Wladimir Putin: Angst vor Estland-Einmarsch - so würde die Nato auf einen Russen-Angriff reagieren
Putins Propagandisten drohen damit, dass Russland in naher Zukunft in die estnische Grenzstadt Narva einmarschieren wird. Doch was würde passieren, wenn Wladimir Putin in Estland tatsächlich ernst macht? Militärexperte Carlo Masala schlägt bereits Alarm.
Erstellt von Franziska Kais - Uhr
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- Putin-Propagandisten schüren Sorge vor Estland-Einmarsch
- Militärexperte erklärt, wie Nato auf Russen-Angriff reagieren würde
- Carla Masala schlägt Alarm: Keine Nato-Truppen in Grenzstadt Narva
Russische Propagandaaktivitäten rund um eine angebliche "Volksrepublik Narva" versetzen das baltische Nato-Mitglied Estland in Alarmbereitschaft. Die Grenzstadt im Osten des Landes steht im Zentrum einer Kampagne, die nach Einschätzung estnischer Geheimdienstkreise möglicherweise einen russischen Einmarsch vorbereiten könnte.
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Putin-Propagandisten schüren Sorge vor Estland-Einmarsch
Die Frage, wie die Nato auf einen tatsächlichen Angriff Moskaus reagieren würde, gewinnt damit an Brisanz. Militärexperte Carlo Masala ordnete die Lage aktuell gegenüber der "Bild" ein und beleuchtet sowohl die bestehenden Verteidigungsstrategien als auch die Schwachstellen der Nato-Präsenz in der Region.
Militärexperte erklärt, wie die Nato auf einen Putin-Angriff in Estland reagieren würde
Laut Carlo Masala verfügt die Nato über ausgearbeitete Strategien für den Ernstfall. "Für das Baltikum existieren konkrete Nato-Verteidigungspläne. Estland, Lettland und Litauen gelten militärisch als gemeinsames Operationsgebiet", erklärt der Militärexperte. Bereits jetzt sind Bündnistruppen vor Ort stationiert. Etwa 180 Kilometer westlich von Narva befindet sich eine multinationale Kampftruppe unter britischem Kommando, die sogenannte Enhanced Forward Presence. Diese Einheit fungiert als erste Verteidigungslinie gegen mögliche Aggressionen.
Narva als "Achillesferse" der Nato an der russischen Grenze
"Es gibt Pläne, Estland zu verteidigen, genauso wie es Pläne für Lettland und Litauen gibt", betont Masala. Dennoch schlägt der Experte Alarm. Denn Narva kann als die Achillesferse an der russischen Grenze betrachtet werden. Die Grenzstadt zählt rund 50.000 Bewohner, von denen etwa 90 Prozent Russisch als Muttersprache sprechen. Ihre Lage unmittelbar an der Grenze zu Russland macht sie im Konfliktfall besonders verwundbar, da feindliche Truppen binnen kürzester Zeit vorrücken könnten.
Carlo Masala schlägt Alarm: Keine Nato-Truppen in Grenzstadt Narva
Zwar hat Estland Narva in den vergangenen Jahren massiv befestigt, doch die fehlende Nato-Präsenz vor Ort bleibt ein kritischer Faktor. Carlo Masala schlägt deshalb vor, Bündnistruppen direkt in der Stadt zu positionieren. Bei einem Angriff würden russische Soldaten dann unmittelbar auf Nato-Kräfte treffen. Ein Szenario, das die Abschreckungswirkung deutlich verstärken würde. Bislang wurde dieser Ansatz jedoch nicht umgesetzt. Im Ernstfall könnten auch Bundeswehrsoldaten zum Einsatz kommen. Deutschland kommandiert in Litauen eine Nato-Brigade, die bei entsprechendem Befehl nach Estland verlegt werden könnte.
Militärexperte macht sich keine Sorgen wegen eines Putin-Angriffs in Estland
Ernsthafte Sorgen macht sich Carlo Masala aktuell aber nicht. Die momentane Propagandakampagne bewertet der Militärexperte als Teil hybrider Kriegsführung. "Das sind Social-Media-Aktivitäten. Solange Kreml-Vertreter nicht öffentlich behaupten, Russen in Estland müssten 'geschützt' werden, sehe ich aktuell keine unmittelbare militärische Bedrohung", so Masala.
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fka/news.de/stg
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