Donald Trump: US‑Präsident feiert Irans Raketen-Zerstörung - Experte warnt vor Täuschung

Iran greift weiterhin Israel und die Golfstaaten an, obwohl die USA und Israel Raketenlager zerstört haben. Weniger Raketen, höhere Treffergenauigkeit und schnelle Drohnenersatzlieferungen halten den Konflikt eskalierend.

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Donald Trump: Raketen weitgehend eliminiert – Iran schlägt trotzdem erbarmungslos zurück (Foto) Suche
Donald Trump: Raketen weitgehend eliminiert – Iran schlägt trotzdem erbarmungslos zurück Bild: picture alliance/dpa/AP | J. Scott Applewhite
  • Iran feuert weniger Raketen, trifft dafür häufiger
  • Drohnen bleiben entscheidend für Teherans Angriffskapazität
  • USA und Israel zielen auf dauerhafte Schwächung des Raketenprogramms

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Die Situation im Nahen Osten bleibt angespannt: US-Präsident Donald Trump und Israels Premier Benjamin Netanjahu behaupten, das iranische Raketenarsenal stark dezimiert zu haben. Dennoch startet Teheran weiterhin Raketen und Drohnenangriffe auf Israel und die Golfstaaten. Experten warnen, dass die tatsächliche Schlagkraft des Irans schwer einzuschätzen ist.

Weniger Abschüsse, höhere Trefferrate

Analysen zeigen: Während die Zahl der Abschüsse deutlich zurückging, stieg die Effizienz der Angriffe. Laut Kelly Grieco vom Stimson Center feuerte der Iran in den ersten Kriegstagen über 500 ballistische Raketen und 2000 Drohnen ab. Die Trefferquote lag dabei bei unter fünf Prozent. In den darauffolgenden Wochen sank die Abschussrate um über 90 Prozent, doch die Trefferquote nahm deutlich zu. Burcu Ozcelik vom Londoner Royal United Services Institute betont laut "Focus": "Die Raketenabschusskapazität wurde geschwächt, aber nicht vollständig ausgeschaltet." Teheran kann also weiterhin gezielt zuschlagen.

Unklarheit über Bestände und Produktionskapazitäten

Die genauen Zahlen des iranischen Arsenals sind unbekannt. Vor Kriegsausbruch schätzte das israelische Militär etwa 2500 ballistische Raketen, unabhängige Analysten sogar bis zu 6000. Hinzu kommen Zehntausende Drohnen des Typs Shahed 136, die Teheran schnell nachproduzieren kann. Matthew Powell von der Universität Portsmouth erklärt: "Drohnen sind kostengünstig, vielseitig einsetzbar und schwer zu neutralisieren. Sie ermöglichen dem Iran, Infrastruktur in gegnerischen Ländern zu treffen."

Auswirkungen von US- und Israel-Angriffen

Die USA und Israel haben gezielt Waffenlager und Produktionsstätten getroffen. Truppen- und Raketenproduktion wurde reduziert, doch unterirdische Anlagen bleiben aktiv. Alex Plitsas, ehemaliger Pentagon-Beamter, schätzt, dass der Iran seine Raketenproduktion von 300 auf 40 Stück pro Monat reduziert hat. Trotzdem versucht Teheran, die Abschusskapazitäten aufrechtzuerhalten. General Ali Mohammad Naeini der Revolutionsgarden erklärte, das Land produziere auch unter Kriegsbedingungen weiter. Nach einem Luftangriff wurde Naeini Berichten zufolge getötet, doch die Iraner setzen ihre Produktion offenbar fort.

Langfristige Strategie von Donald Trump

Ziel der US- und israelischen Angriffe sei nicht nur die kurzfristige Neutralisierung von Raketen und Drohnen, sondern vor allem die dauerhafte Schwächung des iranischen Arsenals. Burcu Ozcelik sagt: "Es geht darum, die Fähigkeit des Regimes zu brechen, sein Raketenprogramm nach Kriegsende schnell wieder aufzubauen."

Der Iran feuert zwar weniger Raketen, doch die Effizienz seiner Angriffe steigt, und seine Drohnenflotte bleibt ein schwer zu kontrollierendes Instrument.

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