Ukraine-Krieg aktuell: Wladimir Putin entfesselt Frühjahrsoffensive - das ist sein 500-Soldaten-Plan
Vieles spricht dafür, dass Wladimir Putin seine Frühjahrsoffensive im Ukraine-Krieg begonnen hat und seine 500-Soldaten-Strategie in die Tat umsetzen will, um den Donbass zu erobern. Im Fokus steht Experten zufolge ein schwer zu knackender Festungsgürtel.
Erstellt von Claudia Löwe - Uhr
Suche
- Ukraine-Krieg aktuell: Russland beginnt offenbar Frühjahrsoffensive mit 500 Soldaten
- Festungsgürtel in Region Donezk unter Beschuss - Wladimir Putin will Donbass erobern
- Kreml-Chef will Festungsgürtel einkesseln: So sieht Putins Strategie bei der Frühjahrsoffensive aus
Auch nach mehr als vier Jahren, die der russische Angriffskrieg auf die Ukraine bereits tobt, kennt Wladimir Putin kein Erbarmen - eher das Gegenteil ist der Fall. Nun deutet alles darauf hin, dass die russischen Streitkräfte offenbar ihre lange erwartete Frühjahrsoffensive gegen den ukrainischen Festungsgürtel im Donbass gestartet haben.
Ukraine-Krieg aktuell: Wladimir Putin beginnt Frühjahrsoffensive im Donbass
Das US-Institut für Kriegsstudien (ISW) kommt dem "Tagesspiegel" und "Focus online" zufolge in einer aktuellen Analyse zu dem Schluss, dass Moskau seine "für Frühjahr/Sommer 2026 angekündigte Offensive gegen den ukrainischen Festungsgürtel begonnen" hat. Der Festungsgürtel umfasst vier stark befestigte Städte im noch nicht besetzten Teil der Region Donezk. Eine Eroberung dieser Positionen würde Russland seinem Ziel, das gesamte Industriegebiet Donbass zu kontrollieren, deutlich näherbringen.
Wladimir Putin schickt nach Geländeverlusten 500 Soldaten in die Frühjahrsoffensive
Die Offensive folgt auf einen bemerkenswerten ukrainischen Erfolg: Im Februar gelang es Kiews Truppen erstmals seit 2023, mehr Territorium zurückzugewinnen als an anderer Stelle verloren ging. Dennoch haben die russischen Invasoren ihre Angriffsbemühungen nun massiv verstärkt. Besonders auffällig war ein Vorstoß am 19. März, der sich deutlich von bisherigen Operationen abhob. Rund 500 Infanteristen rückten dabei vor, unterstützt von zahlreichen Panzern und gepanzerten Fahrzeugen sowie mehr als 100 Motorrädern, Buggys und Geländewagen. Das ISW stuft diese Attacke als "deutlich größer" ein als vergleichbare Angriffe der vergangenen Monate.
Auffällig ist auch die verstärkte Nutzung von Gleitbomben durch die russische Luftwaffe. Diese Luftschläge dienen laut den Experten dazu, die ukrainischen Verteidigungsstellungen vor den Bodenangriffen zu schwächen. In den Wochen zuvor hatte Moskau offenbar schweres Gerät zurückgehalten, um es für die jetzt anlaufende Offensive einzusetzen.
Russische Frühjahrsoffensive im Detail: Zangenangriff auf den Festungsgürtel geplant
Die russische Strategie zielt auf eine Einkesselung des Festungsgürtels von zwei Seiten ab. Im Norden verstärken die Invasoren ihre Operationen in Richtung der Stadt Slowjansk. Eine dort aktive ukrainische Brigade berichtet von massiven Angriffen mit hoher Truppenstärke und schwerem Gerät. Gleichzeitig bereitet Wladimir Putin offenbar einen Vorstoß aus dem Süden auf Kostjantyniwka vor. Das ISW registriert Truppenverlegungen, die Ankunft schwerer Waffen sowie zunehmende Drohnen- und Artillerieangriffe in diesem Abschnitt.
Um die hohen Verluste bei den Angriffen auszugleichen, hat Russland laut ukrainischen Angaben die Grundausbildung seiner Bodentruppen drastisch verkürzt – von einem Monat auf nur noch eine Woche. So sollen neue Rekruten schneller an die Front gebracht werden.
Droht Wladimir Putin mit der Frühjahrsoffensive ein Debakel statt schneller Donbass-Eroberung?
Das ISW hält eine vollständige Einnahme der Festungsstädte für unwahrscheinlich. Stattdessen rechnen die Analysten mit "einigen taktischen Erfolgen unter erheblichen Verlusten" auf russischer Seite. Die mangelhafte Ausbildung der Soldaten dürfte zu diesen Verlusten beitragen. Die ukrainische Armee arbeitet aktiv daran, den russischen Vormarsch zu bremsen. Kiews Truppen greifen russische Mehrfachraketenwerfer im Norden des Festungsgürtels an und führen Luftschläge rund hundert Kilometer hinter der Frontlinie durch, um den Nachschub zu stören. Besonders am südlichen Frontabschnitt – dort, wo die Ukraine im Februar Gebiete zurückerobern konnte – führen die Verteidiger Gegenoffensiven durch. Diese Aktionen sollen die russischen Kräfte vom eigentlichen Angriff auf den Festungsgürtel ablenken.
Weitere Beiträge zum Thema Wladimir Putin und Ukraine-Krieg finden Sie hier:
- Paranoia außer Kontrolle - Kreml-Chef verkriecht sich abseits des Kreml
- Kreml-Papier enthüllt Verluste - Plan für Truppen-Aufstockung reines "Wunschdenken"
- Die Welt muss sich aufs Ende des Kreml-Chefs gefasst machen
- Ist Wladimir Putin das nächste Ziel? Vertrauter drängt zum Handeln
- Neue Befugnisse des Kreml-Chefs schüren Angst vor baldigem Nato-Krieg
loc/news.de/stg
Erfahren Sie hier mehr über die journalistischen Standards und die Redaktion von news.de.