Putin und Trump eskalieren: Selenskyj-Berater sicher - "der Dritte Weltkrieg hat längst begonnen"

Der Dritte Weltkrieg hat längst begonnen – davon ist Mykhailo Podolyak überzeugt. Der Berater von Präsident Selenskyj erklärt, warum ein Sturz des iranischen Regimes Putins gesamtes Machtnetzwerk zum Einsturz bringen könnte.

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Sein Berater spricht bereits vom 3. Weltkrieg - Wolodymyr Selenskyj. (Foto) Suche
Sein Berater spricht bereits vom 3. Weltkrieg - Wolodymyr Selenskyj. Bild: dpa/Sven Hoppe
  • Selenskyj-Berater spricht bereits vom 3. Weltkrieg
  • Andere Art der Kriegsführung - so hat sich die aktuelle Lage entwickelt
  • Wladimir Putin und seine Rolle im Nahen Osten
  • Friedensverhandlungen zwischen der Ukraine und Russland: Wie geht es weiter?

Während Kreml-Sprecher fortwährend damit drohen, ist sich der ukrainische Präsidentenberater Mykhailo Podolyak bereits sicher - er sieht die Welt inmitten des 3. Weltkriegs. "Die Menschheit muss letztlich akzeptieren, dass der Dritte Weltkrieg bereits im Gange ist", erklärte er gegenüberdem russischen Exilportal "Meduza". Die Form dieses globalen Konflikts habe sich jedoch gewandelt: Neben heißen Kriegszonen wie der Ukraine und dem Nahen Osten existierten zahlreiche hybride Schauplätze.

Selenskyj-Berater Mykhailo Podolyak spricht vom 3. Weltkrieg

Der Berater von Präsident Selenskyj ordnete den Ende Februar begonnenen Krieg zwischen den USA und Israel gegen den Iran in diesen größeren Zusammenhang ein. Wie jeder Weltkrieg werde auch dieser zu veränderten Regeln führen. Trump habe durch seine politische Unberechenbarkeit viele unumkehrbare Prozesse beschleunigt – etwa die Entwicklung Europas zu einem echten geopolitischen Akteur.

Zusammenbruch des Iran würde Putins Netzwerk zerstören

Für die Ukraine könnte ein erfolgreicher Sturz des iranischen Regimes weitreichende strategische Vorteile bringen. Podolyak verwies auf ein globales Netzwerk instabiler Staaten, in dem Russland als eine Art Moderator fungiere und Instabilität in verschiedenen Regionen finanziere. Dazu zählten Venezuela, Kuba, der Iran sowie weite Teile des instabilen Nahen Ostens.

Wladimir Putin in die Enge getrieben

"Die Zerschlagung dieser gesamten vertikalen Struktur würde Putins Handlungsspielraum und seinen Zugang zu Ressourcen drastisch einschränken", betonte der Berater. Langfristig könnte dies Russland sogar vom globalen Energiemarkt verdrängen.

Besonders bedeutsam sei die Unterbrechung der Drohnenproduktion. Der Iran habe mit seinen Ingenieurkapazitäten die Drohnenindustrie aufgebaut, auf die Russland im Krieg gegen die Ukraine angewiesen sei. Bei einer Störung dieses Systems würde die russische Drohnenherstellung erheblich verlangsamt werden.

Waffenlieferungen an Kiew könnten sich verzögern

Der Konflikt im Nahen Osten birgt jedoch auch Risiken für die Ukraine. Podolyak räumte ein, dass die Lieferung von Abfangraketen langsamer werden könnte, während Russland weiterhin Energieinfrastruktur, Wasserversorgung und Gasverteilung angreife. Die Golfstaaten nutzen ebenfalls US-amerikanische Patriot-Systeme zur Verteidigung gegen iranische Angriffe.

Der Berater hofft allerdings, dass die ukrainischen Patriot-Systeme andere Konfigurationen aufweisen als jene der Golfstaaten. Kuwait, Bahrain und die Ukraine verwendeten unterschiedliche Generationen des Systems.

Als weitere negative Folge nannte Podolyak den spekulativen Anstieg der Ölpreise bei kurzfristigen Terminkontrakten. Er rechne jedoch mit einer schnellen Korrektur. Zudem bestehe die Gefahr, dass die diplomatische Aufmerksamkeit von der Ukraine abgelenkt werde – bislang sehe er diesen Trend aber nicht.

Iranisches Regime am Ende seiner Lebensfähigkeit

Podolyak zeigte sich überzeugt, dass ein Regierungswechsel im Iran realistisch sei. "Das Ayatollah-Regime, das seit 47 Jahren existiert, hat sein Ende erreicht. Es ist nicht mehr überlebensfähig", erklärte er. Dasselbe gelte für die Regime von Kim Jong Un und Putin – geschlossene Systeme seien nicht wettbewerbsfähig.

Als logisches Ende des Iran-Konflikts nannte der Berater eine Neuausrichtung der Regierung: Abkehr von der strikten Islamisierungsdoktrin, Öffnung zum globalen Energiemarkt, vollständige Reduzierung des Militärkomplexes und Beendigung der Hisbollah-Finanzierung.

Auf die Friedensverhandlungen zwischen der Ukraine und Russland habe der Iran-Konflikt laut Podolyak keinen inhaltlichen Einfluss. Lediglich logistisch gebe es Auswirkungen: Ein Treffen werde verschoben, da diese traditionell in Abu Dhabi stattfänden.

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