Friedrich Merz: Deutschland fürchtet Weltkrieg - Beruhigungsversuch des Kanzlers gescheitert
Der Iran-Krieg und andere Konflikte auf der Welt besorgen viele Menschen. Bundeskanzler Friedrich Merz versucht, die Bevölkerung der Bundesrepublik auf Instagram zu beruhigen. Doch seine Worte finden offenbar kein Gehör.
Von news.de Redakteurin Sabrina Böhme - Uhr
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- TikTok-Creator spricht von Drittem Weltkrieg
- Friedrich Merz reagiert auf Sicherheitsbedenken der Bevölkerung
- Bundeskanzler zum Iran-Krieg: Deutschland ist kein Teil des Konflikts
Die Konflikte auf der Welt besorgen viele Menschen, gerade wegen der Angriffe der USA und Israels auf den Iran. Auch TikToker Luan Mustafi hat Sicherheitsbedenken. In einem Video spricht er über seine Angst vor einer Ausweitung des Konflikts hin zu einem weltweiten Krieg. Friedrich Merz hat in einem Clip auf Instagram auf den sorgenvollen Beitrag reagiert.
TikTok-Creator hat Angst: "Bitte Friedrich Merz, keinen Dritten Weltkrieg"
Mit dem Smartphone in der Hand schaut sich Friedrich Merz ein TikTok-Video des Creators an. Es folgt ein Schnitt zur Aufnahme. Darin sagt Mustafi: "Bitte Friedrich Merz, keinen Dritten Weltkrieg. Passt nicht. Es ist schönes Wetter. Ich brauche das jetzt wirklich nicht - also auch nicht in Zukunft." Alle seien für Frieden, schließt er sein Video mit zum Friedenszeichen gespreizten Fingern.
Friedrich Merz betont: Bundesregierung arbeitet für Frieden auf der Welt
Friedrich Merz legt das Handy weg und spricht in die Kamera. Mit ruhigen Worten adressiert er das Sicherheitsbedenken und verallgemeinert es. Viele Menschen würden sich um die Sicherheit und den Frieden sorgen, beginnt der CDU-Chef - vor allem wegen der Konflikte auf der Welt, "insbesondere im Mittleren Osten." Er will beruhigen und betont, was die Bundesregierung für ein friedliches Leben auf der Welt und in Deutschland unternimmt:
- "Ich möchte ihnen einfach versichern: Wir tun viel für unsere Verteidigung."
- "Und gleichzeitig: Wir wollen ein friedliches Land bleiben, ein friedlicher Kontinent bleiben und die Bundesregierung arbeitet genau daran. Jeden Tag. Jede Woche."
- "Wir wollen Frieden auf der Welt, vor allem in Europa."
Merz zum Iran-Krieg: Deutschland kein Teil des Konflikts
Der Konflikt im Iran dauert an. Es werden zwar verschiedene Szenarien gehandelt, wie wieder Frieden einkehren kann, aber derzeit sieht es nicht nach einer Beruhigung, geschweige denn einem Ende, aus. Friedrich Merz sagte bei seinem Besuch in Norwegen, dass weiterhin keine Strategie erkennbar sei, wie der Krieg der USA und Israels gegen den Iran zu Ende gebracht werden solle. "Die Fragen sind ja auch nicht wirklich beantwortet. Im Augenblick gibt es aus meiner Sicht deswegen auch keine Veranlassung, über eine militärische Absicherung der Seewege nachzudenken", sagte Merz auf die Frage nach seiner Haltung zu einer solchen Mission und einer möglichen deutschen Beteiligung. Gleichzeitig betonte er, Deutschland sei nicht Teil dieses Krieges. "Wir wollen es auch nicht werden", betonte Merz. "Und insofern sind alle unsere Bemühungen darauf gerichtet, den Krieg zu beenden. Und genau darüber sprechen wir sowohl mit der amerikanischen Regierung als auch mit der israelischen Regierung."
Hitzige Diskussionen nach Kanzler-Reaktion
Seine Worte sorgen eher für eine hitzige Diskussion als für Beruhigung. In der Kommentarspalte hagelt es vor allem Vorwürfe und Anschuldigungen. Während wieder Rücktrittsforderungen laut werden, greifen einige auch die jüngsten Entscheidungen der Bundesregierung auf. Darunter auch die neuen Regelungen zur Wehrpflicht. Zudem ist die Rede von Deutschlands Unterstützung im Ukraine-Krieg. Das sehen viele negativ. Das Social-Media-Team des Bundeskanzlers betont aber, wie wichtig die Unterstützung für das vor vier Jahren angegriffene osteuropäische Land ist: "Die Ukraine wurde völkerrechtswidrig angegriffen. Deshalb stehen wir an der Seite der Ukraine. Wir unterstützen die Ukrainerinnen und Ukrainer dabei, den russischen Angriffskrieg abzuwehren und den Krieg möglichst schnell zu beenden."
Hinweis: Der Bundeskanzler spricht allgemein über Sicherheitsbedenken in der Bevölkerung. Wie stark die Angst wirklich ist, müssten aktuelle Forschungsarbeiten belegen. Außerdem sind derartige Beenken immer individuell.
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bos/loc/news.de/dpa
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