Donald Trump von Putin erpresst?: US-Präsident offenbar von Kremlchef ausgespielt

Der US-Präsident spielt Berichte herunter, wonach Russland dem Iran Standortdaten amerikanischer Truppen liefert – und genehmigt gleichzeitig indische Ölkäufe, die Moskaus Kriegskasse füllen. Demokratische Senatoren stellen daher eine brisante Frage: Was hat Putin gegen Trump in der Hand?

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Wird Donald Trump von Wladimir Putin erpresst? Bild: picture alliance/dpa/Pool via AP | Pavel Bednyakov/AP
  • Russland soll dem Iran Daten über US-Militärstandorte geliefert haben
  • Donald Trump weist die Vorwürfe zurück
  • Demokraten werfen dem Präsidenten Nachsicht gegenüber Putin vor

US-Präsident Donald Trump hat Berichte über russische Geheimdienstunterstützung für den Iran heruntergespielt und erntet dafür heftige Kritik aus den Reihen der Demokraten. Der Vorwurf wiegt schwer: Moskau soll Teheran Informationen geliefert haben, die zur Lokalisierung amerikanischer Streitkräfte dienen. Trump wies die Anschuldigungen zurück. "Es bewirkt nicht viel, wenn man sich anschaut, was dem Iran in der vergangenen Woche passiert ist", erklärte er. Russland würde behaupten, die USA täten dasselbe gegen sie.

Donald Trump in der Hand von Wladimir Putin? Demokraten erheben schwere Vorwürfe

Die Reaktion demokratischer Politiker fiel scharf aus. "Was hat Wladimir Putin gegen Trump in der Hand, dass er glaubt, damit durchzukommen?", fragte der demokratische Senator Sheldon Whitehouse gegenüber dem "Kyiv Independent". Senatorin Elizabeth Warren bezeichnete Trumps Verhalten als "völlig inakzeptabel, aber nicht überraschend" und warf der Regierung vor, Putin einen "Freifahrtschein" zu gewähren.

Laut Berichten des "Kyiv Independent" teilt Moskau seit der Eskalation zwischen den USA, Israel und dem Iran am 28. Februar Informationen über amerikanische Militäreinrichtungen mit Teheran. Die weitergegebenen Daten sollen Positionen von US-Schiffen und Flugzeugen umfassen.

Seit Beginn des Konflikts hat der Iran Drohnen und Hunderte von Raketen auf amerikanische Stützpunkte, diplomatische Einrichtungen und zivile Ziele in der Region abgefeuert. Die Zusammenarbeit zwischen Moskau und Teheran ist nicht neu: Der Iran zählt seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine zu den engsten Verbündeten des Kremls. Teheran lieferte Russland Shahed-Angriffsdrohnen, die Moskau später zu eigenen Geran-Drohnen für Angriffe auf die Ukraine weiterentwickelte.

Ausnahmegenehmigung für russisches Öl empört Demokraten

Die Kritik an Trump verschärfte sich zusätzlich durch eine Entscheidung Washingtons, Indien vorübergehend den Kauf von russischem Rohöl zu gestatten. Die Ausnahme gilt für bereits auf Tankern geladenes Öl und soll Lieferengpässe durch den Nahostkonflikt ausgleichen. Zuvor hatten die USA monatelang Druck auf Neu-Delhi ausgeübt, die Importe russischen Öls zu reduzieren.

Eine Gruppe demokratischer Senatoren um Elizabeth Warren, Jeanne Shaheen, Ruben Gallego und Minderheitsführer Chuck Schumer verurteilte den Schritt in einer gemeinsamen Erklärung als Maßnahme, die "Putin bereichert". Die Parlamentarier warnten, solche Genehmigungen schwächten die Sanktionen gegen russisches Öl und könnten Moskaus Einnahmen zur Finanzierung des Krieges gegen die Ukraine steigern.

Warren kritisierte, Trump verschlimmere die Lage, indem er "Putins Schattenflotte und Händlern, die weiterhin mit sanktioniertem Öl handeln, eine Lizenz für erhöhte Öllieferungen" erteile.

Weißes Haus verteidigt Ölentscheidung

Pressesprecherin Karoline Leavitt erklärte, die Entscheidung sei von Trump gemeinsam mit Finanzminister Scott Bessent und dem nationalen Sicherheitsteam getroffen worden. "Unsere Verbündeten in Indien haben sich korrekt verhalten und zuvor aufgehört, sanktioniertes russisches Öl zu kaufen", sagte sie. Die temporäre Genehmigung diene dazu, eine vorübergehende Lücke in der weltweiten Ölversorgung zu schließen.

Zur Frage der Geheimdienstkooperation zwischen Russland und dem Iran äußerte sich US-Sondergesandter Steve Witkoff am 10. März zurückhaltend. Er könne nicht bestätigen, ob Moskau tatsächlich Informationen über amerikanische Militärstandorte an Teheran weitergegeben habe. In einem Telefonat mit Trump hätten russische Vertreter dies bestritten – man könne "ihnen beim Wort nehmen", so Witkoff.

Warnung vor Putins wahren Absichten

Auch aus republikanischen Reihen kommen mahnende Stimmen. Der Abgeordnete Don Bacon warnte davor, die tatsächlichen Intentionen des russischen Präsidenten falsch einzuschätzen. "Putin hasst Amerika, und unsere Führung sollte sich darüber niemals im Unklaren sein", sagte er.

Die demokratische Senatorin Jeanne Shaheen bezeichnete Trumps Reaktion als "unerklärlich". Es sei nicht nachvollziehbar, warum der Präsident die Tatsache herunterspielen würde, dass Russland dem Iran Geheimdienstinformationen liefere, um Amerikaner ins Visier zu nehmen. Bei einem Besuch in Odessa im vergangenen Monat habe sie mit amerikanischen Unternehmen gesprochen, die direkt von Russland angegriffen worden seien. "Es erstaunt mich, dass Präsident Trump weiterhin nachsichtig mit Wladimir Putin umgeht", erklärte Shaheen. Trumps Verhalten zeige, "wie gut Putin ihn ausspielt".

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/ife/news.de/stg

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