Donald Trump: Ganz schön blamabel - Geheimdienstchefin widerspricht "The Don" öffentlich
Da steht Donald Trump blamiert da. Tulsi Gabbard, Chefin der US-Geheimdienste, stellt die Kriegsbegründung ihres eigenen Präsidenten infrage. Die iranischen Nuklearanlagen seien nicht wieder aufgebaut worden, erklärte sie.
Erstellt von Tobias Rüster - Uhr
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- Donald Trump: Zweifel an seiner Iran-Warnung
- Donald Trump bloßgestellt: Geheimdienstchefin widerspricht "The Don"
- Trump warnte vor Raketen gegen USA - trotz eigener Bestätigung der Zerstörung
- Rücktritt aus Protest gegen Trumps Krieg: "Keine unmittelbare Bedrohung" durch Iran
Die Rechtfertigung von US-Präsident Donald Trump für den Krieg gegen den Iran steht im Widerspruch zu aktuellen Erkenntnissen der amerikanischen Geheimdienste. Geheimdienstchefin Tulsi Gabbard teilte laut Nachrichtenagentur AFP mit, dass die iranischen Atomanlagen durch amerikanisch-israelische Luftschläge im vergangenen Juni vollständig zerstört wurden. Seitdem habe Teheran keinerlei Versuche unternommen, die Kapazitäten zur Urananreicherung wiederherzustellen.
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Donald Trump: Zweifel an seiner Iran-Warnung
Trump hatte die militärischen Angriffe auf den Iran jedoch damit gerechtfertigt, dass das Land unmittelbar vor der Fertigstellung von Atomwaffen stehe. In seiner Rede zur Lage der Nation Ende Februar behauptete er zudem, der Iran entwickle Raketen, die in Kürze amerikanisches Territorium erreichen könnten. Die Geheimdienstanalyse stellt diese Darstellung nun grundlegend infrage.
Donald Trump bloßgestellt: Geheimdienstchefin widerspricht "The Don"
Die militärische Operation mit dem Codenamen "Mitternachtshammer" im Juni 2025 habe das iranische Programm zur Urananreicherung vollständig ausgelöscht, bekräftigte Gabbard in einer schriftlichen Stellungnahme für die Anhörung des Senats-Geheimdienstausschusses. Die Geheimdienste hätten seither keine Anzeichen dafür gefunden, dass Teheran Anstrengungen unternommen habe, die zerstörten Anreicherungsfähigkeiten wieder aufzubauen.
- Auffällig ist, dass die Geheimdienstchefin diese Erkenntnisse in ihrer mündlichen Aussage vor dem Ausschuss nicht thematisierte.
- Als ein demokratischer Senator sie darauf ansprach, begründete die 44-Jährige dies mit Zeitknappheit.
- Gabbard ist bekannt für ihre isolationistische Haltung und hat sich wiederholt kritisch zu militärischen Interventionen der USA geäußert.
Trump warnte vor Raketen gegen USA - trotz eigener Bestätigung der Zerstörung
Der US-Präsident begründete die amerikanisch-israelischen Luftschläge, die am 28. Februar begannen, mit einer akut drohenden Gefahr durch das iranische Nuklearprogramm. Besonders widersprüchlich erscheint jedoch, dass Trump nach den Angriffen auf drei iranische Atomstandorte im Juni 2025 selbst wiederholt erklärt hatte, diese Einrichtungen seien komplett vernichtet worden. Trotzdem führten die USA kurz vor Beginn des aktuellen Krieges erneut Verhandlungen mit dem Iran über dessen Atomprogramm.
Rücktritt aus Protest gegen Trumps Krieg: "Keine unmittelbare Bedrohung" durch Iran
Einen Tag vor Gabbards Aussage war bereits ein hochrangiger Geheimdienstmitarbeiter aus Protest gegen den Krieg zurückgetreten. Joe Kent, der das Nationale Terrorabwehr-Zentrum (NCTC) leitete, wandte sich in einem offenen Schreiben direkt an Trump. Darin bestritt er, dass von Teheran eine akute Gefahr für die Vereinigten Staaten ausgegangen sei.
Kent machte stattdessen Druck aus Israel und dessen angeblich einflussreiche amerikanische Lobby für den Kriegsbeginn verantwortlich. Die USA hätten "diesen Krieg wegen Drucks aus Israel und seiner mächtigen amerikanischen Lobby begonnen", lautete ein Zitat aus dem Brief des ranghohen Mitarbeiters.
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rut/news.de/stg
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