet die USA als "Papiertiger"

Noch schärfer wurde der Ton, als Solowjow das amerikanische Vorgehen mit historischen Fehlschlägen verglich. Er zog Parallelen zum gescheiterten Versuch, nach der Islamischen Revolution die US-Botschaft in Teheran zu befreien. Die aktuelle Situation stelle für ihn eine "vernichtende Niederlage der fortgeschrittenen Landungsoperation Amerikas" dar. Dann legte er mit offenem Spott nach: "Es stellte sich heraus, dass jemand ein Papiertiger ist."

In seiner Sendung behauptete Solowjow weiter, die Amerikaner hätten keine einzige erfolgreiche Bodenoperation durchführen können und "keinen Quadratzentimeter iranischen Bodens eingenommen". Stattdessen hätten sie nach seiner Darstellung lediglich iranische Führungspersönlichkeiten ausgeschaltet – mit dem Effekt, dass nun noch radikalere Kräfte an deren Stelle getreten seien. Auch Trumps Darstellung, das Abkommen sei ein "völliger und umfassender Sieg", nahm Solowjow mit offener Häme auseinander.

Hinter der öffentlichen Häme steckt eine klare geopolitische Botschaft: Wer sich auf Washington verlässt, könnte am Ende im Stich gelassen werden. Genau dieses Bild versucht das russische Staatsfernsehen nun mit maximaler Wucht zu verbreiten. Die Waffenruhe wird dabei nicht als diplomatische Pause, sondern als symbolischer Verlust amerikanischer Stärke und Verlässlichkeit inszeniert.

Russischer TV-Experte zeichnet ein nukleares Horrorszenario

Doch die Sendung beließ es nicht bei politischer Propaganda. Ein weiterer Gast, der Experte Evgeny Tishkovets, skizzierte in derselben Ausgabe ein drastisches nukleares Katastrophenszenario. Er beschrieb die hypothetischen Folgen eines US-Atomschlags gegen den Iran und malte ein Bild mit verheerenden Auswirkungen weit über den Nahen Osten hinaus. Laut Tishkovets würde sich bei einer Bodenexplosion mit einer Sprengkraft von einer Megatonne bereits innerhalb von 24 Stunden eine radioaktive Spur in östlicher Richtung ausbreiten. Im Norden des Iran würde demnach stellenweise schwarzer Regen fallen. Ganze Regionen könnten dadurch für Landwirtschaft und menschliches Leben unbewohnbar werden. Die radioaktiven Partikel würden je nach atmosphärischer Höhe unterschiedliche Regionen erreichen – darunter Afghanistan, Pakistan, Indien mit Delhi sowie Bangladesch. Nach dieser Darstellung könnten nach zwei Tagen sogar Südchina, die koreanische Halbinsel, Japan und Alaska betroffen sein.

Besonders drastisch fiel auch die Prognose zur Dauer der Belastung aus: In der Troposphäre würden radioaktive Partikel demnach drei bis vier Wochen zirkulieren, in der Stratosphäre sogar bis zu 50 Jahre.

Der "Russian Media Monitor" veröffentlichte einen Mitschnitt der russischen Propaganda-Sendung mit englischen Untertiteln auf YouTube.

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