Robert F. Kennedy Jr.: Rückschlag für Trumps Gesundheitsminister - Richter stoppt neuen Impfplan

Das US-Gesundheitsministerium von Robert F. Kennedy Jr. wollte die Impfungen für Kinder deutlich reduzieren. Ärzte übten scharfe Kritik. Nun wurden die geplanten Änderungen vor Gericht zunächst kassiert.

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US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. kommt mit seinem umstrittenen Kurs in der Impfpolitik nicht durch. (Foto) Suche
US-Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr. kommt mit seinem umstrittenen Kurs in der Impfpolitik nicht durch. Bild: picture alliance/dpa/AP | Mark Schiefelbein
  • US-Bundesrichter stoppt gekürzten Impfplan für Kinder von Gesundheitsminister Robert F. Kennedy Jr.
  • Kritik an "willkürlichen" Änderungen und Verstoß gegen wissenschaftliche Methoden
  • Kinderärzte reagieren erleichtert nach Rückschlag für die Trump-Regierung

Weil er in der Vergangenheit Fehlinformationen über die Corona-Pandemie verbreitet hat und als großer Impfskeptiker gilt, ist Robert F. Kennedy Jr. als Gesundheitsminister in der Trump-Regierung besonders umstritten. Der Neffe des ehemaligen US-Präsidenten John F. Kennedy nahm bereits gravierende Änderungen in der Impfpolitik der Vereinigten Staaten vor. Doch diese wurden nun durch ein Bundesgericht vorerst gestoppt.

Rückschlag für Robert F. Kennedy Jr.: Gericht befindet Änderungen in der Impfpolitik für "willkürlich"

Richter Brian Murphy befand am Montag, dass die von Robert F. Kennedy Jr. veranlassten Neuerungen "willkürlich" seien und gegen wissenschaftliche Methoden sowie eingespielte Verfahren verstießen. Darüber berichten Medien wie "t-online" und "Der Spiegel". Im Zentrum der Kritik stehen der gekürzte Impfplan für Kinder sowie eingeschränkte Empfehlungen für Corona-Impfungen. Die Trump-Administration habe das bewährte Verfahren für Impfempfehlungen "missachtet und damit die Redlichkeit ihres Handelns untergraben", so der von Joe Biden ernannte Richter in seiner Urteilsbegründung. Kennedy hatte zuvor einen neu besetzten Ausschuss mit der Überprüfung der seit über drei Jahrzehnten geltenden Impfrichtlinien beauftragt.

Kinderärzte begrüßen Urteil gegen die Trump-Regierung

Der amerikanische Verband der Kinderärzte reagierte erleichtert auf die Gerichtsentscheidung. Die Änderungen durch den von Kennedy neu zusammengestellten Impfausschuss hätten "Chaos und Verwirrung für Eltern und Kinderärzte im ganzen Land gestiftet", erklärte der Verband. Das teilweise mit Impfskeptikern besetzte Gremium hatte unter anderem vorgeschlagen, Immunisierungen gegen Rotaviren, Influenza und Hepatitis B aus dem Impfplan für Kinder zu entfernen. Fachleute kritisierten diese Pläne scharf – sie widersprächen jahrzehntelangen wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Wirksamkeit von Impfprogrammen.

Das Gesundheitsministerium gibt sich jedoch kämpferisch: Ein Sprecher erklärte, man erwarte eine Aufhebung des Urteils in der nächsten Instanz. Kennedy selbst bringt Impfungen mit Autismus bei Kindern in Verbindung – eine Behauptung, die wissenschaftlich nicht belegt ist.

Entscheidung von US-Gesundheitsminister zu neuem Impfplan gestoppt nach Masernausbruch

Der Rechtsstreit findet vor dem Hintergrund wachsender Impfskepsis in den Vereinigten Staaten statt. Mediziner warnen eindringlich vor einer Wiederkehr von Krankheiten, die lange als nahezu besiegt galten. Im vergangenen Jahr verzeichneten die USA den schwersten Masernausbruch seit mehr als drei Jahrzehnten – über 1.400 Menschen erkrankten.

Bereits im Januar hatten 15 Bundesstaaten Klage gegen den eingeschränkten staatlichen Impfplan eingereicht. Experten betonten, dass Routineimpfungen maßgeblich dazu beigetragen hätten, gefährliche Infektionskrankheiten zurückzudrängen.

In den USA sind bestimmte Impfungen wie jene gegen Masern, Mumps und Röteln für den Schulbesuch vorgeschrieben. Allerdings können Eltern in zahlreichen Bundesstaaten Ausnahmen beantragen – etwa aus religiösen Gründen.

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