Wladimir Putin kassiert Rückschlag: Putins Frühjahrsoffensive droht zu scheitern
Großer Erfolg für Kiew: Ukrainische Truppen haben im Osten des Landes mehr als 400 Quadratkilometer zurückerobert. Militäranalysten sprechen von einem strategischen Wendepunkt – Russlands geplante Frühjahrs-Offensive könnte ins Wanken geraten.
Erstellt von Sarah Baumann-Rüster - Uhr
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- 400 Quadratkilometer zurückerobert: Ukraine gewinnt erstmals seit 2023 wieder deutlich mehr Gebiet als sie verliert
- Russlands Offensive gefährdet: Moskau muss Reserven umgruppieren und Angriffspläne überdenken
- Nebel, Schnee und starke Drohnenabwehr verschaffen Kiew taktische Vorteile
Die ukrainischen Streitkräfte haben einen bemerkenswerten Erfolg an der Ostfront erzielt. Nach Angaben des ukrainischen Generalstabs konnten Luftlande- und Panzerbrigaden mehr als 400 Quadratkilometer im östlichen Gebiet Dnipropetrowsk zurückerobern. Damit steht nahezu die gesamte Region wieder unter Kiewer Kontrolle.
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Rückschlag für Wladimir Putin: Ukraine erobert 400 Quadratkilometer zurück
Wie "Politico Europe" berichtete, handelt es sich um die bedeutendsten Geländegewinne seit Monaten. Laut "Kyiv Post" hat die Ukraine im Februar 2026 erstmals seit der Sommeroffensive 2023 wieder mehr Territorium gewonnen als verloren. Dieser Wendepunkt markiert einen strategischen Durchbruch nach der Kursk-Offensive.
Russische Truppen hatten zuvor versucht, in die Region einzudringen, um eine Pufferzone für weitere Offensiven zu schaffen. Vier Wochen intensiver Kämpfe haben diesen Plan nun durchkreuzt.
Putins Frühjahrsoffensive vor dem Scheitern
Die ukrainischen Gegenangriffe haben weitreichende Konsequenzen für Russlands Kriegsplanung. Das Institute for the Study of War (ISW) kommt in seiner Analyse vom 9. März 2026 zu dem Schluss, dass die Rückeroberungen taktische, operative und strategische Wirkung entfalten. Die für Frühjahr und Sommer 2026 geplante russische Offensive könnte dadurch empfindlich gestört werden.
Moskau steht nun möglicherweise vor der Notwendigkeit, seine Operationspläne für die Regionen Saporischschja und Donezk grundlegend zu überdenken oder vollständig aufzugeben. Strategische Reserven, die ursprünglich für Vorstöße bei Pokrowsk und Saporischschja vorgesehen waren, müssen nun zur Verteidigung bestehender Positionen abgezogen werden.
Die Umgruppierung russischer Eliteeinheiten, darunter Luftlande- und Marineinfanterie, verdeutlicht die angespannte Lage an der Front.
Selenskyj feiert erfolgreiche Gegenoffensive: "Wir haben sie überall blockiert"
Trotz der ukrainischen Erfolge gibt Russland seine Ambitionen nicht auf. Im Nordosten des Landes, an der Grenze zur Region Sumy, registriert Kiew weiterhin verstärkte russische Truppenbewegungen. Präsident Wolodymyr Selenskyj äußerte sich am Dienstag unmissverständlich zu den russischen Plänen.
"Es ist kein Geheimnis, dass sie eine Pufferzone in der Region Sumy und in der Region Charkiw errichten wollen", erklärte der ukrainische Staatschef. "Aber auch wir haben unsere Ziele nicht aufgegeben. Wir haben sie überall blockiert. Daher gibt es derzeit keine Risiken in der Region Sumy."
Die ukrainischen Streitkräfte beobachten die Situation entlang der Grenze nach Selenskyjs Worten genau. Siedlungen und Infrastruktur würden vor russischen Angriffen geschützt, die weiterhin auf zivile Ziele gerichtet seien.
Wetter und Technik als entscheidende Faktoren
Mehrere Umstände haben den ukrainischen Erfolg begünstigt. Analysten des ISW verweisen auf ungewöhnlich raues Winterwetter mit Schnee und Nebel, das ukrainische Truppenbewegungen verschleierte und russische Luftaufklärung behinderte. Dies ermöglichte überraschende Vorstöße gegen verwundbare Stellungen.
Ebenso entscheidend war die technologische Überlegenheit bei der Drohnenabwehr. Ukrainische Einheiten konnten russische Drohnenoperatoren effektiv neutralisieren und dem Gegner damit wichtige Aufklärungsfähigkeiten nehmen. Verbesserte Taktiken und elektronische Kampfführung degradierten die russische Lageübersicht erheblich.
Zusätzlich gelang es offenbar, russische Kommunikationsnetze gezielt zu stören. Dies zwang die gegnerischen Truppen zu weniger sicheren Kommunikationsmethoden und erschwerte die Koordination ihrer Einheiten deutlich.
Drohnen und Artillerie treffen russisches Grenzgebiet
Parallel zu den Geländegewinnen setzt die Ukraine ihre Angriffe auf russisches Territorium fort. Innerhalb von 24 Stunden feuerten ukrainische Streitkräfte 80 Mal mit Artillerie auf die Grenzregion Kursk. Zusätzlich wurden 26 Drohnen verschiedener Typen eingesetzt, wie der Gouverneur der Region, Alexander Khinshtein, mitteilte.
Bei den Angriffen wurden mehrere Gebäude beschädigt. In der Ortschaft Khomutowka trafen die Attacken zwei Wohnhäuser sowie ein Garagendach. In der Stadt Rylsk wurde das Dach eines Gasversorgungsunternehmens in Mitleidenschaft gezogen. Im Dorf Giryi erlitt ein Autoteilegeschäft Fassadenschäden.
Nach Angaben des Gouverneurs gab es bei den Angriffen keine Todesopfer. Die betroffenen Gebiete waren zuvor evakuiert worden.
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sba/bua/news.de/stg
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