Wladimir Solowjow: "Alles wird verschwinden" - Putin-Sprachrohr schürt Angst vor Nuklear-Apokalypse

Im russischen Staatsfernsehen warnen die Kreml-Propagandisten Wladimir Solowjow und Margarita Simonjan vor dem nuklearen Weltuntergang und benennen das absolute Böse. Wenig überraschend ist das im Westen zu verorten.

Von news.de-Redakteur - Uhr

Putin-Sprachrohr Wladimir Solowjow sieht das Ende der Welt kommen. (Foto) Suche
Putin-Sprachrohr Wladimir Solowjow sieht das Ende der Welt kommen. Bild: picture alliance / dpa | Alexander Shcherbak/Tass/Host Ph
  • Apokalypse-Alarm: Putin-Lieblinge warnen vor dem Ende der Welt
  • Wladimir Solowjow: Putins treues Sprachrohr im Staatsfernsehen
  • Putins eigene Verstrickungen bleiben ausgespart

Der russische Staats-Propagandist Wladimir Solowjow hat in seiner Sendung düstere Prophezeiungen über den Weltuntergang verbreitet. In seiner jüngsten Talkrunde warnte er vor dem drohenden Ende der Zivilisation durch die militärischen Auseinandersetzungen zwischen den USA, Israel und dem Iran. Nach Ansicht des Fernsehmoderators sei der Iran in der Lage, Israel vollständig von der Landkarte zu löschen. Beim YouTube-Kanal "Russian Media Monitor" können die Aussagen nachvollzogen werden.

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Apokalypse-Alarm: Putin-Lieblinge warnen vor dem Ende der Welt

An seiner Seite schlug Margarita Simonjan, die Chefin des Staatssenders RT, in dieselbe Kerbe. Sie prophezeite, die Entwicklungen könnten in einen nuklearen Konflikt münden, der unweigerlich das Ende der Welt bedeuten würde. Als Verantwortliche für die globale Krise identifizierte Solowjow die Ukraine, Europa und die Vereinigten Staaten, die er als das "absolute Böse" brandmarkte. Die beiden Kreml-Lautsprecher malten gemeinsam ein apokalyptisches Szenario an die Wand.

Wladimir Solowjow: Putins treues Sprachrohr im Staatsfernsehen

Wladimir Solowjow zählt zu den einflussreichsten Stimmen der russischen Staatspropaganda. Seit 2012 führt er durch die Sendung "Abend mit Wladimir Solowjow" auf dem Kanal Rossija-1 und hat sich dabei als Verfechter der Putin-Regierung etabliert. Für seine regierungsfreundliche Arbeit wurde er mit mehreren offiziellen Ehrungen ausgezeichnet.

Gemeinsam mit Persönlichkeiten wie Olga Skabejewa, Olesja Losewa und seiner Gesprächspartnerin Margarita Simonjan formt er maßgeblich die staatlich kontrollierte Medienkultur Russlands. Sein Format fungiert als zentrale Bühne zur Verbreitung der Moskauer Regierungslinie.

Besonders nach Kriegsbeginn in der Ukraine verschärfte Solowjow seinen Ton gegenüber dem Westen massiv. Städte wie Berlin, London und Paris greift er in seinen Sendungen wiederholt scharf an. Der Moderator forderte sogar mehrfach öffentlich, der Kremlchef solle militärische Einheiten in diese europäischen Metropolen schicken.

Putins eigene Verstrickungen bleiben ausgespart

Bei all den dramatischen Warnszenarien fiel eine bemerkenswerte Leerstelle in der Sendung auf. Während Solowjow und Simonjan ausführlich über die angebliche Verantwortung westlicher Staaten sprachen, fehlte beinahe jeglicher Verweis auf Moskaus eigene Rolle in den geschilderten Konflikten. Die engen Beziehungen zwischen Russland und dem Iran, über die sie spekulierten, blieben völlig unerwähnt.

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