Donald Trump: Wirbel nach Angriff auf Gasfeld - hat der US-Präsident gelogen?
Donald Trump droht die vollständige Zerstörung eines iranischen Gasfelds an. Zuvor hatte Israel die Anlage attackiert, der Iran reagierte mit Vergeltungsschlägen in Katar. Trump will nicht über den israelischen Plan informiert gewesen sein - offenbar eine Lüge.
Erstellt von Martin Gottschling - Uhr
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- Donald Trump will "South Pars"-Gasfeld im Iran zerstören, falls das Mullah-Regime erneut den Katar angreift
- US-Präsident behauptet, dass er zuvor nicht über einen ersten Angriff Israels auf das Gasfeld informiert gewesen sei
- Berichte legen jedoch nahe, dass Trump sehr wohl darüber Bescheid wusste
Der Konflikt im Nahen Osten eskaliert immer weiter: Israel griff am Mittwoch das Gasfeld "South Pars" im Iran an. US-Präsident Donald Trump drohte mit einer weiteren massiven Bombardierung der wichtigen Energiequelle. Gleichzeitig behauptete er, zuvor nicht über das israelische Vorgehen informiert gewesen zu sein - was bei Beobachtern für Verwunderung sorgt.
Donald Trump droht mit Zerstörung von iranischem Gasfeld auf Truth Social
Auf seiner Plattform Truth Social kündigte Trump an, das gesamte "South Pars"-Gasfeld zu zerstören, sollte der Iran erneut Energieanlagen im Katar angreifen. Der Angriff würde "mit einer Stärke und Schlagkraft, wie Iran es noch nie zuvor gesehen hat" erfolgen, so der Republikaner. Die Vereinigten Staaten würden dabei notfalls auch ohne israelische Unterstützung oder Zustimmung handeln.
US-Präsident will nichts von israelischem Angriff im Iran gewusst haben
Trump stellte in seinem Post klar, dass die USA angeblich nichts von dem israelischen Angriff auf das Gasfeld wussten. Auch Katar sei nicht daran beteiligt gewesen:
- "Leider wusste der Iran weder dies noch die anderen relevanten Fakten zum South-Pars-Angriff und griff daher ungerechtfertigt und unfair einen Teil der katarischen LNG-Anlage an."
Israel werde laut Angaben des US-Präsidenten zunächst keine weiteren Angriffe auf das Gasfeld starten.
Hat Donald Trump gelogen?
Wie "Raw Story" berichtet, gibt es Zweifel an Trumps Version der Geschehnisse. Demnach deuten mehrere Berichte darauf hin, dass die USA sehr wohl über den israelischen Plan zum Beschuss der Gasanlage Bescheid wussten und ihn sogar begrüßten. Laut "Focus online" schrieben die gut informierten US-Portale "Axios" und "Wall Street Journal" darüber.
Zu Trumps Post gab es "Raw Story" zufolge einige empörte Reaktionen in den sozialen Medien:
- "Es wäre schwer, eine umfassendere, verstörendere und erschreckend dystopische Präsidentenerklärung zu verfassen", soPhilip Gourevich, Redakteur bei "The New Yorker" auf Bluesky.
- "Man fragt sich, ob er das postet, weil die Katarer wütend sind", lautet ein weiterer Kommentar des Journalisten Yashar Ali auf X (vormals Twitter).
- Auch "Washington Post"-Kolumnist Max Boot bezichtigte Trump auf Bluesky der Lüge. Zahlreiche Berichte würden nahelegen, dass der US-Präsident den israelischen Angriff genehmigte. "Doch als der Iran zurückschlug, weigerte sich Trump, die Verantwortung zu übernehmen."
President Trump claims that the United States was not told in advance of the Israeli military strike on Iran’s gas field.
— Yashar Ali ???? (@yashar) March 19, 2026
However, multiple reports today from U.S. and Israeli outlets say the United States was warned in advance and approved the attack.
One has to wonder… pic.twitter.com/nmSg195vjW
Iran griff als Vergeltung wichtige Flüssiggasanlage in Katar an
Zum Hintergrund: Nach dem israelischen Angriff feuerte der Iran in den frühen Morgenstunden des Donnerstags Raketen auf das Industriegebiet Ras Laffan in Katar ab. Die Flüssiggasanlagen in dem für den Weltmarkt bedeutsamen Komplex erlitten nach Angaben des Betreibers Qatar Energy schwere Beschädigungen. Bereits am Mittwochabend hatte der Iran das Gebiet erstmals unter Beschuss genommen. Das katarische Innenministerium teilte mit, die ausgebrochenen Brände seien mittlerweile unter Kontrolle. Verletzte gab es demnach nicht. Als Reaktion auf die Angriffe erklärte Katar die Militär- und Sicherheitsattachés der iranischen Botschaft sowie deren Mitarbeiter zu unerwünschten Personen und verwies sie des Landes. Katar ist in der Golfregion ein wichtiger Verbündeter der USA.
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gom/sfx/news.de/dpa/stg
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